Analbeschwerden (Afterbeschwerden)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. Oktober 2017)

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Juckreiz, Nässen, Schmerzen: Analbeschwerden (Afterbeschwerden) sind häufig mit einem hohen Leidensdruck verbunden. Viele gehen aus Scham nicht zum Arzt, obwohl dieser die Beschwerden meist gut in den Griff bekommen kann.

Was sind Analbeschwerden?

Zu Analbeschwerden/Afterbeschwerden zählen Symptome wie

Viele Menschen, die Analbeschwerden haben, scheuen den Gang zum Arzt. Probleme in der Analregion sind jedoch nichts, weswegen man sich schämen müsste. In vielen Fällen kann der Arzt rasch Abhilfe schaffen.

Der Analbereich: Empfindliche Zone des Körpers

Den Übergang zwischen Darm und After bildet der Analkanal. Er liegt zwischen dem Ausgang des Darms, dem Anus (After), und dem Mastdarm (Rektum), einem Teil des Enddarms.

Beschwerden im Analbereich sind keine Seltenheit: Der gesamte Analbereich ist eine sehr empfindliche Körperregion, in der sich zahlreiche Schmerzrezeptoren befinden. Die gefaltete Haut rund um den Anus (Perianalhaut) begünstigt, dass Schweiß nur schwer verdunsten kann. Die Haut ist dadurch weicher und durchlässiger für Krankheitserreger.

Anatomie des Analbereichs

Afterbeschwerden haben viele Menschen. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass die Region um den After herum besonders empfindlich ist.

Analbeschwerden (Afterbeschwerden): Häufige Ursachen

Analbeschwerden wie Juckreiz, Nässen oder Brennen können vielfältige Ursachen haben. Sie reichen von vergrößerten Hämorrhoiden über chronisch-entzündliche Darmerkrankungen bis hin zu Wurmbefall.

Zu möglichen Ursachen von Analbeschwerden zählen zum Beispiel:

Analbeschwerden können darüber hinaus bei Wurmerkrankungen (z.B. Rinderbandwurm-Infektion) und Geschlechtskrankheiten wie SyphilisFeigwarzen (Condylomata acuminata) und Genitalherpes auftreten. Auch ein Abszess im Enddarmbereich kann Analbeschwerden verursachen.

Bösartige Erkrankungen wie Analkrebs (Analkarzinom) und Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) verursachen hingegen eher selten Analbeschwerden. Dennoch sollten Sie zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen, wenn Sie an länger anhaltenden, wiederkehrenden und/oder starken Beschwerden leiden.

Begünstigende Faktoren

Bestimmte Faktoren können Afterbeschwerden begünstigen. Hierzu zählen etwa:

Ein Beispiel: Dauerhafte Verstopfung kann vergrößerte Hämorrhoiden fördern – und diese wiederum führen häufig zu Afterbeschwerden. Auch in der Schwangerschaft kommen Analbeschwerden häufig vor: Ernährungsumstellung, zu wenig Bewegung sowie die hormonelle Umstellung können Verstopfung auslösen und damit zu Symptomen wie Schmerzen oder Juckreiz führen.

Analbeschwerden (Afterbeschwerden): Diagnose

Ernsthafte Erkrankungen sind zwar selten die Ursache von Analbeschwerden wie Juckreiz, Brennen oder Nässen am After. Dennoch ist eine gründliche Untersuchung wichtig, damit der Arzt schwerwiegende Ursachen ausschließen kann.

Auch wenn das Thema sehr intim ist: Bei Beschwerden am After sollten Sie nicht zögern, Ihren Arzt um Rat zu fragen.

Der Arzt wird zunächst einige Fragen zu den Analbeschwerden stellen. Die Antworten geben ihm bereits wichtige Hinweise auf die Ursachen. Mögliche Fragen sind zum Beispiel:

  • Haben Sie Schmerzen im Bereich des Afters?
  • Nässt der Analbereich?
  • Juckt der Analbereich?
  • Haben Sie bemerkt, dass Blut aus dem After austritt?
  • Wann sind die Afterbeschwerden zum ersten Mal aufgetreten?
  • Haben Sie oft Verstopfung oder Durchfall?
  • Haben Sie vergrößerte Hämorrhoiden oder sind andere (Vor-)Erkrankungen bekannt?

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung schaut sich der Arzt den Anus genau an. Er prüft zunächst, ob bereits mit bloßem Auge vergrößerte Hämorrhoiden, Schleimhautrisse oder eine Entzündung zu sehen sind.

Bei der rektalen Untersuchung kann der Arzt mit dem Finger (digital-rektale Untersuchung, DRU) Veränderungen im Anus, zum Beispiel Hämorrhoiden oder einen Tumor, ertasten. Mit einem speziellen Spiegelinstrument, dem Proktoskop, kann er tiefer in den Analkanal hineinschauen.

Je nachdem, welche Ursache der Arzt vermutet, können weitere Untersuchungen notwendig sein. Dazu zählen zum Beispiel eine Spiegelung des Mastdarms (Rektoskopie) oder eine Darmspiegelung (Koloskopie). Die Darmspiegelung ermöglicht es dem Arzt, tiefere Darmabschnitte einzusehen.

Hat der Arzt den Verdacht, dass eine allergische Reaktion die Afterbeschwerden verursacht hat, kann ein Allergietest sinnvoll sein. In manchen Fällen ist auch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Schließmuskels notwendig.

Welcher Arzt bei Afterbeschwerden?

Wer Afterbeschwerden hat, kann zunächst den Hausarzt aufsuchen, der dann gegebenenfalls an einen Facharzt überweist. Möglich ist es auch, sich direkt an einen Facharzt zu wenden. Das kann entweder ein Proktologe oder ein Gastroenterologe sein:

  • Ein Proktologe untersucht den Anus und behandelt Erkrankungen des Enddarms.
  • Der Gastroenterologe ist ein Facharzt für Innere Medizin, der sich auf Magen-Darm-Erkrankungen spezialisiert hat und sich somit auch mit Enddarmerkrankungen befasst.

Bei Analbeschwerden in der Schwangerschaft sprechen Sie am besten mit Ihrem Frauenarzt. Afterbeschwerden in der Schwangerschaft können durch die hormonelle Umstellung, veränderte Ernährungsgewohnheiten und zu wenig Bewegung entstehen.

Analbeschwerden (Afterbeschwerden): Therapie

Bei Afterbeschwerden (Analbeschwerden) richtet sich die Therapie in erster Linie nach der zugrunde liegenden Ursache. Einige Beispiele:

  • Wenn vergrößerte Hämorrhoiden zu den Analbeschwerden geführt haben, können Salben und Zäpfchen zwar gegen die Symptome helfen. Die Ursache beheben sie jedoch nicht. Der Arzt kann die vergrößerten Hämorrhoiden beispielsweise veröden oder abbinden. In ausgeprägten Fällen kann eine Hämorrhoiden-Operation notwendig sein.
  • Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa wird der Arzt ebenfalls entsprechend behandeln. So kann er beispielsweise entzündungshemmende Präparate aus der Gruppe der Aminosalicylate verschreiben.
  • Analfisteln und Analabszesse erfordern meist eine Operation, bei welcher der Arzt die Fistel freilegt beziehungsweise den Abszess ausräumt.

Symptome lindern

Mit Salben, Zäpfchen oder Einläufen können Sie die Symptome zwar kurzfristig lindern. Die Präparate enthalten entzündungshemmende Wirkstoffe wie Kortison oder Lidocain. Auch Sitzbäder mit Kamille oder Teebaumöl können bei Afterbeschwerden je nach Ursache sinnvoll sein. Man sollte allerdings darauf achten, dass sie hautverträglich sind und kein allergisches Kontaktekzem hervorrufen, das wiederum die Beschwerden verstärken kann.

Beachten Sie: Salben, Zäpfchen & Co. lindern möglicherweise Juckreiz und Schmerzen. Um dauerhaft beschwerdefrei zu sein, muss jedoch die Ursache der Afterbeschwerden beseitigt werden.

Beugen Sie vor!

Nicht allen, aber vielen Ursachen von Analbeschwerden können Sie vorbeugen. So können Sie beispielsweise einiges tun, um vergrößerten Hämorrhoiden oder Reizungen im Analkanal entgegenzuwirken:

  • Mit einer ballaststoffreichen Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr können Sie für einen regelmäßigen, weichen Stuhlgang sorgen.
  • Benutzen Sie kein hartes Toilettenpapier, da dieses kleine Verletzungen und Entzündungen im Analbereich verursachen kann.
  • Auch mit der richtigen Intimhygiene können Sie Analbeschwerden vorbeugen. Es reicht völlig aus, sich regelmäßig mit Wasser und ggf. einer parfüm- und seifenfreien Waschlotion zu reinigen. Besondere Intimwaschlotionen sind dagegen nicht nötig.

Analbeschwerden (Afterbeschwerden): Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Analbeschwerden (Afterbeschwerden)":

Onmeda-Lesetipps:

Wenn Hämorrhoiden Probleme bereiten

Analfissur: Was tun?

Juckreiz am After

Quellen:

Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2017

Herold, G., et al.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Messmann, H.: Lehratlas der Koloskopie: Das Referenzwerk zur Untersuchungstechnik und Befundinterpretation. Thieme, Stuttgart 2014

Winkler, R., Otto, P., Schiedeck, T.: Proktologie. Thieme, Stuttgart 2011

Brühl, W., Wienert, V., Herold, A.: Aktuelle Proktologie. Uni-Med, Bremen 2011

Nürnberger, H.-R., Hasse, F.-M., Pommer, A.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2010

Aktualisiert am: 27. Oktober 2017

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