Knochenhautentzündung im Sport: Schienbeinkantensyndrom & Co.

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (08. März 2017)

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Eine Knochenhautentzündung (Periostitis) kann sehr schmerzhaft sein. Viele Sportler haben damit zu kämpfen. Besonders häufig ist das Schienbein betroffen. Wer verhindern will, dass eine Knochenhautentzündung chronisch wird, sollte vor allem eins tun: für eine Weile mit dem Training pausieren.

Eine Periostitis ist eine akute oder chronische Entzündung der Knochenhaut (Periost). Die Knochenhaut ist fest mit dem Knochen verbunden und enthält neben Blut- und Lymphgefäßen viele Nerven, weshalb sie sehr schmerzempfindlich ist. Eine Knochenhautentzündung entsteht insbesondere an Stellen, an denen sich viele Muskeln oder Sehnen über der Knochenhaut befinden.

Zu typischen Beschwerden einer Periostitis zählen

  • Schmerzen, die insbesondere bei Belastung und bei Druck auftreten,
  • Schwellungen und
  • eine eingeschränkte Beweglichkeit.

Diese Symptome geben dem Arzt erste Hinweise darauf, dass es sich um eine Periostitis handeln könnte. Er wird den betroffenen Körperbereich sorgfältig abtasten. Mithilfe von bildgebenden Verfahren kann er die Knochenhautentzündung von anderen möglichen Erkrankungen unterscheiden, zum Beispiel von einem Ermüdungsbruch. Im Röntgenbild erscheint die Knochenhaut bei einer Periostitis meist unauffällig oder nur leicht verdickt. Um die Diagnose zu sichern, kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Knochenszintigraphie sinnvoll sein.

Besonders häufig tritt eine Knochenhautentzündung bei Sportlern im Bereich des Schienbeins auf. Ärzte sprechen dann von einem Schienbeinkantensyndrom (auch: "shin splints", Läuferbein).

Abbildung eines Röhrenknochen, inklusive Ausschnittvergrößerung mit Knochenaufbau © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Die Knochenhaut umhüllt die Oberfläche der Knochen.

Eine Knochenhautentzündung kann das sportliche Training nahezu unmöglich machen. Die Periostitis verläuft oft chronisch; sie kann nach längerer symptomfreier Zeit wieder aufflammen, insbesondere, wenn der Betroffene das Training zu früh wieder aufnimmt.

Knochenhaut: Was ist das?

Die Knochenhaut (Periost) ist eine gelbliche Hülle aus Bindegewebe, die in zwei Schichten fast die gesamte äußere Oberfläche des Knochens bedeckt. In der äußeren, von Fasern durchzogenen Schicht (Stratum fibrosum, Faserschicht) sind Sehnen und Bänder reißfest miteinander verbunden. Die innere Schicht (Stratum osteogenicum) ist reich an Nerven und Gefäßen. Sie versorgt den Knochen mit Nährstoffen.

Nur an bestimmten Stellen der Knochenoberfläche fehlt die Knochenhaut:

  • an überknorpelten Gelenkflächen,
  • an Bereichen, die von Gelenkinnenhaut überzogen sind
  • und dort, wo Bänder, Muskeln und Sehnen mit dem Knochen verbunden sind.


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