Oralsex (Oralverkehr): Vorsicht, Geschlechtskrankheiten!

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. Juni 2017)

Nicht nur durch Analverkehr oder Vaginalverkehr, auch durch ungeschützten Oralsex (Oralverkehr) kann man sich mit verschiedenen sexuell übertragbaren Krankheiten infizieren. Manche Geschlechtskrankheiten können auch dann übertragen werden, wenn beim Oralsex kein Sperma, Scheidensekret oder Menstruationsblut in den Mund gelangt.

Ob durch Viren, Bakterien oder Pilze: Es gibt viele Erkrankungen, die bei ungeschütztem Oralsex eine Gefahr darstellen. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Tripper (Gonorrhö): Diese häufige Geschlechtskrankheit wird durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae hervorgerufen.
  • Syphilis (Lues): Syphilis ist weltweit verbreitet und entsteht ebenfalls durch ein Bakterium mit dem Namen Treponema pallidum pallidum.
  • Infektionen mit Chlamydien: Chlamydien sind Bakterien, die z.B. zu Harnwegsinfektionen bzw. Infektionen der Geschlechtsorgane führen können.
  • HIV: Das HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus = Humanes Immundefizienz-Virus) kann zu AIDS führen. Eine HIV-Infektion ist bislang nicht heilbar.
  • Herpes: Herpes genitalis (Genitalherpes) entsteht durch eine Infektion mit bestimmten Herpesviren und ist eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten.
  • Hepatitis B: Mehr als die Hälfte aller Fälle dieser Leberentzündung ist in Deutschland auf sexuelle Übertragung zurückzuführen. Ursache ist ein Virus.
  • Pilze: Pilzinfektionen (z.B. mit Candida albicans) können nicht nur durch ungeschützten Sex, sondern beispielsweise auch durch ein geschwächtes Immunsystem entstehen.
  • Weicher Schanker (Ulcus molle): Ulcus molle wird durch das Bakterium Haemophilus ducreyi verursacht und kommt vorwiegend in tropischen Ländern vor.
  • Trichomonaden-Infektion (Trichomoniasis): Bei direktem Schleimhautkontakt kann es zu einer Infektion mit dem Parasiten Trichomonas vaginalis kommen.

Auch das humane Papillomvirus (HPV) kann durch Oralverkehr übertragen werden. Durch eine Infektion mit HPV können Genitalwarzen wie etwa Feigwarzen entstehen. Darüber hinaus verursacht das HP-Virus Vorstadien bösartiger Tumoren (sog. Präkarzinome) und Karzinome im Genitalbereich: So ist beispielsweise bei fast 100 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs HPV nachweisbar.

Kann durch Oralverkehr HIV (AIDS) übertragen werden?

Ungeschützter Sexualkontakt birgt die Gefahr, sich mit dem HI-Virus anzustecken, welches zu AIDS führen kann. Bei Oralverkehr ist eine HIV-Übertragung vor allem dann möglich, wenn der Samenerguss im Mund erfolgt oder wenn der Partner Scheidenflüssigkeit aufnimmt. Die Erreger befinden sich im Sperma, im Blut oder im Scheidensekret.

Nimmt man Scheidenflüssigkeit einer infizierten Frau oder Sperma eines HIV-positiven Mannes mit dem Mund auf, ist das Ansteckungsrisiko mit HIV zwar sehr gering, da die Menge sehr klein ist und zudem durch den Speichel verdünnt wird. Jedoch können offene Wunden im Mund eine Infektion erleichtern. Zudem sollte man den Kontakt mit Blut vermeiden, etwa während der Menstruation.

Eine Frau und ein Mann liegen im Bett und lächeln sich an. © Jupiterimages/Stockbyte

Eine Geschlechtskrankheit sieht man dem Gegenüber oft nicht an.

Auch wenn eine Person keine offenkundigen Anzeichen einer sexuell übertragbaren Krankheit wie HIV beziehungsweise AIDS zeigt, kann sie dennoch infiziert sein und die Erkrankung beim Oralverkehr übertragen. Daher ist ein ausreichender Schutz (z.B. durch Kondome) besonders wichtig – insbesondere bei häufig wechselnden Sexualpartnern.

Weitere Risiken von Oralsex

Beim Oralsex können kleine Verletzungen entstehen. So kann beispielsweise die Schleimhaut einreißen. In seltenen Fällen können – bei Einsatz mit den Zähnen – Bissverletzungen auftreten. Vermeiden sollte man, beim Cunnilingus Luft in die Vagina zu blasen. Sehr selten kann sich dadurch die Bauchhöhle mit Luft füllen (sog. Pneumoperitoneum). Es kann eine Luftembolie entstehen, die schlimmstenfalls tödlich endet. Dabei gelangt Luft in die Blutbahn.