Jodbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (07. August 2016)

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Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das der Körper braucht, um Schilddrüsenhormone aufzubauen. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollten Frauen daher ausreichend Jod zu sich nehmen – schließlich müssen sie nicht nur sich selbst versorgen, sondern auch ihr Kind.

Jod gehört zu den essenziellen, also lebensnotwendigen Spurenelementen. Diese braucht der Körper, damit seine Stoffwechselprozesse reibungslos ablaufen. Allerdings kann er sie nicht selber herstellen, sondern muss sie mit der Nahrung aufnehmen.

Jod benötigt der Körper vor allem, um Schilddrüsenhormone aufzubauen. Diese haben eine zentrale Funktion: Sie sind zum Beispiel am Wachstum, an der Knochenbildung und der Entwicklung des Gehirns sowie am Energiestoffwechsel beteiligt.

Der normale Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt bei rund 200 Mikrogramm (µg) Jod. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit brauchen Frauen allerdings mehr Jod: Sie sollten 230 bis 260 µg Jod täglich zu sich nehmen.

Mutter und Kind brauchen das Jod, um Schilddrüsenhormone herzustellen. Bildet der Körper zu wenig davon, wirkt sich das negativ auf das Wachstum und die Entwicklung des Körpers aus. Gerade in frühen körperlichen Entwicklungsphasen, also in der Zeit im Mutterleib und im Kindesalter, kann ein Mangel an Schilddrüsenhormonen zu schwerer körperlicher und geistiger Unterentwicklung führen, in sehr seltenen Fällen sogar zum sogenannten Kretinismus .

Die beiden wichtigsten Schilddrüsenhormone sind Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4, kurz Thyroxin gennant). Beide bestehen zu einem Großteil aus Jod: T3 enthält drei (griech. tri(- = 3) Jodmoleküle und T4 dementsprechend vier (griech. tetra- = 4).

In der Schwangerschaft scheidet die Schwangere vermehrt Jod mit dem Urin aus, sodass hierdurch ein Jodmangel entstehen kann. Außerdem beginnt die Schilddrüse des Kindes bereits in der 14. Schwangerschaftswoche (SSW) zu arbeiten. Schon zwei bis vier Wochen vorher, also zwischen der 10. SSW und der 12. SSW, speichert der Körper des Kindes für diesen Zweck Jod.

In der Stillzeit wird das Neugeborene über die Muttermilch mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt – also auch mit Jod. Daher sollten Sie auch in dieser Zeit darauf achten, dass Sie ausreichend Jod (260 µg pro Tag) zu sich nehmen. Nur so können Sie sicher gehen, dass Ihr Kind genügend Jod für eine gesunde Entwicklung erhält.

Babys, die nicht gestillt, sondern mit einem Fläschchen ernährt werden, sind in der Regel ausreichend mit Jod versorgt, da das Spurenelement der Nahrung zugesetzt wird.

Empfohlene Jodzufuhr pro Tag

  • Säuglinge:
  • Kinder:
    • 1 bis 4 Jahre: 100 µg
    • ab 4 Jahren bis 7 Jahre: 120 µg
    • 7 bis 10 Jahre: 140 µg
    • ab 10 Jahren bis 13 Jahre: 180 µg
    • ab 13 Jahren bis 15 Jahre: 200 µg
  • Jugendliche und Erwachsene:
    • ab 15 Jahren bis 51 Jahre: 200 µg
    • ab 51 Jahren: 180 µg
  • Schwangere: 230 µg
  • Stillende: 260 µg