Fliegen in der Schwangerschaft

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (24. August 2016)

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Fliegen in der Schwangerschaft ist grundsätzlich kein Problem. Wenn Ihre Schwangerschaft normal verläuft und Sie einige Tipps beachten, können Sie sich guten Gewissens auch in der Schwangerschaft ins Flugzeug setzen.

Machen Sie sich jedoch klar, dass ein langer Flug mit einem Jetlag verbunden sein kann. Das kann zu Schlafstörungen führen, die wiederum einen Einfluss auf Ihr Wohlbefinden in der Schwangerschaft haben können. Auch Lärm, Vibrationen und die Beschleunigung beim Start können Stress auslösen.

Strahlenbelastung: Im Flugzeug ist die Strahlenbelastung höher als auf der Erde. Die Gefahr gesundheitlicher Schäden ist jedoch gering, auch für Schwangere – solange Sie kein Vielflieger sind und unter 120.000 Flugkilometern im Jahr bleiben.

Wenn Sie in der Schwangerschaft fliegen möchten, sollten Sie ein paar Punkte beachten, um die Reise möglichst komfortabel zu gestalten.

1) Sprechen Sie vor der Flugreise mit Ihrem Frauenarzt. Er kann Sie beraten, wie Sie das Fliegen in der Schwangerschaft möglichst risikofrei gestalten. Er kann Ihnen auch sagen, ob es Gründe gibt, die dagegen sprechen, dass Sie schwanger fliegen. Mögliche Gründe, die gegen das Fliegen in der Schwangerschaft sprechen, sind:

2) Wählen Sie für Ihre Reise einen Zeitpunkt zwischen der 14. SSW und der 28. SSW. In dieser Zeit ist das Fliegen in der Schwangerschaft am sichersten und Sie fühlen sich wohler als später – bei vielen Frauen nehmen im 3. Trimester die Schwangerschaftsbeschwerden zu und der wachsende Bauch ist zunehmend im Weg. Außerdem verlangen einige Fluggesellschaften schon ab der 32. SSW ein ärztliches Attest, bevor Sie Schwangere an Bord lassen. Die meisten Fluggesellschaften befördern Schwangere etwa ab der 36. SSW gar nicht mehr, beziehungsweise in seltenen Fällen nur mit einer ärztlichen Ausnahmegenehmigung. Fragen Sie sicherheitshalber bei der von Ihnen gewählten Fluggesellschaft nach – und vergessen Sie dabei nicht den Rückflug!

3) Senken Sie aktiv Ihr Thrombose-Risiko! Das lange, eingeengte Sitzen (besonders bei Flugreisen, die länger als sechs Stunden dauern) erhöht besonders bei Schwangeren das Risiko, eine Thrombose zu entwickeln. Bewegen Sie daher möglichst oft die Füße und Beine:

  • Stehen Sie auf, wenn es möglich ist.
  • Gehen Sie im Gang auf und ab.
  • Machen Sie Fußgymnastik: Ziehen Sie im Wechsel die Zehen und und strecken sie von sich und lassen Sie die Füße mal im, mal gegen den Uhrzeigersinn kreisen.
  • Tragen Sie Kompressionsstrümpfe (diese kann Ihnen Ihr Frauenarzt vor der Reise verschreiben).
  • Wenn möglich, legen Sie die Beine hoch.
  • Trinken Sie bewusst viel – durch die niedrige Luftfeuchtigkeit in der Flugzeugkabine kommt es schnell zu einem Flüssigkeitsmangel. Viel trinken tut daher Ihnen und Ihrem Baby gut und senkt zudem das Thrombose-Risiko.

4) Wenn Sie unter Morgenübelkeit oder Reiseübelkeit leiden, fliegen Sie, wenn möglich, über Nacht. Das kann die Übelkeit vermindern.

5) Legen Sie auf jeden Fall, wie alle anderen Flugreisenden, den Gurt an – aber schließen Sie ihn unter dem Bauch, nicht darüber.

6) Nehmen Sie vor und während der Reise leichte, kleine Mahlzeiten zu sich, da schwangerschaftsbedingtes Sodbrennen beim Flug zunehmen kann.

Sicherheitscheck am Flughafen: Keine Sorge beim Sicherheitscheck! In Deutschland sind zum Sicherheitscheck nur für die Schwangerschaft unbedenkliche Metalldetektoren zugelassen, keine Geräte mit Röntgenstrahlung. Auch die in einigen Ländern teilweise eingesetzten sogenannten Backscatter (Rückstreuungs-Personenscanner, oft auch Nacktscanner genannt) sind für Schwangere unbedenklich. Zwar wird bei diesen Geräten eine bestimmte Strahlendosis freigesetzt – diese ist jedoch wesentlich geringer als die (auch unbedenkliche) Strahlenbelastung während des eigentlichen Fluges.