Anzeige

Anzeige

Sterbeprozess – wenn das Leben zu Ende geht

Veröffentlicht von: Silke Wesemann (29. August 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Über das Sterben denken die meisten Menschen nicht gern nach. Kein Wunder – denn wie sich der Tod anfühlt, ob es danach weitergeht und wenn ja, wie, darüber kann niemand berichten. Wie der Sterbeprozess im Körper abläuft ist dagegen medizinisch erklärbar.

Auch wenn Sterben für viele gleich Tod bedeutet, ist der Sterbeprozess genau genommen auch Teil des Lebens: Er beginnt in der letzten Lebensphase und ist der Übergang vom Leben in den Tod. Die Sterbephase bezeichnet man auch als Agonie.

Da Menschen in der Regel nicht schlagartig sterben, sondern der Übergang vom Leben in den Tod fließend ist, spricht man vom Sterbeprozess. Der Sterbeprozess ist ein Prozess des Abschieds, des Ablösens und Wandels: Der Sterbende löst sich von Körperteilen, Körperfunktionen, Lebensaktivitäten und von seinen Mitmenschen. Die Zellen des Körpers sterben nach und nach ab, womit sich auch die sterblichen Überreste verändern. Zu welchem Zeitpunkt der Prozess des Sterbens genau einsetzt, ist schwer zu definieren.

Genau genommen befindet sich der Körper ein Leben lang im Sterbeprozess: Mit dem Älterwerden sterben stetig Zellen ab. Dies ist ein ganz normaler Vorgang, von dem allerdings nur bestimmte Zellen betroffen sind, wie zum Beispiel Hautzellen, Nervenzellen oder Blutzellen. Zwar erneuern sich diese Zellen durch Zellteilung ständig, sodass immer wieder neue Körperzellen entstehen. Mit zunehmendem Alter läuft dieser Prozess jedoch immer langsamer ab und stellt sich irgendwann komplett ein.

Aus medizinischer Sicht beginnt der Sterbeprozess dann, wenn Erkrankungen, Behinderungen und Pflegebedürftigkeit soweit fortgeschritten sind, dass sie durch medizinische Behandlungen nicht mehr aufgehalten werden können. Ein Mensch wird in der Medizin dann als tot bezeichnet, wenn Atmungs-, Kreislauf- und Zentralnervensystem unwiederbringlich ihre Funktion eingestellt haben.

Der Tod kann sehr abrupt eintreten, zum Beispiel bei massiven Körperverletzungen, die zum Tode führen, wie es beispielsweise bei unvorhergesehenen Unfällen vorkommt oder wie es als Folge eines akuten Herzinfarkts passieren kann. Dann verläuft der Sterbeprozess unter Umständen sehr viel schneller als wenn jemand aufgrund langer Krankheit verstirbt. Auch im hohen Alter kann der Tod plötzlich und ohne vorangehende offensichtliche Erkrankung eintreten und der Sterbeprozess schnell ablaufen.

Man sieht eine ältere Frau im Bett und eine Krankenschwester. © Jupiterimages/iStockphoto

Der Tod kann abrupt oder erst nach langer Krankheit eintreten.

Wenn eine lebensverkürzende Erkrankung vorliegt, durchlaufen Betroffene jedoch oft verschiedene Phasen, bevor sie aus dem Leben gehen: Zunächst sind viele trotz fortschreitender Erkrankung selbstständig und führen nach wie vor ein selbstbestimmtes Leben. Irgendwann nehmen jedoch die körperlichen Einschränkungen trotz Pflege und Behandlungen so stark zu, dass sie den Betroffenen immer mehr in seinem Alltag einschränken. Letztendlich nehmen die Körperfunktionen so weit ab, dass der Kranke immer schwächer wird und schließlich der Tod eintritt.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin unterteilt die letzten Phasen vor dem Tod bei lebensverkürzenden Erkrankungen wie folgt:

  • Rehabilitationsphase: Obwohl die Erkrankung fortschreitet und der Kranke pflegebedürftig ist, wird seine Selbstständigkeit und selbstbestimmte Lebensführung weitgehend aufrechterhalten. Diese Phase bezieht sich auf die letzten Monate, selten Jahre, vor dem Tod.
  • Terminalphase: Therapie und Pflege können Einschränkungen durch die Krankheit nicht aufhalten, die Symptome häufen sich, der Kranke wird schwächer und seine Aktivität nimmt ab. Diese Phase kann Monate bis Wochen vor dem Tod eintreten.
  • (Prä-)Finalphase: Die Körperfunktionen lassen immer weiter nach, bis schließlich der Tod eintritt. Diese Phase beschreibt den eigentlichen Sterbeprozess – sie tritt in den letzten Tagen bis Stunden vor dem Tod ein.


Anzeige