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Vitamin B1 (Thiamin)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. November 2015)

© Jupiterimages/PhotoDisc

Vitamin B1 (Thiamin) gehört zum Vitamin-B-Komplex und kommt sowohl in tierischen wie auch in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Sie müssen es regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen, da der Körper Thiamin nur in geringer Menge speichern kann. Schweinefleisch und Vollkorn sind gute Quellen für Vitamin B1.

In Deutschland ist die Versorgung mit Thiamin gut: Ein ausgeprägter Mangel an dem wasserlöslichen Vitamin ist eher selten, tritt aber bei chronischem Alkoholmissbrauch öfter auf. Berühmt wurde Vitamin-B1, als die Mangelerkrankung "Beriberi" erstmals auftrat. Sie entstand, nachdem Reis vor dem Verzehr poliert wurde. Die Folge: Durch die Bearbeitung wurde die vitaminreiche Schale entfernt – besonders in Regionen wie Japan und Ostasien trat Beriberi sehr häufig auf; dort zählt Reis zu den Hauptnahrungsmitteln.

In Mitteleuropa hingegen tauchte Beriberi auf, als Mehl so fein gemahlen wurde, dass der vitaminreiche Weizenkeim verschwand und Menschen über das Brot kein Thiamin mehr aufnehmen konnten. Heutzutage leiden noch viele Menschen in Ländern der Dritten Welt unter Beriberi.

Der menschliche Körper ist auf eine ständige Zufuhr von Vitamin B1 (Thiamin) angewiesen.

  • Für Erwachsene und ältere Jugendliche (15-17 Jahre) wird eine Tagesaufnahme von 1,0 bis 1,3 Milligramm Vitamin B1 für Männer und circa 1,0 Milligramm für Frauen empfohlen.
  • Schwangere sollten 1,2 Milligramm,
  • stillende Frauen 1,4 Milligramm B1 pro Tag aufnehmen.
  • Jugendliche im Alter von 13-14 haben einen Bedarf von 1,1 (Mädchen) bzw. 1,4 Milligramm (Jungen) pro Tag

Der Bedarf hängt vom Energieverbrauch ab: Bei längerfristiger hoher körperlicher Belastung braucht der Körper mehr Thiamin. Der Körper speichert Vitamin B1 vor allem in der Muskulatur.

Durch einseitige Ernährung und Verzicht auf Vollkornprodukte kann sich ein Vitamin-B1-Mangel entwickeln. Menschen mit erhöhtem Bedarf an Vitamin B1 sollten nach Rücksprache mit einem Arzt die Tagesdosis an Thiamin erhöhen, etwa durch geeignete Lebensmittel oder Nahrungsergänzung.

Eine Überdosierung ist kaum möglich, da ein Zuviel an Vitamin B1 über die Nieren ausgeschieden wird.

Vitamin B1 spielt im Zucker- und Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle. Es hilft bestimmten Eiweißen (Enzymen) dabei, ihre Aufgaben zu erfüllen. Daher wird es auch als Koenzym bezeichnet. Thiamin trägt etwa dazu bei, dass der Körper Energie aus der Nahrung gewinnen kann.

Außerdem beeinflusst Vitamin B1 maßgeblich die Erregungsübertragung vom Nerv auf den Muskel. Darüber hinaus beteiligt es sich am Stoffwechsel verschiedener Botenstoffe (Neurotransmitter).


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