Anzeige

Anzeige

Silizium

Veröffentlicht von: Till von Bracht (27. Mai 2013)

© Jupiterimages/iStockphoto

Silizium (Silicium) kennen viele Menschen aus der Physik – zum Beispiel als Halbleiter oder als Bestandteil von Solarzellen. Dabei lässt sich Silizium auch im menschlichen Körper nachweisen. Über die genaue Funktion von Silizium im Körper weiß man bislang allerdings nicht viel.

Viele Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln setzen auf die vermeintlich positiven Wirkungen von Silizium. So soll Silizium zum Beispiel die Haut straffen oder das Bindegewebe stärken – wissenschaftlich belegt ist dies jedoch noch nicht.

Für die Industrie ist Silizium ungeheuer wichtig: Es ist ein Hauptbestandteil von vielen Mineralien, Glas, Porzellan, Silikon und Computerchips.

Im menschlichen Körper befinden sich schätzungsweise 1 bis 2 Gramm Silizium – demnach ist es nach Eisen und Zink das dritthäufigste Spurenelement im Organismus. Dort trägt es vermutlich zum Aufbau von Knochen, Knorpel und Bindegewebe bei.

Silizium ist das zweithäufigste Element auf der Erdoberfläche – nur Sauerstoff kommt noch häufiger vor. Dabei existiert Silizium in der Natur nie in seiner reinen Form, sondern umgibt sich immer mit zwei oder vier Sauerstoffatomen.

Wenn sich zwei Sauerstoffatome an Silizium binden, entsteht Siliziumdioxid – oder besser bekannt als Quarz. Diese Verbindung stellt die Grundsubstanz für die Produktion von Glas, Porzellan und Computerchips dar.

Silizium ist nicht nur Bestandteil vieler verschiedener Gesteine und Mineralien: Zahlreiche Obst- und Gemüsesorten enthalten ebenfalls Silizium. Nahrungsmittel tierischer Herkunft weisen nur geringe Mengen Silizium auf.

Auch Bier hat einen relativ hohen Siliziumgehalt. Experten vermuten, dass ein gesunder Erwachsener mehr als 50 Prozent seines täglichen Bedarfs an Silizium über Wasser, Kaffee und Bier deckt. Dies könnte unter anderem daran liegen, dass der Körper gelöstes Silizium wahrscheinlich besser aufnehmen kann als feste Siliziumverbindungen.

Am meisten Silizium steckt in (Angaben pro 100 Gramm):

  • Haferkleie (23 mg)
  • Datteln (16 mg)
  • Haferflocken (11 mg)
  • Weizenkleie (11 mg)
  • Bohnen (10 mg)
  • Sultaninen (9 mg)
  • Vollkornbrot (5 mg)
  • Spinat (5 mg)
  • Bier (2 mg)

Ob Silizium für den Menschen lebensnotwendig (essenziell) ist oder nicht, konnte bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Wegen der unsicheren Datenlage gibt es bislang keine offizielle Empfehlung für den täglichen Bedarf an Silizium – Experten schätzen ihn auf 10 bis 40 Milligramm.

Über die Nahrung nimmt man in der Regel ausreichend Silizium zu sich: Spezielle Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel Kieselerde oder Ackerschachtelhalm sind hierfür nicht notwendig.

Auf einen Blick:

  • Silizium ist das zweithäufigste Element auf der Erdoberfläche – ungefähr ein Viertel aller bekannten Minerale enthalten Silizium.
  • Silizum gehört zu den Spurenelementen – nach Eisen und Zink ist es das dritthäufigste Spurenelement im menschlichen Körper.
  • Über die genaue Funktion von Silizium im Körper weiß man bislang nicht viel. Möglicherweise ist es für den Menschen nicht lebensnotwendig.
  • Im Tierversuch konnte man feststellen, dass Silizium möglicherweise am Aufbau von Knochen und Bindegewebe beteiligt ist.
  • Pflanzliche Nahrungsmittel wie Hirse und Gerste haben einen höheren Siliziumgehalt als tierische.
  • Spezielle Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel Kieselerde oder Ackerschachtelhalm sind nicht notwendig.

Silizium im Körper

Die eigentlichen Aufgaben von Silizium im Körper sind bisher nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Silizium den Aufbau von Bindegewebe, Knorpel und Knochen unterstützt. Darüber hinaus soll es die Stabilität und Elastizität der Arterienwände fördern.

Aufgrund von Ergebnissen aus Tierexperimenten mit Pferden, Hühnern und Ratten vermutet man, dass ein Siliziummangel die Knochendichte verringern kann. Die Forscher nehmen an, dass infolgedessen die Gefahr von Knochenbrüchen steigen kann – auch beim Menschen. Neuere Untersuchungen an Ratten konnten diese Ergebnisse jedoch nicht bestätigen.


Anzeige