Lithium

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (08. Mai 2013)

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Lithium gehört zu den Spurenelementen. Es gilt als nicht-essenziell und scheint für die normalen körperlichen Funktionen keine spezielle Wirkung zu haben. In hoher Dosierung haben Lithiumsalze jedoch eine medizinische Wirkung und kommen bei bestimmten Erkrankungen als Medikament zum Einsatz.

Lithium-haltige Medikamente setzt man zum Beispiel zur Therapie psychischer Erkrankungen wie der affektiven Störung beziehungsweise zur Vorbeugung von Schüben bei manisch-depressiven Patienten ein. Lithium ist als Medikament jedoch nur begrenzt einsetzbar, da es bei zu hohen Dosierungen rasch zu Vergiftungserscheinungen kommen kann.

Lithium ist im Gehirn an der Weiterleitung von Signalen der Nervenzellen beteiligt und beeinflusst die Ausschüttung verschiedener Neurotransmitter (Botenstoffe):

  • Es hemmt die Freisetzung von Katecholamin und
  • bewirkt einen Anstieg von Serotonin.

Der genaue Wirkungsmechanismus von Lithium ist allerdings bislang nicht vollständig geklärt.

Der tägliche Bedarf an Lithium ist nicht genau bekannt. Über die Nahrung nimmt man im Durchschnitt circa 0,8 mg Lithium pro Tag auf. Lithium kommt auch in Lebensmitteln nur in Spuren vor. Als gute Lithiumlieferanten gelten Fleisch, Milch und Milchprodukte.

Lithium ist ein silbrig-weißes Leichtmetall. Es zählt zu den Alkalimetallen sowie den sogenannten Begleitelementen, da es in der Natur nicht als elementares Metall vorkommt, sondern als immer nur als Begleitelement, so beispielsweise bei Natrium. In Erdrinde und Meerwasser findet man es nur in sehr geringer Konzentration (Erdrinde: 20 - 70 ppm, Meerwasser 0,1 - 0,2 ppm). Der Name "Lithium" leitet sich von dem griechischen Begriff für Stein (= lithos) ab. Erstmals entdeckt wurde es 1817 vom schwedischen Chemiker Johan August Arfvedson (1792-1841).