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Folsäure (Folat)

Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland (25. Juni 2013)

Allgemeines

Folsäure (Folat) ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Folsäure wirkt bei zahlreichen Stoffwechselvorgängen mit, hilft Zellen zum Beispiel dabei, sich zu teilen. Viel Folsäure enthalten praktisch alle Blattgemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Zitrusfrüchte und Innereien. In Fisch findet sich nur wenig Folsäure. Der Großteil der Bevölkerung in Deutschland nimmt mit der Nahrung zu wenig Folsäure auf.

Der Mensch muss Folsäure fortlaufend über die Nahrung in ausreichender Menge zuführen; Fachleute empfehlen eine Dosis von 300 Mikrogramm (µg) Folsäure (genauer: Folat-Äquivalente) pro Tag. Als Folat bezeichnet man die natürlichen Folsäureverbindungen, die in Lebensmitteln vorkommen, "Folsäure" steht strenggenommen nur für synthetische Folsäure. In diesem Artikel steht "Folsäure" sowohl für das natürliche Folat als auch für die künstliche Folsäure.

Brot und Getreide

Getreideprodukte enthalten viel Folsäure.

Folsäure gelangt über die Schleimhaut des Dünndarms in das Blut und zu den Organen. Der Körper kann nur sehr geringe Mengen Folsäure speichern, den Großteil davon in der Leber. Falls die Zufuhr stoppt, reicht der Vorrat für etwa zwei bis vier Monate aus.

In Deutschland nehmen mindestens vier von fünf Personen zu wenig Folsäure zu sich. Es ist zwar grundsätzlich möglich, sich über die Nahrung ausreichend mit Folsäure zu versorgen – die meisten Menschen essen aber nicht ausreichend Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte, um auf den Wert zu kommen.

Neben falscher Ernährung kommen unter anderem chronische Erkrankungen und Alkoholismus als Ursache für eine mangelnde Versorgung mit Folsäure in Betracht. Ebenfalls problematisch: Wenn Lebensmittel wie Gemüse zu lange gekocht oder gelagert werden, sinkt ihr Folsäuregehalt. Wer zu wenig natürliche Folsäure, also Folat, verzehrt, kann seinen Bedarf mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln decken. Künstlich hergestellte Folsäure gibt es zum Beispiel in Form von Folsäuretabletten.

Für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere spielt Folsäure eine besonders wichtige Rolle: Nimmt die Schwangere ausreichend Folsäure zu sich, kann sie bestimmten Entwicklungsstörungen am Nervensystem des Kindes vorbeugen: den Neuralrohrdefekten. Sie führen zu schweren Schäden an der Wirbelsäule und am Rückenmark des Kindes. Umgangssprachlich nennt man den häufigsten Neuralrohrdefekt "offener Rücken" (Spina bifida).

Wer sich ein Kind wünscht oder potentiell schwanger werden könnte und nicht verhütet, sollte ebenso wie Frauen im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten zusätzlich zu einer folatreichen Nahrung Folsäurepräparate mit einer Tagesdosis von 400 Mikrogramm Folat-Äquivalenten einnehmen.

Folsäure wirkt bei der Bildung von Blutkörperchen und Schleimhautzellen mit. Außerdem hilft sie dabei, die Erbsubstanzen DNA und RNA aufzubauen. Zudem beteiligt sich Folsäure am Abbau der Aminosäure Homocystein, welche für das Herz-Kreislauf-System schädlich sein kann.

Zusammengefasst beeinflusst Folsäure folgende Vorgänge im Körper:

  • Zellteilung und Zellentwicklung
  • Bildung der DNA
  • Blutbildung
  • Eiweißstoffwechsel
  • Fettstoffwechsel

Im Falle einer Unterversorgung entwickeln sich Symptome eines Folsäuremangels. Hierzu zählen beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden.

Der Name Folsäure stammt vom lateinischen Begriff folium (= Blatt). Er wurde in Anlehnung an die Spinatblätter, aus denen dieses Vitamin erstmals isoliert wurde, ausgewählt.

Bitte geben Sie uns ein paar Informationen zu Ihrer Person, damit wir Ihren täglichen Kalorienbedarf berechnen können.

In volle Jahren z.B. 28

In kg z.B. 60







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