Steckbrief: Masern

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (09. März 2017)

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Masern zählen zu den Kinderkrankheiten. Dabei verbinden viele Menschen mit dem Begriff "Kinderkrankheit" eine harmlose Erkrankung, die jedes Kind durchmachen sollte, um das Immunsystem zu stärken. Diese Annahme ist jedoch falsch.

Kinderkrankheiten werden lediglich als solche bezeichnet, weil das Risiko, sich in jungen Jahren zu infizieren, sehr hoch ist – nicht weil sie harmlos wären. Vielen Menschen ist nicht klar, dass die Masern einen schweren Verlauf haben können, oft zahlreiche Komplikationen mit sich bringen und auch nach Jahren noch Spätfolgen nach sich ziehen können.

Im Steckbrief finden Sie daher einen Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten zur Kinderkrankheit Masern.

Wie ist die Inkubationszeit bei Masern?

Von der Infektion bis zu ersten Symptomen vergehen acht bis zehn Tage.

Sind Masern ansteckend?

Ja, Masern sind hochansteckend! Ein kurzer Kontakt zu jemandem, der infiziert ist, genügt.

Wie steckt man sich mit Masern an?

Per Tröpfcheninfektion: beim Husten, Niesen, sogar beim Sprechen. Das Virus gelangt über die Schleimhäute der Atemwege und die Bindehaut des Auges in den Körper.

Welche Symptome können auftreten?

Typische Symptome für das Vorläuferstadium (dauert etwa 3-4 Tage):

Typische Symptome für das Hauptstadium:

  • starker Fieberanstieg
  • Symptome des Vorläuferstadiums werden stärker
  • dunkelroter, großfleckiger, unregelmäßig begrenzter Hautausschlag (ab den Ohren, dann über Gesicht, Hals und weiter über den ganzen Körper)

Welche Probleme können auftreten?

Bei Masern können verschiedene Komplikationen auftreten, sowohl durch die Viren selbst als auch durch zusätzliche bakterielle Infektionen.

Komplikationen durch die Viren können sein:

  • Bronchitis
  • Lungenentzündung
  • Masernenzephalitis (Gehirnentzündung)
  • subakute sklerosierende Panenzephalitis (äußerst seltene, aber tödliche Komplikation, die sechs bis acht Jahre nach der Infektion auftreten kann)

Komplikationen durch Bakterien können sein:

Kann ich mein Kind vor Masern schützen?

Ja, und das sollten Sie, wenn möglich, auch tun: Ab einem Alter von elf Monaten können Sie Ihr Kind gegen Masern impfen lassen.
Aber auch Erwachsene sollten sich impfen lassen, wenn sie nach 1970 geboren wurden und bisher nicht geimpft sind.

Wenn eine Impfung für Sie oder Kind nicht infrage kommt, z.B. aus gesundheitlichen Gründen, sollten Sie unbedingt jeden Kontakt zu Personen vermeiden, die mit Masern infiziert sind.

Verzichten Sie auf sogenannte "Masernpartys" – verhindern Sie die Erkrankung durch die rechtzeitige Impfung!

Wird man gegen Masern immun?

Ja. Wer einmal eine Masernerkrankung durchgemacht hat oder vollständig gegen Masern geimpft wurde, ist lebenslang immun gegen die Viren.

Welche Medikamente sind bei Masern nötig?

Da Masern durch Viren verursacht werden, gibt es kein Medikament, das die Krankheit bekämpfen kann. Man kann lediglich die Beschwerden lindern, etwa mithilfe von Medikamenten gegen Fieber, Husten und Schmerzen.

Kommt es zu Komplikationen wie bakteriellen Infektionen, werden gewöhnlich Antibiotika verabreicht.

Wie kann ich meinem Kind durch die Krankheit helfen?

Informieren Sie den Arzt, wenn Sie Masern bei Ihrem Kind vermuten. Eine Impfung ist noch bis zu vier Tage nach einer Ansteckung möglich – so kann der Ausbruch verhindert werden!

Außerdem sollten Sie bei folgenden Symptomen zum Arzt gehen:

Zu Hause:

  • viel ausruhen
  • kein Kontakt zu anderen Personen, die nicht geimpft sind
  • Raum abdunkeln (viele Kinder sind bei Masern lichtempfindlich)
  • besonders nachts möglichst feuchte und kühle Luft, um den Husten zu lindern

Wann darf mein Kind wieder in den Kindergarten / die Schule?

Schicken Sie Ihr Kind erst ein bis zwei Wochen nach den Masern wieder in den Kindergarten oder in die Schule – bis dahin sollte es sich wieder erholt haben. Bis zum Abklingen der Symptome besteht eine hohe Ansteckungsgefahr.

Was ist sonst noch wichtig?

Informieren Sie den Kindergarten oder die Schule, wenn Ihr Kind die Masern hat. Dann kann die Einrichtung andere Eltern darüber informieren, sodass diese bei entsprechenden Symptomen schnell reagieren können.

Linktipps:

Eine Welt ohne Masern

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 8.3.2017)

Impfquoten der Rotavirus-, Masern-, HPV- und Influenza-Impfung in Deutschland. Epidemiologisches Bulletin. Robert Koch-Institut (RKI) (Stand: 5.1.2017)

Online-Informationen des Ärzteblatts: www.aerzteblatt.de (Stand: 5.1.2017)

Kinder- und Jugendärzte: "Masernproblem muss endlich gelöst werden! Wir brauchen die Impfpflicht!" Online-Informationen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V.: www.kinderaerzte-im-netz.de (Stand: 22.11.2016)

Stand: 9. März 2017


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