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Metastasen: Wenn Krebs sich ausbreitet

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (03. November 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Metastasen sind ein Zeichen dafür, dass eine Krebserkrankung fortgeschritten ist. Liegen Metastasen vor, bedeutet dies, dass sich Krebszellen vom Ursprungstumor gelöst und Tochtergeschwülste gebildet haben.

Bis auf bestimmte Zellarten, die im Körper zirkulieren – etwa Blutzellen –, verbleiben gesunde Zellen normalerweise an einem Ort. Das heißt zum Beispiel: Eine gesunde Leberzelle kann nicht in ein anderes Organ wandern und sich dort vermehren.

Krebszellen unterscheiden sich jedoch von gesunden Zellen. Einige Krebszellen sind etwa in der Lage, in benachbarte Gewebe einzuwachsen. Oder aber sie lösen sich vom ursprünglichen Tumor und gehen "auf Wanderschaft", um woanders Metastasen zu bilden.

Ein Beispiel: Einzelne Zellen, die zu einem Tumor in der Lunge gehören, können über die Blutbahn in das Gehirn wandern und dort Metastasen (griech. metastasis = Absiedlung, Wanderung) entwickeln. Metastasen sind also "Ableger" eines bösartigen Tumors. An ihrem neuen Standort breiten sich die Krebszellen weiter aus und zerstören dort ebenfalls gesundes Gewebe.

Eine Metastase wird manchmal auch als Filia (Mehrzahl: Filiae) bezeichnet. Das Wort Filia kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Tochter“. Die Ausbreitung von Krebszellen im Körper nennt man Metastasierung.

Bösartige Tumorzellen können sich auf unterschiedlichen Wegen im Körper verteilen und weit entfernt vom Ursprungstumor zu Metastasen führen. In der Regel verbreiten sich die Tumorzellen

  • über ein Blutgefäß (sog. hämatogene Metastase) oder
  • über ein Lymphgefäß (sog. lymphogene Metastase)

Es kann vorkommen, dass sich Krebszellen zunächst in nahegelegenen Lymphknoten ansiedeln und von dort aus weiter in die Blutbahn gelangen und Fernmetastasen bilden. In anderen Fällen wiederum streuen die Krebszellen nicht in das Lymphsystem, sondern dringen direkt in die Wand eines Blutgefäßes ein, das sie umgibt – sie geraten also in den Blutkreislauf. Die Krebszellen werden mit dem Blutfluss davongetragen und durchdringen an einer vom Ursprungstumor entfernen Körperstelle erneut die Blutgefäßwand. So können sie in anderen Organen Metastasen bilden.

Metastasenbildung am Beispiel von schwarzem Hautkrebs: Einzelne Krebszellen lösen sich vom Ursprungstumor und können so in andere Körperbereiche streuen. © iStock

Metastasenbildung am Beispiel von schwarzem Hautkrebs: Einzelne Krebszellen lösen sich vom Ursprungstumor und können so in andere Körperbereiche streuen.

Seltener können Krebszellen in Körperhöhlen wie etwa die Bauch- oder Brusthöhle einbrechen (sog. kavitäre Metastase) und sich dort verbreiten. Bei einem Tumor im Bauchraum kann der Krebs so beispielsweise das Bauchfell befallen.

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Ärzte unterscheiden Metastasen zudem nach ihrem Entstehungsort:

  • Lokale Metastasen nennt man Tochtergeschwülste, die sich in unmittelbarer Nähe zum Ursprungstumor befinden.
  • Regionäre bzw. regionale Metastasen befinden sich in den Lymphknoten in unmittelbarer Umgebung des Ursprungstumors (Primärtumor). Sie können entstehen, wenn Krebszellen innerhalb des Gewebes, in dem sie entstanden sind, in ein Lymphgefäß streuen. Man spricht auch von Lymphknotenmetastasen.
  • Fernmetastasen liegen vor, wenn sich Tochtergeschwülste nicht in direkter Nähe zum Primärtumor befinden.

Fernmetastasen entstehen, wenn sich Krebszellen vom Ursprungstumor lösen und an einem entfernen Ort neues Tumorgewebe bilden. Ein Beispiel: Zellen von einem Darmkrebstumor können über die Blutbahn oder über die Lymphbahn in die Leber gelangen und dort eine Lebermetastase bilden.

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