Listeria monocytogenes

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Juni 2014)

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Listeria monocytogenes ist eine Bakterienart aus der Gattung der Listerien. Es sind sieben Listerien-Arten bekannt, aber nur Listeria monocytogenes ist für den Menschen als Krankheitserreger bedeutsam. Nur sehr seltenen stecken Listeria ivanovii und Listeria seeligeri hinter einer Listerien-Erkrankung (sog. Listeriose).

Neben ihrer feinen, stäbchenförmigen Gestalt ist für Listerien charakteristisch, dass sie sich bei 20 Grad Celsius noch bewegen können, bei 37 Grad Celsius allerdings nicht mehr. Listeria monocytogenes ist – ebenso wie die restlichen Listerien – weltweit verbreitet und kommt überall in der Umwelt vor:

  • in der Erde
  • auf Pflanzen
  • in Abwässern
  • im landwirtschaftlichen Bereich, vor allem in Tierfutter und verdorbener Silage
  • in Tieren
  • in Lebensmitteln, vor allem in Milch und Milchprodukten sowie rohem Fleisch, Wurst, Fisch, Salat oder Pilzen

Selbst bei zehn Prozent der gesunden Menschen findet sich das Bakterium Listeria monocytogenes im Darm.

Listeria monocytogenes ist ein sehr widerstandsfähiges Bakterium. In trockener Umgebung (Stroh, Heu oder Silofutter) und in Milch überleben Listerien wochen- oder monatelang. Die Bakterien vermehren sich bei Temperaturen zwischen -0,4 Grad Celsius und +45 Grad Celsius. Deshalb hält die Aufbewahrung von Lebensmitteln im Kühlschrank Listerien nicht vom Wachstum ab.

Zudem ist Listeria monocytogenes relativ stabil gegen Säure und übersteht den Weg durch den Magen – besonders leicht bei Kindern und älteren Menschen oder solchen mit einem geschwächten Immunsystem. Die Erreger können auf verschiedenen Wegen in den Körper gelangen:

  • über kontaminierte Lebensmittel, zum Beispiel Weichkäse aus nicht pasteurisierter Milch
  • bei engem Kontakt mit Haustieren über die Haut oder die Augenbindehaut (Konjunktiva)
  • durch Kontakt mit Wasser oder Erde, die mit Ausscheidungen von Tieren verunreinigt sind
  • während der Schwangerschaft über die Plazenta
  • während der Geburt

Zu einer Infektion kommt es meist erst, wenn man sehr große Mengen an Listeria monocytogenes aufgenommen hat (eine Million bis eine Milliarde Bakterien): Dann kann sich eine Listeriose entwickeln. Symptome einer Erkrankung bleiben bei den meisten Infektionen mit Listerien aber aus. Besteht der Verdacht auf eine bakterielle Erkrankung durch Listerien, kann nur eine Erregerkultur die Infektion mit Listeria monocytogenes nachweisen.