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Zähneknirschen (Bruxismus)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (08. Juni 2015)

© iStock

Beim Zähneknirschen (Bruxismus) pressen oder reiben die Betroffenen die Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer unbewusst aufeinander, sodass Schäden an der Zahnsubstanz entstehen können. Zähneknirschen kann in jeder Altersstufe auftreten und ist häufig ein Zeichen psychischer Anspannung. Die meisten Menschen knirschen typischerweise nachts mit den Zähnen.

Zähneknirschen und Zähnepressen zählen zu den sogenannten Parafunktionen. Darunter versteht man Aktivitäten des Kausystems, die keinem zweckgemäßen Gebrauch, wie zum Beispiel dem Zerkleinern der Nahrung, dienen. Häufig bemerken die Betroffenen das Zähneknirschen oder Zähnepressen gar nicht, da dieser Prozess meist unbewusst abläuft. Bruxismus tritt in allen Altersgruppen auf – selbst bei kleine Kindern kann Zähneknirschen vorkommen.

Zähneknirschen kann zwar hin und wieder auch tagsüber vorkommen, findet jedoch hauptsächlich während des Schlafs statt. Nachts tritt Bruxismus vor allem in bestimmten Schlafstadien auf: den sogenannten REM-Phasen. Beim Zähneknirschen presst oder reibt der Betroffene die Zahnreihen mit einer viel stärkeren Kraft aufeinander als beim normalen Kauen nötig ist.

Häufig ist Zähneknirschen ein Anzeichen für psychische Anspannung und tritt daher vor allem in Phasen mit großer Stressbelastung auf. Hält das Zähneknirschen über einen längeren Zeitraum an, kann der starke Druck auf die Zahnsubstanz Schäden am Zahnschmelz und Zahnhalteapparat verursachen.

Unter den zum Teil immensen Kräften, die beim Bruxismus wirken, leiden nicht nur die Zähne, sondern auch die Kiefergelenke und Kaumuskeln. Aufgrund der starken Muskelaktivität während des Zähneknirschens sind Muskelverspannungen im Kopf-Hals-Bereich sowie als Folge Gesichts- und Kopfschmerzen möglich. In manchen Fällen können auch Ohrgeräusche (Tinnitus) die Folge von Bruxismus sein.

Bei Zähneknirschen kann eine Aufbissschiene aus weichem oder hartem Kunststoff die Zähne vor möglichen Schäden schützen und den beim Knirschen oder Pressen entstehenden Druck verteilen. Physiotherapeutische Übungen oder manuelle Therapie helfen dabei, die Kaumuskulatur zu lockern.

Zahnärztlichen Maßnahmen wie eine Aufbissschiene bekämpfen jedoch nur das Symptom Zähneknirschen, nicht aber die Ursachen. Tritt Bruxismus infolge von Stress auf, so können Entspannungsverfahren helfen, etwa autogenes Training oder progressive Muskelentspannung . In Einzelfällen kann bei starkem und langanhaltendem Zähneknirschen auch eine Psychotherapie ratsam sein.

Da dauerhaftes Zähneknirschen im schlimmsten Fall zu Kieferfehlstellungen und Zahnverlust führen kann, ist es wichtig, frühzeitig einen Zahnarzt aufzusuchen, um Folgeschäden an der Zahnsubstanz und weiteren Beschwerden im Kopf-Hals-Bereich vorzubeugen.


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