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Zähneknirschen (Bruxismus)ForumZahnmedizin
Forenexperte: Dr. med. dent. Peter Schmitz-Hüser
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Zähneknirschen (Bruxismus)Stand: 29. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Zähneknirschen und Zähnepressen – der medizinische Fachbegriff dafür lautet Bruxismus – zählen zu den sogenannten Parafunktionen. Darunter versteht man Aktivitäten des Kausystems, die keinem "funktionellen Zweck" wie zum Beispiel dem Zerkleinern der Nahrung dienen. Beim Zähneknirschen und Zähnepressen ist die Kaumuskulatur überaktiv. Dies kann bereits bei kleinen Kindern auftreten. Meist bemerken die Betroffenen ihr Knirschen oder Pressen gar nicht, da das Zähneknirschen bevorzugt im Schlaf auftritt. Zähneknirschen im Schlaf findet dann meist in bestimmten Schlafstadien (REM-Schlaf) statt. Bei besonders stark ausgeprägtem Zähneknirschen presst oder knirscht der Betroffene dabei bis zu 45 Minuten am Stück und mit einer vielfach stärkeren Kraft – teilweise mehrere hundert Kilogramm – als beim normalen Kauen nötig ist. Zähneknirschen kann jedoch auch tagsüber geschehen. Hier kommt der Bruxismus in geistigen beziehungsweise seelischen Anspannungsphasen oder in extremen Konzentrationsphasen vor. Das außergewöhnlich lange, übermäßig starke und nicht den natürlichen Kaubewegungen entsprechende Aufeinanderpressen der Zähne hat nichts mit der Nahrungsaufnahme zu tun, sondern findet mit leerem Mund statt. Der Zahnhalteapparat und auch die Zahnhartsubstanz selbst können durch die Dauerbelastung des Bruxismus Schäden davon tragen. Unter den zum Teil immens großen Kräften, die beim Bruxismus wirken, leiden nicht nur die Kiefergelenke, sondern es werden auch die Kaumuskeln und die Zähne überlastet und geschädigt. Darüber hinaus sind Verspannungen im Kopf-Hals-Bereich sowie Gesichts- und Kopfschmerzen möglich. Verursacht wird das Zähneknirschen durch psychische Überlastungen oder störende Gleithindernisse bei Kaubewegungen. Therapeutisch können eine Schienentherapie oder ein Einschleifen der Zähne durch den Zahnarzt die Zähne schützen. Auch physiotherapeutische Übungen helfen, die Kaumuskulatur zu lockern. Dem psychischen Auslöser von Bruxismus selbst entgegenzuwirken, ist oft schwierig. Leidet der Betroffene an einer dauerhaften Stresssituation, so kann in ausgeprägten Fällen eine Psychotherapie ratsam sein. Denn leider entsprechen die zahnärztlichen Maßnahmen oft nur einer Vermeidung von Schäden und nicht einer Bekämpfung der Ursache. Wer zum Zähneknirschen neigt, sollte lernen, mit Stress umzugehen. Zur Stressbewältigung sind Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Tai Chi oder Yoga geeignet. Sie helfen, den Belastungen des Alltags gelassener zu begegnen und letztlich weniger mit den Zähnen zu knirschen. Weiterlesen: Zähneknirschen (Bruxismus): Definition Das könnte Sie auch interessieren
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