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Windpocken (Varizellen)

Veröffentlicht von: Silke Wesemann (25. Juni 2013)

Windpocken (Varizellen) zählen zu den sehr ansteckenden Viruskrankheiten, die vorwiegend durch Tröpfcheninfektionen übertragen werden. Typischerweise tritt bei Windpocken schubweise ein Hautausschlag am ganzen Körper auf. Am häufigsten sind Kinder im Kleinkindalter von Windpocken betroffen – Winter und Frühjahr gelten als klassische Windpockenzeit.

Der Erreger der Windpocken, das Varizella-Zoster-Virus (kurz: VZV), verbleibt nach der Infektion in einer Art "schlafendem" Zustand in Nervenendigungen des Körpers und kann nach vielen Jahren wieder aktiv werden. Dann löst das VZV jedoch keine Windpocken, sondern eine Gürtelrose (Herpes zoster, Zoster) aus.

Bei Windpocken kommt es neben allgemeinen Krankheitssymptomen zu einem flecken- und bläschenbildenden, heftig juckenden Ausschlag (Exanthem). Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Infektion und ersten Symptomen) beträgt üblicherweise zwei Wochen. Sind Windpocken einmal ausgebrochen, dauert es in der Regel zwei bis drei Wochen, bis die Bläschen abgeheilt sind. Varizellen zeigen bei Erwachsenen und bei Menschen mit einer Abwehrschwäche häufiger einen schwereren Krankheitsverlauf als bei Kindern und führen mitunter zu Komplikationen wie einer Lungen- oder Hirnhautentzündung.

Die Therapie der Windpocken erfolgt meist symptomatisch: Medikamente und Lotionen sollen den Juckreiz lindern. Die Verwendung von Salben birgt jedoch ein Risiko, da sie die erkrankte Haut relativ luftdicht abdecken und Folgeinfektionen durch Bakterien begünstigen. Die Varizellen-Bläschen dürfen nicht aufgekratzt werden, da auch das die Infektion mit Bakterien fördert. Kindern mit Windpocken sollte man daher die Fingernägel kurz schneiden.

Varizellen können Sie durch eine Windpocken-Impfung vorbeugen. Das für Impfempfehlungen zuständige Robert Koch-Institut in Berlin (STIKO) rät zur Windpocken-Impfung als zweistufige Standardimpfung, die in der Regel während des ersten und zweiten Lebensjahres erfolgen sollte. Neben dieser sogenannten aktiven Impfung besteht auch die Möglichkeit, dass der Arzt Antikörper gegen das VZV verabreicht, falls Kontakt zu einem Erkrankten bestand (sog. passive Impfung, Immunprophylaxe oder postexpositionelle Gabe).

Die Ansteckungsgefahr bei Windpocken besteht bereits 1 bis 2 Tage, bevor der typische Hautausschlag auftritt und hält so lange an, bis die Bläschen vollständig abgeheilt sind.

Windpocken: Video






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