Anzeige

Anzeige

Windpocken (Varizellen)

Veröffentlicht von: Silke Wesemann (05. Oktober 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Windpocken (Varizellen) zählen zu den sehr ansteckenden Viruskrankheiten, die vorwiegend durch Tröpfcheninfektionen übertragen werden. Typischerweise tritt bei Windpocken schubweise ein Hautausschlag am ganzen Körper auf. Am häufigsten sind Kinder im Kleinkindalter von Windpocken betroffen – Winter und Frühjahr gelten als klassische Windpockenzeit.

Bei Windpocken kommt es neben allgemeinen Krankheitssymptomen zu einem flecken- und bläschenbildenden, heftig juckenden Ausschlag (Exanthem). Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Infektion und ersten Symptomen) beträgt üblicherweise zwei Wochen. Sind Windpocken einmal ausgebrochen, dauert es in der Regel etwa 10 Tage, bis die Bläschen abgeheilt und somit nicht mehr ansteckend sind. Varizellen zeigen bei Erwachsenen und bei Menschen mit einer Abwehrschwäche häufiger einen schwereren Krankheitsverlauf als bei Kindern und führen mitunter zu Komplikationen wie einer Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung.

Die Behandlung der Windpocken erfolgt meist symptomatisch: Medikamente und Lotionen sollen den Juckreiz lindern. Die Varizellen-Bläschen dürfen nicht aufgekratzt werden, da auch das die Infektion mit Bakterien fördert. Kindern mit Windpocken sollte man daher die Fingernägel kurz schneiden.

Varizellen können Sie durch eine Windpocken-Impfung vorbeugen. Das für Impfempfehlungen zuständige Robert Koch-Institut in Berlin (STIKO) rät zur Windpocken-Impfung als zweistufige Standardimpfung, die in der Regel während des ersten und zweiten Lebensjahres erfolgen sollte. Neben dieser sogenannten aktiven Impfung besteht auch die Möglichkeit, dass der Arzt Antikörper gegen das VZV verabreicht, falls Kontakt zu einem Erkrankten bestand (sog. passive Impfung, Immunprophylaxe oder postexpositionelle Gabe).

Der Erreger der Windpocken, das Varizella-Zoster-Virus (kurz: VZV), verbleibt nach der Infektion in einer Art "schlafendem" Zustand in Nervenendigungen des Körpers und kann nach vielen Jahren wieder aktiv werden. Dann löst das VZV jedoch keine Windpocken, sondern eine Gürtelrose (Herpes zoster, Zoster) aus.

Sind Windpocken in der Schwangerschaft schädlich?

Erkrankt eine Frau in der Schwangerschaft an Windpocken, bildet in der Regel die mütterliche Immunabwehr Antikörper gegen die Viren – diese schützen auch das Kind, sodass Windpocken für das Ungeborene nicht schädlich sind.
Im ersten oder zweiten Schwangerschaftsdrittel kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass die Mutter die Erreger über die Blutbahn auf das Kind überträgt. Dann besteht für das Ungeborene das Risiko einer Fehlbildung oder Organstörung. Eine Imfpung gegen Windpocken während der Schwangerschaft kann nicht erfolgen – innerhlab der ersten vier Tage nach einer möglichen Ansteckung ist jedoch eine passive Immunisierung möglich. Dabei werden der Schwangeren speziell gegen das Virus gerichtete Antikörper verabreicht, um einen Ausbruch zu verhindern oder zumindest den Krankheitsverlauf abzuschwächen. Auch um den Geburtstermin herum sollte eine passive Immunisierung erfolgen, um das Neugeborene zu schützen.

Erfahren Sie in unserem Windpocken-Video, wie das Virus übertragen wird und wie man sich schützen kann!

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst

Anzeige