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Vorhofflimmern

Stand: 26. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die besonders bei älteren Menschen häufig auftritt: Rund zehn Prozent der über 80-Jährigen sind davon betroffen. Ein Vorhofflimmern ist selbst nicht unmittelbar lebensbedrohlich, kann aber zu schweren Folgeschäden führen.

Beim Vorhofflimmern zieht sich die Vorhofmuskulatur des Herzens aufgrund von kreisenden elektrischen Erregungen ungeordnet und schnell zusammen. Wegen dieser hohen Flimmerfrequenz erbringen die Vorhöfe keine Pumpleistung und tragen so nicht mehr zur Füllung der Herzkammern bei, weshalb das Schlagvolumen der Kammern um etwa 20 Prozent sinkt. Vorhofflimmern ist mit einer erhöhten Entstehungsrate von Blutgerinnseln in den Vorhöfen (Vorhofthromben) verbunden.

Als Ursache für ein Vorhofflimmern kommen verschiedene Erkrankungen infrage, beispielsweise die koronare Herzkrankheit, eine Vorhofvergrößerung, eine Herzklappenerkrankung oder Bluthochdruck (Hypertonie). Auch Alkoholmissbrauch kann einem Vorhofflimmern zugrunde liegen. In etwa jedem zehnten Fall lässt sich keine organische Ursache für die Herzrhythmusstörung feststellen (sog. idiopathisches Vorhofflimmern).

Bei Verdacht auf Herzrhythmusstörungen wie dem Vorhofflimmern ist zur Diagnose ein Elektrokardiogramm (EKG) geeignet: Hier sind die beim Vorhofflimmern typischen kreisenden Erregungen der Vorhöfe erkennbar. Die Behandlung hat zum Ziel, den beim Vorhofflimmern gestörten Herzrhythmus wieder in seinen normalen Sinusrhythmus zu überführen (sog. Kardioversion): Dies ist elektrisch (mit einem Defibrillator) oder medikamentös (mit Antiarrhythmika) möglich. Bei einem neu aufgetretenen Vorhofflimmern sind die Therapieerfolge größer als bei einem chronischen Verlauf. Wenn ein chronisches Vorhofflimmern besteht und zusätzliche Risikofaktoren vorliegen, ist es vorbeugend ratsam, dauerhaft blutverdünnende Medikamente (sog. Antikoagulanzien) einzunehmen.

Mögliche Folgeschäden beim Vorhofflimmern sind Embolien durch über die Blutbahn verschleppte Blutgerinnsel und kardiovaskuläre Begleiterkrankungen mit entsprechenden Komplikationen wie zum Beispiel einem Herzinfarkt. Um einem Vorhofflimmern vorzubeugen, ist es wichtig, begünstigende Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus oder Bluthochdruck rechtzeitig zu behandeln. Zudem sind erste Anzeichen wie Luftnot oder Kurzatmigkeit ernst zu nehmen. Allgemein sind zum Vorbeugen von Herzrhythmusstörungen wie dem Vorhofflimmern eine ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Sport, Verzicht aufs Rauchen, eingeschränkter Alkoholkonsum und Vermeidung von Übergewicht empfehlenswert.

Weiterlesen: Vorhofflimmern: Definition

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