Vorhofflimmern: Verlauf

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (23. April 2015)

Ein unbehandeltes Vorhofflimmern nimmt einen fortschreitenden Verlauf: Die Herzrhythmusstörung schreitet dann ...

  • von anfangs unerkanntem Vorhofflimmern
  • über anfallsartig auftretendes (bzw. paroxysmales) Vorhofflimmern
  • und länger anhaltendes (bzw. persistierendes) Vorhofflimmern

... so weit fort, bis das Herz dauerhaft nicht mehr in den normalen Rhythmus (sog. Sinusrhythmus) zurückspringt (sog. permanentes Vorhofflimmern).

Obwohl selbst nicht unmittelbar lebensbedrohlich, können durch das Vorhofflimmern schwere Folgeschäden entstehen: So steigert ein Vorhofflimmern das Risiko für Embolien durch über die Blutbahn verschleppte Blutgerinnsel – und somit für Schlaganfälle und kardiovaskuläre Begleiterkrankungen mit entsprechenden Komplikationen (wie z.B. einem Herzinfarkt). Daher ist es wichtig, die Herzrhythmusstörung frühzeitig zu behandeln.

Kommt bei Vorhofflimmern die richtige Behandlung zum Einsatz, kann dies die Prognose positiv beeinflussen: Dank der modernen Behandlungsmöglichkeiten ist die Lebenserwartung bei Vorhofflimmern in den letzten Jahren deutlich angestiegen.

Wer jünger als 65 Jahre ist und ein ansonsten gesundes Herz hat, zeigt trotz Vorhofflimmern eine ähnliche Lebenserwartung wie Menschen ohne Herzrhythmusstörungen.

Komplikationen

Ein dauerhaftes Vorhofflimmern kann in seinem Verlauf Komplikationen in Form von größeren Schwankungen der Herzfrequenz auslösen:

Ist ein Vorhofflimmern mit einem Frequenzabfall auf unter 60 Schläge pro Minute (sog. Bradyarrhythmia absoluta) verbunden, können als Komplikationen Schwindel, Schwäche und auch kurze Bewusstlosigkeit (sog. Synkope) auftreten, wodurch die Betroffenen stürzen und sich verletzen können. Auch Symptome einer Herzinsuffizienz sind manchmal zu beobachten.

Kommt es bei Vorhofflimmern zu Herzfrequenzen von über 100 Schlägen pro Minute (sog. Tachyarrhythmia absoluta), entstehen daraus unter anderem starkes Herzrasen, Herzklopfen und Luftnot. Bei einer vorbestehenden Herzinsuffizienz kann sich durch die zu geringe Pumpleistung innerhalb kurzer Zeit eine Lungenstauung bis hin zum Lungenödem entwickeln. Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit und Vorhofflimmern können im Verlauf der Tachyarrhythmie als Komplikation einen Angina-pectoris-Anfall oder einen akuten Herzinfarkt bekommen.


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