Vorhofflimmern: Definition

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (23. April 2015)

Das Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Ausbreitung der elektrischen Reize im Herzen gestört ist. Beim Flimmern der Herzvorhöfe liegt eine sogenannte supraventrikuläre Tachykardie vor, denn:

  • Beim Vorhofflimmern sind beide Vorhöfe des Herzens von der Reizleitungsstörung betroffen (supraventrikulär = oberhalb der Herzkammern).
  • Der Herzrhythmus ist beschleunigt (Tachykardie = Herzrasen).

Herzrhythmus

Um zu verstehen, was beim Vorhofflimmern geschieht, sind Kenntnisse in der Entstehung des Herzrhythmus hilfreich: Der normale Herzrhythmus entsteht durch regelmäßige elektrische Impulse aus dem Sinusknoten, dem natürlichen Schrittmacher des Herzens. Daher trägt der normale Herzrhythmus auch die Bezeichnung Sinusrhythmus. Der Sinusknoten liegt einige Zentimeter von der rechten Herzkammer (Ventrikel) entfernt auf dem rechten Vorhof (Atrium).

Der sogenannte AV-Knoten, der am Übergang der Vorhöfe zu den Kammern liegt, leitet die Erregung bis in die Innenschicht der Muskulatur der Herzkammern weiter. Die erregten Muskeln kontrahieren in der Reihenfolge, in der ihre Erregung stattfindet – und es kommt zum Herzschlag: Das gesunde Herz pumpt das Blut mit etwa 60 bis 80 Schlägen (in Ruhe) pro Minute durch den Körper. Auf diese Pumpleistung kann sich ein Vorhofflimmern negativ auswirken.

Die Anatomie des Herzens

Das Herz: Auf dem rechten Vorhof liegt der Sinusknoten, der elektrische Impulse abgibt. Der AV-Knoten zwischen den Vorhöfen und Herzkammern leitet die Erregung weiter: Die Herzmuskeln kontrahieren in der Reihenfolge ihrer Erregung - und das Herz schlägt. Beim Vorhofflimmern ist die normale Erregungsleitung in den Vorhöfen gestört und der Herzrhythmus gerät aus dem Takt.

Durch ein Vorhofflimmern ist der normale Herzrhythmus gestört: Das Vorhofflimmern ist gekennzeichnet durch arrhythmisch kreisende elektrische Erregungen im Vorhof, die eine normale Reizausbreitung verhindern. Der AV-Knoten leitet auch diese arrhythmischen Erregungen an die Herzkammern weiter. Es kommt zu uneinheitlich vielen einzelnen Kontraktionen der Herzmuskeln. Die Vorhöfe kontrahieren unkoordiniert mit einer Frequenz von mehr als 350-mal pro Minute.

Aufgrund dieser hohen Flimmerfrequenz erbringen die Vorhöfe keine Pumpleistung – es besteht gewissermaßen ein Vorhofstillstand. Die kreisenden Erregungen der Vorhöfe sind im Elektrokardiogramm (EKG) als Vorhofflimmern erkennbar. Da die Vorhöfe nicht mehr zur Füllung der Herzkammern beitragen, sinkt das Schlagvolumen der Kammern um etwa 20 Prozent ab.


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