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Vorhofflimmern

Vorhofflimmern: Definition

Stand: 26. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Das Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Ausbreitung der elektrischen Reize im Herzen gestört ist. Beim Flimmern der Herzvorhöfe liegt eine sogenannte supraventrikuläre Tachykardie vor, denn:

  • Beim Vorhofflimmern sind beide Vorhöfe des Herzens von der Reizleitungsstörung betroffen (supraventrikulär = oberhalb der Herzkammern).
  • Der Herzrhythmus ist beschleunigt (Tachykardie = Herzrasen).

Herzrhythmus

Um zu verstehen, was beim Vorhofflimmern geschieht, sind Kenntnisse in der Entstehung des Herzrhythmus hilfreich: Der normale Herzrhythmus entsteht durch regelmäßige elektrische Impulse aus dem Sinusknoten, dem natürlichen Schrittmacher des Herzens. Daher trägt der normale Herzrhythmus auch die Bezeichnung Sinusrhythmus. Der Sinusknoten liegt einige Zentimeter von der rechten Herzkammer (Ventrikel) entfernt auf dem rechten Vorhof (Atrium). Über den sogenannten AV-Knoten, der am Übergang der Vorhöfe zu den Kammern liegt, erfolgt die Weiterleitung der Erregung bis in die Innenschicht der Muskulatur der Herzkammern. Die erregten Muskeln kontrahieren in der Reihenfolge, in der ihre Erregung erfolgt, und es kommt zum Herzschlag – das gesunde Herz pumpt das Blut mit etwa 60 bis 80 Schlägen (in Ruhe) pro Minute durch den Körper. Ein Vorhofflimmern kann sich negativ auf die Pumpleistung auswirken.

Beim Vorhofflimmern ist der normale Herzrhythmus gestört: Arrhythmisch kreisende elektrische Erregungen im Vorhof verhindern die normale Reizausbreitung. Der AV-Knoten leitet auch diese arrhythmischen Erregungen an die Herzkammern weiter. Es kommt zu uneinheitlich vielen einzelnen Kontraktionen der Herzmuskeln. Die Vorhöfe kontrahieren unkoordiniert mit einer Frequenz von mehr als 350-mal pro Minute. Aufgrund dieser hohen Flimmerfrequenz erbringen die Vorhöfe keine Pumpleistung – es besteht gewissermaßen ein Vorhofstillstand. Die kreisenden Erregungen der Vorhöfe sind im EKG als Vorhofflimmern erkennbar. Da die Vorhöfe nicht mehr zur Füllung der Herzkammern beitragen, sinkt das Schlagvolumen der Kammern um etwa 20 Prozent ab.

Weiterlesen: Vorhofflimmern: Definition – Formen

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