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Stand: 28. Februar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die viszerale Leishmaniose – auch Kala Azar genannt – ist eine schwere Infektionskrankheit, die hierzulande selten auftritt. Die Betroffenen haben sich dann meist auf Reisen durch Asien, Südamerika oder den Mittelmeerraum angesteckt.
Die viszerale Leishmaniose wird von Parasiten hervorgerufen. Es handelt sich dabei um Einzeller, sogenannte Leishmanien – daher auch der Name "Leishmaniose". Die Ansteckung mit diesen Parasiten erfolgt in der Regel über bestimmte Insektenarten. Sie tragen die Parasiten in sich und können sie über einen Stich auf den Menschen übertragen. Die Sandfliege und die Schmetterlingsmücke sind die Hauptüberträger-Insekten für Leishmanien.
Es gibt unterschiedliche Leishmanien-Arten. Je nachdem, mit welcher sich ein Mensch infiziert hat, kommt es zu verschiedenen Formen der Leishmaniose: Bei den sogenannten kutanen und mukokutanen Leishmaniosen sind die Haut und Schleimhäute betroffen. Die viszerale Leishmaniose befällt hingegen auch die inneren Organe (lat.: viscera = Eingeweide). Verglichen mit den anderen Leishmaniose-Formen ist die viszerale Leishmaniose die schwerste Erkrankung. Die Ausprägung der Symptome hängt aber individuell von der jeweiligen Erreger-Art und von der Abwehrlage des Betroffenen ab. So sind auch symptomlose Infektionen möglich. Typischerweise sind Lymphknoten, Milz, Leber und Knochenmark betroffen.
Die viszerale Leishmaniose kann plötzlich mit starkem Krankheitsgefühl und Fieber ausbrechen oder auch schleichend beginnen. Typische Symptome sind Bauchschmerzen, Durchfälle, Gewichtsabnahme und Lymphknotenschwellung. Auch die Leber und Milz sind oft angeschwollen, was gerade bei erkrankten Kindern deutlich am aufgetriebenen Bauch erkennbar ist. Ebenso zählen Blutbildveränderungen, die zu Blutarmut oder Blutgerinnungsstörungen führen können, zu den Symptomen bei viszeraler Leishmaniose. Hautveränderungen kommen ebenfalls vor – die dunkle, fleckige Pigmentierung der Haut ist deshalb auch für den Beinamen Kala Azar ("schwarze Haut") verantwortlich.
Seit der Entwicklung wirksamer Medikamente konnte die Sterblichkeit gesenkt werden; ohne Behandlung verläuft die viszerale Leishmaniose allerdings häufig tödlich. Eine Impfung gibt es bisher nicht. Der viszeralen Leishmaniose können Sie vorbeugen, indem Sie sich auf Reisen vor Insektenstichen schützen.
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