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Viszerale Leishmaniose (Kala Azar)Viszerale Leishmaniose (Kala Azar): TherapieStand: 26. Oktober 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Die viszerale Leishmaniose (Kala Azar) erfordert eine medikamentöse Therapie. Mittel der ersten Wahl ist der Wirkstoff Liposomales Amphotericin B. Dieser Wirkstoff ist in der Regel gut verträglich und lässt sich auch längerfristig einsetzten. Er wird über die Vene verabreicht (intravenös) und im Blut von sogenannten Fresszellen des Immunsystems (Makrophagen) aufgenommen. Die Therapie dauert im Schnitt 10 bis 20 Tage, wobei während der Infusion Rückenschmerzen auftreten können. In seltenen Fällen treten Nebenwirkungen wie Überempfindlichkeitsreaktionen, Nierenfunktionsstörungen sowie ein dauerhafter Anstieg von bestimmten Lebereiweißen auf. In Einzelfällen kommt es zu Veränderungen des Blutbilds sowie Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen. Der Wirkstoff Miltefosin ist ein weiteres Mittel zur Behandlung der viszeralen Leishmaniose. Dieser Wirkstoffwurde eigentlich im Rahmen der Krebsforschung entwickelt und hat den großen Vorteil, dass er als Tabletten (oral) verabreicht werden kann. Die bislang übliche stationäre Infusionstherapie entfällt somit. Stattdessen nimmt der Patient vier Wochen lang ein bis zwei Tabletten täglich ein. Die Heilungsraten liegen bei Kindern ab drei Jahren sowie bei Erwachsenen bei etwa 95 Prozent. Die möglichen Nebenwirkungen beschränken sich vorwiegend auf kurze Episoden mit Erbrechen oder Durchfall und haben keinen Einfluss auf die Fortführung der Therapie. Weiterhin werden bei Kala Azar zur Therapie sogenannte fünfwertige Antimone wie Natrium Stibogluconat oder Meglumin Antimoniat eingesetzt. Diese Präparate werden entweder in den Muskel (intramuskulär) oder sehr langsam in die Vene (intravenös) verabreicht. Die Injektion in den Muskel ist oft mit einem dumpfen Schmerz verbunden, der gelegentlich einige Stunden anhält. Als Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Übelkeit und – dosisabhängig – auch Veränderungen im EKG auftreten. Die Therapie findet im Krankenhaus statt und dauert in der Regel 28 Tage. Diese Behandlung ist zum Teil jedoch nur eingeschränkt wirksam, da die Erreger manchmal unempfindlich gegenüber dem Wirkstoff sind (Resistenzentwicklung). Im Fall von Resistenzen kann Pentamidin verabreicht werden. In dreimonatigen Abständen ist eine Blutwertkontrolle ratsam. Weiterlesen: Viszerale Leishmaniose (Kala Azar): Verlauf Das könnte Sie auch interessieren
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