Ulcus molle (weicher Schanker): Was ist das?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. Januar 2016)

Der Begriff Ulcus molle – auch (engl.) Chancroid oder umgangssprachlich weicher Schanker genannt (lat. ulcus = Ulkus bzw. Geschwür, mollis = weich) – bezeichnet eine durch die Bakterienart Haemophilus ducreyi hervorgerufene Krankheit, die durch Geschwürbildung gekennzeichnet ist.

Die für Ulcus molle typischen Geschwüre bilden sich überwiegend im Genitalbereich. In jedem zweiten Fall verursacht ein weicher Schanker außerdem entzündliche Lymphknotenschwellungen (sog. Bubonen) in der Leistengegend: In der Regel sind die betroffenen Lymphknotenneigen weich und schmerzhaft und neigen zur Vereiterung.

Das Ulcus molle gehört – neben Syphilis, Gonorrhö (Tripper) und Lymphogranuloma venereum (venerische Lymphknotenentzündung) – zu den klassischen Geschlechtskrankheiten.

Anders als die Syphilis ist laut Infektionsschutzgesetz vom 1. Januar 2001 in Deutschland weder weicher Schanker noch der Nachweis seines Erregers meldepflichtig.

Häufigkeit

Das für Ulcus molle verantwortliche Bakterium Haemophilus ducreyi kommt mit größter Häufigkeit in den Tropen vor, obwohl es weltweit verbreitet ist. Daher tritt die Geschlechtskrankheit vor allem in tropischen Gebieten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas auf: In Afrika ist weicher Schanker die häufigste Ursache für Geschwüre im Genitalbereich. In Europa ist das Ulcus molle selten.

Weltweit stecken sich jedes Jahr etwa sieben Millionen Menschen neu mit Ulcus molle an. Bei Männern ist weicher Schanker etwa zehnmal häufiger als bei Frauen, wobei beschnittene Männer seltener betroffen sind als unbeschnittene.


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