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Tularämie (Hasenpest)

Stand: 31. Mai 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Tularämie (Hasenpest) ist eine in Deutschland seltene, hochansteckende Erkrankung, deren Erreger vor allem über Säugetiere auf den Menschen gelangen.

Kaninchen

Da die Tularämie von Tieren auf den Menschen übertragbar ist, zählt sie zu den sogenannten Zoonosen. Die Bezeichnung Hasenpest ist darauf zurückzuführen, dass das Beschwerdebild dem der Pest ähnlich ist und Hasen und Wildkaninchen häufig befallen sind. Weitere Bezeichnungen für die Tularämie lauten:

  • Nagerpest
  • Lemming-Fieber
  • Parinaud-Krankheit

Auslöser der Tularämie ist das Bakterium Francisella tularensis. Es lebt vor allem in Parasiten (z.B. Flöhe, Läuse, Wanzen oder Zecken), welche die Bakterien vor allem auf wild lebende kleine Säugetiere (Hasen, Wildkaninchen, Mäusen, Ratten oder Eichhörnchen) übertragen. Daneben können sich so aber auch Haustiere (wie Schafe, Schweine, Rinder, Hunde oder Katzen) mit der Hasenpest infizieren. Menschen können sich anstecken, indem sie:

  • infizierte Nahrungsmittel (unzureichend erhitztes Fleisch) verzehren oder erregerhaltiges Wasser trinken,
  • Staub oder Tröpfchen (Aerosol) einatmen, worin Erreger enthalten sind,
  • direkten Kontakt mit befallenen Tieren beziehungsweise mit deren Blut oder Ausscheidungen haben, zum Beispiel beim Ausnehmen oder Abhäuten,
  • von Parasiten gestochen werden oder
  • einen Biss oder Kratzer durch ein infiziertes Tier zugefügt bekommen.

Der Mensch entwickelt je nachdem, an welcher Stelle der Tularämie-Erreger eintritt, ganz unterschiedliche Krankheitsbilder. Am häufigsten (in bis zu 85% der Fälle) tritt die Hasenpest beim Menschen – infolge eines Bisses oder Stichs – als ulzeroglanduläre Tularämie auf: Diese Form beginnt mit plötzlich ansteigendem Fieber; typische Symptome sind Geschwüre (lat. Ulzera) an der Eintrittstelle mit örtlicher und oft eitriger Lymphknotenentzündung.

Weil die Ansteckungsgefahr groß ist und die Tularämie ohne Behandlung gefährlich verlaufen kann, ist die Erkrankung meldepflichtig. Die Therapie der Hasenpest erfolgt mithilfe von Antibiotika; beginnt sie rechtzeitig, sind die Heilungsaussichten gut.

Weiterlesen: Tularämie (Hasenpest): Definition

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