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Tularämie (Hasenpest)

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (12. Mai 2015)

© Jupiterimages/Stockbyte

Die Tularämie (Hasenpest) ist eine hochansteckende Erkrankung, deren Erreger vor allem über Säugetiere auf den Menschen gelangen. In Deutschland ist diese Infektionskrankheit selten.

Da die Tularämie von Tieren auf Menschen übertragbar ist, zählt sie zu den sogenannten Zoonosen. Die Bezeichnung Hasenpest ist darauf zurückzuführen, dass das Beschwerdebild dem der Pest ähnlich ist und Hasen und Wildkaninchen häufig befallen sind. Weitere Bezeichnungen für die Tularämie lauten:

  • Nagerpest
  • Ohara-Krankheit
  • Lemming-Fieber
  • Parinaud-Krankheit

Auslöser der Tularämie ist das Bakterium Francisella tularensis. Es lebt vor allem in Parasiten (z.B. Flöhe, Läuse, Wanzen oder Zecken), welche die Bakterien auf wild lebende kleine Säugetiere (Hasen, Wildkaninchen, Mäusen, Ratten oder Eichhörnchen) sowie Wildwiederkäuer übertragen. Daneben können sich so aber auch Haus- und Nutztiere (wie Schafe, Schweine, Rinder, Hunde oder Katzen) mit der Hasenpest infizieren. Menschen können sich mit der Tularämie wie folgt anstecken:

  • durch infizierte Nahrungsmittel (unzureichend erhitztes Fleisch) oder erregerhaltiges Wasser,
  • durch das Einatmen von Staub oder Tröpfchen (Aerosol), worin Erreger enthalten sind,
  • durch direkten Kontakt mit befallenen Tieren beziehungsweise mit deren Blut oder Ausscheidungen, zum Beispiel beim Ausnehmen oder Abhäuten,
  • durch Stiche blutsaugender, infizierter Parasiten oder
  • durch einen Biss oder Kratzer, den ein infiziertes Tier zugefügt hat.

Insgesamt ist die Tularämie eher selten. Wegen des engen Kontaktes zu Tieren stecken sich häufiger Jäger, Köche und Tierärzte mit der Hasenpest an.

Je nachdem, an welcher Stelle der Erreger eintritt, verursacht die Hasenpest beim Menschen ganz unterschiedliche Symptome. Am häufigsten (in bis zu 85% der Fälle) tritt die Hasenpest beim Menschen – nach einem Biss oder Stich – als ulzeroglanduläre Tularämie auf:

  • Diese Form beginnt mit plötzlich ansteigendem Fieber und grippeartigem Krankheitsgefühl,
  • anschließend bilden sich typischerweise Geschwüre (lat. Ulzera) an der Eintrittsstelle,
  • zusätzlich entzünden sich die nahegelegenen Lymphknoten und vereitern meist.

Weil die Ansteckungsgefahr groß ist und die Tularämie ohne Therapie gefährlich verlaufen kann, ist die Erkrankung meldepflichtig. Zur Behandlung der Hasenpest kommen Antibiotika zum Einsatz. Geschieht dies rechtzeitig, sind die Heilungsaussichten normalerweise gut.

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