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Tinnitus (Ohrgeräusche)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (21. Mai 2015)

Es pfeift, piept, brummt und scheppert im Ohr: Ohrgeräusche solcher oder ähnlicher Art tauchen oft plötzlich auf und können den Alltag belasten. Ein Tinnitus ist zwar nicht gefährlich, dennoch ist der Leidensdruck bei Betroffenen oft groß.

Unter Tinnitus versteht man im Allgemeinen die anhaltende oder wiederkehrende subjektive Wahrnehmung eines Tons oder Geräuschs. Andere Personen können den Ton oder das Geräusch dabei nicht hören – der fachliche Begriff hierfür lautet "subjektiver Tinnitus".

Es gibt jedoch auch Ohrgeräusche, die nicht nur der Patient hört, sondern die auch der Arzt mit speziellen Geräten wahrnehmen kann. Mediziner sprechen dann von einem "objektiven Tinnitus". Ein objektiver Tinnitus ist relativ selten und entsteht durch eine körpereigene Schallquelle, die nahe am Innenohr liegt, wie etwa durch anatomische oder physiologische Veränderungen (z.B. Gefäßverengungen).

Tinnitus ist genaugenommen keine Krankheit – sondern vielmehr ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann.

Zwar können Lärmbelastung und Stress das Risiko für einen subjektiven Tinnitus erhöhen. Wie es jedoch tatsächlich zur Entstehung eines subjektiven Tinnitus kommt, ist bislang noch nicht vollständig geklärt.

Da Ohrgeräusche viele Ursachen haben können, müssen für eine genaue Diagnose andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Dazu nimmt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine gründliche Untersuchung vor und führt Hörtests durch.

Eine Zeitlang erhielten Betroffene zur Behandlung eines akuten Tinnitus anfangs meist durchblutungsfördernde Wirkstoffe in Form von Infusionen oder Tabletten, da man Durchblutungsstörungen des Innenohrs für die häufigste Ursache der Ohrgeräusche hielt. Wie man inzwischen weiß, sind Durchblutungsstörungen jedoch eher selten die Ursache – deswegen kommen durchblutungsfördernde Wirkstoffe mittlerweile nicht mehr so oft zum Einsatz. 

Im Falle eines akuten Tinnitus, also eines Tinnitus, nicht länger als drei Monate besteht, bessern sich die Beschwerden in etwa 70 Prozent der Fälle. Die Erfolgsaussichten einer Therapie sind bei Tinnitus umso besser, je früher die Behandlung beginnt. Entspannungstechniken können zusätzlich helfen, die Ohrgeräusche zu lindern.

Als hilfreich für den Umgang mit einem bereits länger bestehenden Tinnitus, hat sich die sogenannte Tinnitus-Retraining-Therapie erwiesen.



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