Anzeige

Anzeige

Spitzfuß: Wenn die Ferse hochgestellt ist

Veröffentlicht von: Till von Bracht (08. März 2016)

© iStock

Wer einen Spitzfuß hat, kann den Fuß beim Gehen nicht vollständig auf den Boden aufsetzen. Genauer gesagt ist bei der Spitzfußstellung die Ferse hochgestellt, sodass der Fuß den Boden nur mit dem Fußballen berührt. Aus dieser fehlerhaften Fußstellung ergeben sich Probleme beim Gehen und – wenn sie länger besteht – für das Skelettsystem.

In der Medizin nennt man einen Spitzfuß auch Pes equinus, was übersetzt so viel bedeutet wie "Pferdefuß". Der Grund: Die meisten vierfüßigen Tiere (auch das Pferd) setzen den Fuß nicht mit der ganzen Sohle auf.

Beim Menschen wirkt sich die Spitzfußstellung allerdings ungünstig aus:

  • Zum einen ruht die ganze Körperlast nur auf dem Vorderfuß, sodass kein stabiler Stand auf zwei Beinen möglich ist.
  • Zum anderen können die Betroffenen den Spitzfuß beim Gehen nicht abrollen, was zu Gangunsicherheiten führt.

Für einen Spitzfuß kommen verschiedene Ursachen infrage – denn der Spitzfuß kann sowohl angeboren als auch erworben sein. 

Die angeborene Spitzfußstellung entsteht zum Beispiel durch eine Unterentwicklung der Unterschenkelknochen oder durch Zwangsfehlhaltungen im Mutterleib. 

Grafische Darstellung eines Spitzfußes

Beim Spitzfuß berührt nur der Fußballen den Boden. Die Ferse ist hochgestellt. Diese Fehlstellung führt zu Unsicherheiten beim Gehen sowie im Stand.

Meistens entwickeln sich Spitzfüße jedoch erst nach der Geburt infolge einer gestörten Nervenfunktion. Wenn zum Beispiel der Fußhebermuskel wesentlich "schlaffer" ist als der Fußstrecker, verkürzt sich der Wadenmuskel und zieht die Ferse nach oben. Auch eine übermäßige Muskelspannung in den Waden hat durch übersteigerten Streckreflex eine Spitzfußstellung zur Folge.

Bei Kleinkindern kann ein gewohnheitsmäßiger oder habitueller Spitzfuß in der Anfangsphase des Laufenlernes vorkommenda sie in dieser Phase vorübergehend oft auf den Zehen gehen.

Der Arzt erkennt einen Spitzfuß anhand des typischen Erscheinungsbilds der Fußfehlstellung: Der Fußballen berührt den Boden, die Ferse ist hochgestellt. Bei der Untersuchung fällt besonders der typische Steppergang auf, ausgelöst durch das fehlende Abrollen des Fußes. Um jedoch die genauen Ursachen der Fußfehlstellung abzuklären, sind häufig sind weitere Untersuchungen nötig – zum Beispiel die Elektromyographie.

Im Prinzip macht jede Spitzfußstellung eine Behandlung notwendig, um Folgeerkrankungen und -fehlstellungen des Skeletts zu vermeiden. Für die Spitzfuß-Therapie stehen verschiedene konservative (d.h. nicht-operative) Maßnahmen zur Verfügung – zum Beispiel 

  • Physiotherapie (Muskeldehnung der Wadenmuskulatur, Tonisierung der Fußhebemuskeln),
  • Orthesen (Spitzfuß-Redressionsstrumpf)
  • oder eine Gipsbehandlung.

Nur selten ist bei einem Spitzfuß eine Operation nötig, um die Fußfehlstellung zu korrigieren. Bei Kindern unter zwei Jahren zum Beispiel kann es vorkommen, dass Ärzte die Achillessehne durch eine einfache Durchtrennung operativ verlängern. Ein Gipsverband sorgt dafür, dass der Fuß für ein paar Wochen in der gewünschen Stellung verbleibt – in dieser Zeit wächst die Achillessehne ohne Folgen wieder zusammen. 



Apotheken-Notdienst

Anzeige