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Spitzfuß (Pes equinus)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (30. April 2013)

Der Spitzfuß (Pes equinus) ist eine angeborene oder erworbene Fehlstellung des Fußes: Bei der Spitzfußstellung ist die Ferse hochgestellt, sodass der Fuß den Boden nur mit dem Fußballen berührt. Aus dieser fehlerhaften Fußstellung ergeben sich Probleme beim Gehen und, wenn sie länger besteht, für das Skelettsystem.

Wer einen Spitzfuß hat, kann den Fuß beim Gehen nicht auf den Boden aufsetzen. Daher stammt auch die Bezeichnung Pes equinus (= Pferdefuß): Die meisten vierfüßigen Tiere (auch das Pferd) setzen den Fuß nicht mit der ganzen Sohle auf. Beim Menschen wirkt sich die Spitzfußstellung ungünstig aus: Zum einen ruht die ganze Körperlast nur auf dem Vorderfuß, sodass kein stabiler Stand auf zwei Beinen möglich ist. Zum anderen können die Betroffenen den Spitzfuß beim Gehen nicht abrollen, was zu Gangunsicherheiten führt.

Für einen Spitzfuß kommen verschiedene Ursachen infrage. Meist entstehen Spitzfüße nach der Geburt infolge einer gestörten Nervenfunktion, die (über eine schlaffe Lähmung) einen verkürzten Wadenmuskel (Musculus gastrocnemius) oder (über eine spastische Lähmung) eine übermäßige Muskelspannung in den Waden durch übersteigerten Streckreflex zur Folge hat. Ein gewohnheitsmäßiger oder habitueller Spitzfuß ist auf eine verlängerte Anfangsphase des Laufenlernens zurückzuführen, in der Kinder vorübergehend oft auf den Zehen gehen.

Beim Spitzfuß gelingt die Diagnose anhand des typischen Erscheinungsbilds der Fußfehlstellung. Bei der Untersuchung fällt besonders der für den Pes equinus typische Steppergang auf, ausgelöst durch das fehlende Abrollen des Fußes. Häufig sind weitere Untersuchungen nötig, um die Ursachen der Fußfehlstellung abzuklären.

Grafische Darstellung: Spitzfuß

Beim Spitzfuß berührt nur der Fußballen den Boden.

In der Regel macht jeder Pes equinus eine Behandlung notwendig, um Folgeerkrankungen und -fehlstellungen des Skeletts zu vermeiden. Für die Spitzfuß-Therapie stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Meistens reicht konservative (d.h. nicht-operative) Maßnahmen, wie krankengymnastische Übungen oder Gipsbehandlung, aus. Nur selten ist bei einem Spitzfuß eine Operation nötig, um die Fußfehlstellung zu korrigieren. Besonders einen Spitzfuß bei Kindern korrigiert man operativ durch eine Verlängerung der Achillessehne.






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