Startseite > Krankheiten > Spitzfuß (Pes equinus) > Ursachen
Stand: 31. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Für einen Spitzfuß (Pes equinus) kommen vielfältige Ursachen infrage. Je nach Entstehungsweise kann man angeborene und im Laufe des Lebens erworbene Formen unterscheiden. Ein angeborener Spitzfuß hat meist eine Fehlbildung als Ursache: zum Beispiel eine Unterentwicklung (Hypoplasie) der Unterschenkelknochen, ein angeborenes ausgerenktes Kniegelenk oder Veränderungen durch Zwangsfehlhaltungen im Mutterleib. Häufig liegt er zusammen mit einem Klumpfuß vor.
Meistens entwickeln sich Spitzfüße jedoch erst nach der Geburt. Ein solcher erworbener Spitzfuß kann folgende Ursachen haben:
Meist hat ein erworbener Spitzfuß seine Ursachen in einer gestörten Nervenfunktion, die (über eine schlaffe Lähmung) einen verkürzten Wadenmuskel (Musculus gastrocnemius) oder (über eine spastische Lähmung) eine übermäßige Muskelspannung in den Waden durch übersteigerten Streckreflex zur Folge hat. Auch bei einer Lähmung der Muskeln an der Vorderseite des Unterschenkels kann es zur Spitzfußstellung kommen. Diese sogenannten Extensoren heben den Fuß und führen, wenn sie gelähmt sind, zum Spitzfuß. Diese Lähmung entsteht, wenn der die Muskeln versorgende Nerv (Nervus peronaeus) geschädigt ist. Eine häufige Ursache dafür sind Unfälle wie beispielsweise der seitliche Zusammenprall eines Fußgängers mit einem Auto. Verschiedene Infektionskrankheiten wie die spinale Kinderlähmung (Poliomyelitis) oder Diphtherie können ebenfalls den Nervus peronaeus schädigen und zu einer Muskellähmung führen.
Wenn für den Spitzfuß keine Grunderkrankungen als Ursachen zu erkennen sind, liegt ein sogenannter habitueller Spitzfuß vor (habituell = gewohnheitsmäßig): Seine Entstehung ist darauf zurückzuführen, dass sich die anfängliche Phase des Laufenlernens, in der Kinder vorübergehend häufig auf den Zehen gehen, verlängert.
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