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Spitzfuß (Pes equinus)

Spitzfuß (Pes equinus): Therapie

Stand: 31. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einem Spitzfuß (Pes equinus) hängt die Therapie von der Ursache, dem Schweregrad und den Beschwerden ab. In der Regel macht jeder Spitzfuß eine Behandlung nötig – nur wenn die Ursache eine einseitige Beinverkürzung (z.B. infolge einer Poliomyelitis) ist, darf keine Korrektur erfolgen.

Wenn beim Spitzfuß die Wadenmuskulatur nicht in ihrer Struktur verkürzt ist, sind konsequente aktive Bewegungsübungen zur Therapie ausreichend. So erfolgt bei Kindern, die aufgrund einer spastischen Erkrankung einen Spitzfuß haben (z.B. bei zerebraler Kinderlähmung), in der Regel eine krankengymnastische Behandlung, um Bewegungsabläufe gezielt zu schulen. Ein habitueller Spitzfuß bei kleinen Kindern kann sogar ohne solche Übungen von alleine verschwinden: Wenn das Körpergewicht zunimmt, fällt den Kindern das habituelle (gewohnheitsmäßige) Gehen auf den Zehen immer schwerer, sodass sie es je nachdem von selbst aufgeben.

Wer bei gebeugtem Knie den Fuß gerade noch bis zur Neutralstellung zurückbewegen kann, wem eine Verkürzung der Wadenmuskulatur droht oder wessen Spitzfußstellung sich trotz krankengymnastischer Maßnahmen nicht verbessert, der benötigt zur Therapie unter Umständen sogenannte Unterschenkel-Stehgipse: Solche Gipsverbände stabilisieren den Fuß über einen längeren Zeitraum (4 Wochen) in der Normalposition und korrigieren den Spitzfuß auf schonende Weise. Nach der Gipsbehandlung ist zur weiteren Therapie ein mindestens einjähriger Einsatz von Nachtschienen ratsam.

Nur selten macht ein Spitzfuß zur Therapie eine Operation nötig: Dies ist der Fall, wenn die Wadenmuskulatur so in ihrer Struktur verkürzt ist, dass man die Verkürzung weder bei gestrecktem noch bei gebeugtem Knie ausgleichen kann – dann kann man den Spitzfuß durch konservativen Maßnahmen nicht mehr erfolgreich behandeln. Um die Spitzfußstellung zu korrigieren, ist eine Verlängerung der Wadenmuskulatur oder der Achillessehne notwendig.

Besonders bei Kindern kann man einen Spitzfuß durch Verlängerung der Achillessehne erfolgreich behandeln. Im Anschluss an die Operation bekommen die Kinder in der Regel einen korrigierenden Gipsverband. Im Erwachsenenalter steht als weitere Möglichkeit eine operative Gelenkversteifung (sog. Arthrodese) zur Therapie zur Verfügung. Dabei versteift der Operateur das obere Sprunggelenk, während die Beweglichkeit des unteren erhalten bleibt. Eine Arthrodese ist notwendig, wenn bereits schwere Abnutzungserscheinungen am Gelenkknorpel des Sprunggelenks (Arthrose) aufgetreten sind. Alternativ ist eine operative Verfestigung des Sprunggelenks mit einem Knochenspan (sog. Arthrorise) geeignet: Der eingesetzte Knochenspan hemmt die Gelenkbeweglichkeit und hält den Fuß so in Normalstellung. In jedem Fall ist es ratsam, einen operativ versorgten Spitzfuß anschließend durch eine konservative Behandlung in Form von Dehnübungen weiterzuversorgen.

Erzielt sowohl die konservative als auch die operative Behandlung keine oder ungenügende Ergebnisse, ist es nötig, den Spitzfuß durch orthopädische Schuhe mit keilartigem Unterbau der Ferse und Ausgleich auf der gegenüberliegenden Seite auszugleichen.

Weiterlesen: Spitzfuß (Pes equinus): Verlauf

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