Spitzfuß: Konservative Therapie & Operation

Veröffentlicht von: Till von Bracht (08. März 2016)

In der Regel macht jeder Spitzfuß eine Behandlung nötig – nur wenn die Ursache eine einseitige Beinverkürzung (z.B. infolge einer Poliomyelitis) ist, darf keine Korrektur des Spitzfußes erfolgen.

Wie die Behandlung bei einem Spitzfuß genau aussieht, hängt von

  • der Ursache,
  • dem Schweregrad der Fußfehlstellung
  • und den Beschwerden ab.

Wenn die Wadenmuskulatur in ihrer Struktur nicht verkürzt ist, sind zur Spitzfuß-Therapie konsequente aktive Bewegungsübungen ausreichend – etwa regelmäßige Bewegungsübungen des Fußes in alle Richtungen oder das Sitzen am Tisch mit aufgestellten Füßen. Gegen einen aufgrund spastischer Erkrankung entstandenen Spitzfuß bei Kindern (z.B. bei zerebraler Kinderlähmung) kommt in der Regel eine krankengymnastische Behandlung zum Einsatz, um Bewegungsabläufe gezielt zu schulen.

Ein habitueller Spitzfuß bei kleinen Kindern kann sogar ohne solche Übungen von alleine verschwinden: Wenn das Körpergewicht zunimmt, fällt den Kindern das habituelle (gewohnheitsmäßige) Gehen auf den Zehen immer schwerer, sodass sie es je nachdem von selbst aufgeben.

Wer bei gebeugtem Knie den Fuß gerade noch bis zur Neutralstellung zurückbewegen kann, wem eine Verkürzung der Wadenmuskulatur droht oder wessen Spitzfußstellung sich trotz krankengymnastischer Maßnahmen nicht verbessert, der benötigt zur Spitzfuß-Therapie unter Umständen sogenannte Unterschenkel-Stehgipse: Solche Gipsverbände stabilisieren den Fuß über einen längeren Zeitraum (4 Wochen) in der Normalposition und korrigieren den Spitzfuß auf schonende Weise.

Nach der Gipsbehandlung ist zur weiteren Behandlung ein mindestens einjähriger Einsatz von Nachtschienen ratsam.

Operation

Nur selten ist bei einem Spitzfuß eine Operation nötig: Dies ist der Fall, wenn die Wadenmuskulatur so in ihrer Struktur verkürzt ist, dass man die Verkürzung weder bei gestrecktem noch bei gebeugtem Knie ausgleichen kann – dann kann man die Spitzfußstellung durch konservative Maßnahmen nicht mehr erfolgreich behandeln. Um die Spitzfußstellung zu korrigieren, ist eine Verlängerung der Wadenmuskulatur oder der Achillessehne notwendig.

Besonders bei Kindern kann man einen Spitzfuß durch Verlängerung der Achillessehne erfolgreich behandeln. Im Anschluss an die Spitzfuß-Operation bekommen die Kinder in der Regel einen korrigierenden Gipsverband.

Im Erwachsenenalter steht als weitere Möglichkeit eine operative Gelenkversteifung (sog. Arthrodese) zur Verfügung. Dabei versteift der Operateur das obere Sprunggelenk, während die Beweglichkeit des unteren erhalten bleibt. Eine Arthrodese ist notwendig, wenn bereits schwere Abnutzungserscheinungen am Gelenkknorpel des Sprunggelenks (Arthrose) aufgetreten sind.

Alternativ ist eine operative Verfestigung des Sprunggelenks mit einem Knochenspan (sog. Arthrorise) geeignet: Der eingesetzte Knochenspan hemmt die Gelenkbeweglichkeit und hält den Fuß so in Normalstellung. In jedem Fall ist es ratsam, einen operativ versorgten Pes equinus anschließend durch eine konservative Behandlung in Form von Dehnübungen weiterzuversorgen.

Erzielt sowohl die konservative als auch die operative Spitzfuß-Therapie keine oder ungenügende Ergebnisse, ist es nötig, die Fehlstellung durch orthopädische Schuhe mit keilartigem Unterbau der Ferse und Ausgleich auf der gegenüberliegenden Seite auszugleichen.


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