Sjögren-Syndrom: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Juli 2015)

Das Sjögren-Syndrom ist eine Erkrankung, die auf einer Fehlfunktion der körpereigenen Abwehrmechanismen beruht. Diese richten sich fälschlicherweise gegen den eigenen Körper. Das Immunsystem bildet sogenannte Autoantikörper aus, spezielle Eiweiße, die an körpereigenes Gewebe binden und zu Entzündungen führen.

Mediziner bezeichnen eine solche Krankheit allgemein als Autoimmunkrankheit. Beim Sjögren-Syndrom richtet sich die körpereigene Abwehr hauptsächlich gegen die Speichel- und Tränendrüsen und verursacht dort Entzündungen, welche die Funktion der Drüsen massiv einschränken. Die Augen und der Mund trocknen dadurch stark aus (Sicca-Syndrom). Liegen diese Symptome vor, ohne dass eine andere Grunderkrankungen dafür verantwortlich ist, sprechen Mediziner von einem primären Sjögren-Syndrom.

Wenn das Sjögren-Syndrom hingegen im Rahmen anderer Erkrankungen auftritt, zum Beispiel entzündlicher Erkrankungen des Bindegewebes, handelt es sich um ein sekundäres Sjögren-Syndrom.

Die häufigsten Bindegewebserkrankungen, die in Verbindung mit einem Sjögren-Syndrom auftreten, sind:

Häufigkeit

Das Sjögren-Syndrom ist sehr selten, in Deutschland sind nur etwa 2 von 1000 Einwohnern betroffen. Jährlich erkranken hierzulande etwa 4 von 100.000 Menschen neu am Sjögren-Syndrom. Bekannt ist, dass es nach der rheumatoiden Arthritis die zweithäufigste entzündliche Erkrankung des Bindegewebes ist. Das Sjögren-Syndrom betrifft insbesondere Frauen. Sie erkranken etwa 20-mal häufiger als Männer.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst