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Sinus pilonidalis (Pilonidalsinus, "Steißbeinfistel")

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (30. November 2015)

© iStock

Unter einem Sinus pilonidalis (Pilonidalsinus, "Steißbeinfistel") versteht man eine akute oder chronische Entzündung im oberen Bereich der Gesäßfalte. Vor allem Männer sind davon betroffen.

Ursache eines Sinus pilonidalis ist ein abgebrochenes Haar, das im oberen Bereich der Gesäßfalte durch Reibung in die Haut eindringt. Im Unterhautfettgewebe bildet sich als Reaktion auf den "Fremdkörper" um das Haar herum eine Zyste.

Solange keine Beschwerden auftreten (asymptomatische Form), bleibt der Sinus pilonidalis oft lange unbemerkt und wird höchstens zufällig entdeckt. Von außen ist dann an der Stelle, wo das Haar in die Haut eingedrungen ist, nur eine kleine, porenähnliche Öffnung im oberen Bereich der Gesäßfalte zu erkennen.

Auf Dauer kann sich der Pilonidalsinus jedoch infizieren und zu einem (teils recht großen) Abszess führen. Bei der akuten Form der Erkrankung macht sich das durch deutliche Symptome bemerkbar. Meist treten Schmerzen beim Sitzen und Liegen auf dem Rücken auf. Im oberen Bereich der Gesäßfalte ist in der Regel eine weiche Schwellung zu ertasten, die schmerzhaft auf Druck reagiert. Der Bereich ist gerötet und möglicherweise überwärmt. Unter Umständen fließt bei Druck eitrig-blutiges Sekret aus.

Bei einem chronischen Sinus pilonidalis ist zwar ebenfalls ein Abszess vorhanden, es treten jedoch in der Regel keine Schmerzen oder Schwellungen auf. Vielmehr fließt aus dem Pilonidalsinus ständig oder immer wieder eine eitrig-blutige Flüssigkeit. Möglicherweise bemerken Betroffene auch ein wechselnd starkes Druckgefühl im Steißbeinbereich.

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Vom Abszess ausgehend bilden sich meist Hautgänge (sog. Fisteln) aus, die teilweise blind enden oder sich einen Weg durch die Haut suchen und weitere Öffnungen bilden (sog. Sekundäröffnungen), über die auch Sekret abfließen kann. Auf diese Weise entsteht ein oft fuchsbauartiges System aus teils sekretgefüllten Fistelgängen.

Welcher Arzt kann helfen?

Der beste Ansprechpartner, um einen möglichen Sinus pilonidalis abzuklären, ist ein Proktologe oder Koloproktologe. Zwar ist der Pilonidalsinus genaugenommen keine Erkrankung des Analbereichs, jedoch tritt er in der Nähe des Analbereichs auf. Die Erkrankung fällt deshalb in den Bereich der Proktologie.

Ein symptomfreier Sinus pilonidalis, aus dem kein Sekret austritt, erfordert keine Therapie. Ein akuter oder chronischer Pilonidalsinus muss dagegen immer operativ behandelt werden. Hier gibt es zahlreiche operative Verfahren, wie zum Beispiel:

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