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Sichelfuß: Einwärtsdrehung der Zehenspitzen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (04. März 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Der Sichelfuß ist die häufigste Fußfehlstellung beim Baby: Hierbei ist der Vorderfuß nach innen gedreht – dadurch hat der Fuß die Form einer Sichel. In den meisten Fällen entsteht ein Sichelfuß wahrscheinlich durch den Platzmangel in der Gebärmutter während der letzten Schwangerschaftswochen

Die gute Nachricht: Sichelfüße sind meistens harmlos und verschwinden im Laufe des Wachstums von allein. Eltern können die Therapie unterstützen, indem sie die Füße ihres Babys wiederholt in die Normalstellung drücken. Auch ein leichtes Bestreichen des äußeren Fußrands und eine Fußmassage fördern die normale Ausrichtung der Füße. Eine Operation kommt bei einem Baby praktisch nie in Betracht.

Die für einen Sichelfuß typische Fehlstellung entsteht dadurch, dass der Mittelfuß und die Zehen verstärkt nach innen gewölbt sind – sogenannte Adduktionsstellung. Die Ferse bleibt dabei unverändert oder knickt nach innen ab. Die Fachbezeichnung für einen Sichelfuß lautet Pes adductus. 

Mögliche Ursachen für einen Sichelfuß sind:

  • die in der Gebärmutter (Uterus) herrschende räumliche Enge, die dazu führt, dass sich der Fuß des Ungeborenen in einer Zwangshaltung befindet (daher findet sich der angeborene Sichelfuß fast nie bei Frühgeborenen),
  • erbliche Faktoren (ein erblich bedingter Sichelfuß tritt nur dann auf, wenn beide Elternteile die entsprechenden Erbmerkmale tragen und an ihr Kind vererben),
  • häufige Bauchlage der Säuglinge, bei der die Zehen ständig aufliegen, sodass sich der Vorderfuß nach innen verdreht und schließlich in die Sichelstellung hineinwächst.
Grafische Darstellung eines Sichelfußes

Typisch für den Sichelfuß ist die starke Einwärtsdrehung der Zehenspitzen.

Der Sichelfuß tritt häufig beidseitig auf, bereitet in der Regel jedoch weder Schmerzen noch schränkt er die Bewegungsfähigkeit ein. Allerdings kann ein Sichelfuß beim Kleinkind dazu führen, dass ein stark nach innen gerichteter Gang entsteht.

Meistens stellt der Arzt den Sichelfuß anhand des Erscheinungsbilds und der körperlichen Untersuchung fest – zum Beispiel im Rahmen der ersten U-Untersuchungen. Mithilfe einer Röntgenuntersuchung kann der Arzt feststellen, welches Ausmaß die Fehlstellung beim Sichelfuß hat.

In den meisten Fällen verschwindet ein Sicherfuß von allein. Bleibt die Fußfehlstellung allerdings bestehen, ist eine Behandlung ratsam: Hierbei reichen meist konservative (d.h. nicht-operative) Maßnahmen mit Verbänden oder Einlagen aus.

Gelingt es so nicht, die Fußfehlstellung ausreichend zu korrigieren, kann der Sichelfuß eine Operation nötig machen. Bei Kindern kommen andere Methoden zur operativen Sichelfuß-Therapie zum Einsatz als bei Erwachsenen.



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