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Sehnenscheiden­entzündung (Tendovaginitis)

Veröffentlicht von: Carolin Grob (20. Juni 2014)

Ob am Computerarbeitsplatz, beim Musizieren oder beim Sport: Eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) kann entstehen, wenn man eine Bewegung ständig wiederholt. Ziehende oder stechende Schmerzen und Schwellungen sind Anzeichen dafür, dass sich das Gewebe, das die beanspruchte Sehne umhüllt, entzündet hat.

Überall dort, wo Sehnen direkt auf dem Knochen oder um einen Knochenvorsprung verlaufen, sind sie von Sehnenscheiden umhüllt, die sie vor übermäßiger Reibung schützen. Die Gelenkschmiere (Synovia) im Inneren der Sehnenscheiden verbessert außerdem die Gleitfähigkeit der Sehnen.

Eine übermäßig starke Beanspruchung bestimmter Sehnen führt dazu, dass sich die Sehnenscheide entzündet. Am Handgelenk entsteht die Tendovaginitis am häufigsten. Grundsätzlich kann jedoch jede Sehne, die in einer Sehnenscheide verläuft, von einer Sehnenscheidenentzündung betroffen sein (im Daumen, Ellenbogen, Fuß usw.).

Eine Sehnenscheidenentzündung kann verschiedene Ursachen haben:

  • Meist entsteht eine Sehnenscheidenentzündung infolge anhaltender monotoner Bewegungen und/oder einer dauerhaft falschen Haltung, zum Beispiel durch:
    • einen ungeeigneten Arbeitsplatz (z.B. falsch eingestellter Tisch, falsche Computer-Maus, falsch eingestellte Tastatur)
    • dauerhafte gleichförmige Bewegungen (z.B. beim langen Arbeiten am Computer – dann auch Mausarm genannt –, Hanteltraining, Rudern),
    • starke Belastungen – zum Beispiel beim Sport (wie Tennis, Bodenturnen, Klettern) oder beim Musizieren (z.B. mit Gitarre, Geige oder Klavier)
  • Seltener ist eine entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankung dafür verantwortlich, dass sich eine Sehnenscheide entzündet.
  • Außerdem kann eine Tendovaginitis die Folge einer Infektion sein (z.B. durch Chlamydien, Mykoplasmen, Gonokokken).

Für eine Sehnenscheidenentzündung sind folgende Symptome typisch:

  • starke ziehende oder stechende Schmerzen,
  • ein Knirschen im betroffenen Gelenk, das auftritt, wenn man das Gelenk bewegt, und
  • eine Schwellung der betroffenen Stelle, die auch gerötet und erwärmt sein kann.

Bei einer Sehnenscheidenentzündung reichen zur Behandlung meist Medikamente (gegen die Schmerzen, die Entzündung selbst und die Schwellung), eine Wärme- oder Kältezufuhr und eine Ruhigstellung des Gelenks aus. Solange die Tendovaginitis Beschwerden verursacht, ist es außerdem ratsam, die ursächliche belastende Tätigkeit zu vermeiden. Dann bestehen meist gute Heilungschancen.

Allerdings kann eine nicht rechtzeitig erkannte und behandelte Sehnenscheidenentzündung auf Dauer bestehen bleiben (d.h. chronisch verlaufen). Das bedeutet, dass durch die wiederkehrende Belastung eine Verletzung entsteht (sog. Repetitive Strain Injury). Für einige Risikogruppen, die beruflich viel am Computer arbeiten, gilt die Tendovaginitis mittlerweile als Berufskrankheit.






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