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Scrapie – krank durch Prionen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. März 2016)

© Jupiterimages/Stockbyte

Scrapie (Traberkrankheit) ist eine tödlich verlaufende Hirnerkrankung bei Schafen und gelegentlich bei Ziegen. Scrapie ist bereits seit mehr als 250 Jahren bekannt und tritt bis heute auf. Die Traberkrankheit gehört zu den sogenannten Prionenkrankheiten, bei denen fehlgeformte Prionen (spezielle Eiweiße) schwere Schäden im Gehirn verursachen.

Wie BSE (bovine spongiforme Enzephalopathie, Rinderwahn) und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen gehört Scrapie zu den sogenannten transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE), also den "übertragbaren schwammartigen Hirnerkrankungen".

Der Begriff Scrapie kommt aus dem Englischen (to scrape = schaben, scheuern) und geht auf das Verhalten der erkrankten Tiere zurück: Die erkrankten Schafe leiden an starkem Juckreiz und scheuern sich deswegen häufig die Wolle ab. Daneben treten weitere Verhaltens- und auf, die auf eine Erkrankung des Kleinhirns hindeuten.

Vom auffälligen Gangbild der Tiere leiten sich die deutsche Bezeichnung "Traberkrankheit" und der französische Name "la tremblante" ab, was so viel wie "zittrig" bedeutet. Gelegentlich trinken die Tiere auch ungewöhnlich viel Wasser (sog. Polydypsie).

Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Beschwerden – ist bei Scrapie sehr lang: Sie kann mehrere Jahre betragen. Nach dieser Inkubationszeit beginnt die symptomatische Phase der Traberkrankheit, die mit einer Dauer von zwei Wochen bis sechs Monaten sehr kurz ist. Es gibt bislang keine wirksame Therapie gegen Scrapie.

Wissenschaftler sind sich zudem inzwischen einig, dass es sich bei der Traberkrankheit um eine übertragbare Erkrankung handelt, bei der die genetische Veranlagung eines Tieres eine wichtige Rolle spielt. Der Tierarzt kann Scrapie erst nach dem Tod des Tieres sicher feststellen, indem er eine Probe des Gehirngewebes untersucht (Biopsie). Zwar gibt es die Möglichkeit, Prionen auch im lymphatischen Gewebe (z.B. den Rachenmandeln) am lebenden Tier nachzuweisen – diese Methode ist aber international noch nicht anerkannt und wird deshalb selten durchgeführt.

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