Schulterschmerzen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. September 2017)

© iStock

Schulterschmerzen können die Bewegungsfreiheit stark einschränken und den Alltag schwierig machen. Ursachen gibt es viele, häufig steckt ein sogenanntes Impingementsyndrom hinter den Beschwerden. Aber auch akute Verletzungen und Verschleiß lösen Schulterschmerzen aus. Oft ist eine langfristige, konsequent angewendete Krankengymnastik nötig, um die Muskeln zu kräftigen – eine Operation lässt sich in vielen Fällen umgehen.

Was sind Schulterschmerzen?

Schulterschmerzen sind überwiegend sogenannte Weichteilschmerzen im Bereich des Schultergelenks. Die Knochen sind dabei nicht beeinträchtigt. Die Beschwerden entstehen im Bereich von:

  • Muskeln,
  • Sehnen,
  • Gelenkkapsel,
  • Schleimbeutel und
  • Gelenkschmiere (Synovia).

Schulterschmerzen schränken die Tätigkeiten, denen man nachgehen möchte, stark ein: sowohl im Alltag bei normalen Bewegungen wie dem Anziehen einer Jacke, aber auch im Beruf oder beim Sport.

Schulterschmerzen: Ursachen

Schulterschmerzen können unterschiedlichste Ursachen haben. Dabei spielt es eine große Rolle, dass die Schulter das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers ist. Bei vielen anderen Gelenken, etwa dem Hüftgelenk, nimmt eine tiefe Gelenkpfanne den Gelenkkopf auf und stabilisiert ihn so. Bei der Schulter ist das anders: Hier halten Muskeln, Sehnen und Bänder den Kopf des Oberarmknochens in der richtigen Position. Erfüllen diese ihre Aufgabe nur unzureichend, sind oft Schulterschmerzen die Folge.

Schwache, zu wenig beanspruchte Muskeln und Fehlstellungen können Schmerzen in der Schulter nach sich ziehen. Auch eine falsche Haltung stellt ein Risiko dar.

Häufige Ursachen für Schulterschmerzen sind:

  • Muskel- oder Sehnenrisse
  • altersbedingte knöcherne Veränderungen am Gelenk sowie Verkalkungen an der Bizepssehne

Schematische Darstellung der Schulter von vorne

Schematische Darstellung der Schulter von vorne

Schematische Darstellung der Schulter von hinten

Schematische Darstellung der Schulter von hinten

Verrenkung des Schultergelenks (Schultergelenksluxation)

Eine Verrenkung des Schultergelenks kann ebenfalls Schulterschmerzen verursachen. Man unterscheidet drei unterschiedliche Typen einer Schultergelenksluxation:

  • unfallbedingte Verrenkung (traumatische Luxation) als direkte Folge eines Unfalls
  • wiederkehrende Verrenkung (posttraumatisch rezidivierende Luxation): erneute Verrenkungen infolge einer unfallbedingten Verrenkung
  • gewohnheitsmäßige Verrenkung (habituelle Luxation): Oberarmkopf springt aufgrund überdehnter oder schlaffer Bänder aus der Schulterpfanne – kann angeboren sein

Sehnenentzündung

An den Sehnen des Schultergelenks kann es aufgrund von Verschleißerscheinungen zu einer chronischen Entzündung kommen. Bei Sehnenentzündungen bestimmter Schultermuskeln (Musculus supraspinatus, Musculus infraspinatus und Musculus teres minor) tritt ein örtlicher Schmerz oben und seitlich an der Schulter sowie an dem größeren Muskelansatzhöcker (Tuberculum majus) am Oberarmknochen auf.

Erkrankungen an anderen Stellen des Körpers

Außerdem können Erkrankungen an anderen Organen oder Strukturen Schmerzen verursachen, die bis in die Schulter ausstrahlen. Die genaue Ursache und Diagnose einer solchen Erkrankung erfordert mitunter eine Abklärung durch andere Fachärzte wie Internisten oder Neurologen.

Beispiele für ausstrahlende Beschwerden:

  • von der Wirbelsäule kommende (vertebragene) Schmerzen
  • Nervenentzündung (Plexusneuritis)
  • Nervenverletzung (Nervenläsion)
  • sog. Nervus-suprascapularis-Syndrom
  • Brust-Auslass-Syndrom (engl.: thoracic outlet syndrom)
  • internistische Erkrankungen wie Herzinfarkt, Gallenkolik, Lungentumoren (z.B. Bronchialkarzinom)
  • rheumatologische Erkrankungen wie Gelenkentzündung und Rheuma

Schulterschmerzen: Symptome

Je nach Ursache und Ursprungsort der Schulterschmerzen stehen unterschiedliche Symptome im Vordergrund. Allerdings können sich die Beschwerden trotz unterschiedlicher Auslöser stark ähneln.

Häufige Ursachen von Schulterschmerzen, wie das sogenannte Impingementsyndrom (Engpasssyndrom) oder eine Rotatorenmanschettenruptur, beeinträchtigen die Beweglichkeit des Arms: Er lässt sich schmerzbedingt oft kaum noch heben. Viele alltägliche Vorgänge – etwa das Anziehen eines Hemdes oder das Einschrauben einer Glühbirne über Kopf – sind nur noch schwer möglich. Die Schulter schmerzt dann in bestimmten Positionen – vor allem beim seitlichen Abspreizen des Arms (Abduktion) – oder bei Belastung (Impingement).

Da die Symptome oft beim seitlichen Abspreizen des Arms auftreten und sich in bestimmten Bewegungsbereichen zeigen, sprechen Ärzte auch vom sogenannten schmerzhaften Bogen (engl. painful arc). Schmerzen durch Engpasssyndrome können weit in Richtung Schulter ausstrahlen.

Darstellung des schmerzhaften Bogens beim seitlichen Anheben des Arms

Schmerzhafter Bogen: Die Schulterschmerzen sind in einem Winkel von etwa 60° bis 120° am stärksten.

Typisch ist auch der nächtliche Schmerz, der auftritt, wenn der Betroffene auf der erkrankten Seite liegt oder sich unbewusst im Schlaf dorthin dreht. Viele Menschen mit Schulterschmerzen wissen nicht, wie sie sich richtig hinlegen sollen, um schmerzfrei schlafen zu können.

Kommt es an der Halswirbelsäule zu mechanisch bedingten Krankheitsprozessen, können Bewegung und Funktion dieses Bereichs eingeschfänkt sein. Schmerzen strahlen von hier in Schultern und Arme aus.

Wenn Nervenwurzeln gereizt werden, mindert das die Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Die Folge: bis in die Hand ausstrahlende Schmerzen. Vom Ort der Schmerzen kann der Arzt auf die jeweils betroffene Nervenwurzel zurückschließen, da es eine klare anatomische Zuordnung gibt. Die Schmerzen können mit Empfindungsstörungen und Muskelschwäche einhergehen.

Eine Erkrankung des seitlichen Schlüsselbeingelenks (Akromioklavikulargelenk) verursacht meist Beschwerden im Bereich der oberen Schulter.

Schultergelenksschmerzen machen sich häufig tiefer bemerkbar. Außerdem bewegen Betroffene ihre Schulter und ihren Arm bei diesen Beschwerden in typischer Weise. Dieses Bewegungsmuster nennen Ärzte Kapselmuster – es lässt auf eine Beeinträchtigung des Gelenks oder umliegende Strukturen (Rotatorenmanschette) schließen. Beim Kapselmuster sind mehrere Bewegungen des Gelenks eingeschränkt.

Kommt es durch einen Unfall zu Veränderungen an Nerven, tritt häufig eine stark abweichende Empfindung auf: Es kommt im Versorgungsgebiet der betroffenen Nerven zu einem Brennen sowie einschießenden Schmerzen.

Die Frozen Shoulder oder Schultersteife geht mit Schmerzen einher und betrifft Sehnen, Gelenkkapsel und Schleimbeutel im Bereich der Rotatorenmanschette. Der englische Begriff Frozen Shoulder leitet sich von der eingeschränkten oder aufgehobenen Beweglichkeit des Gelenks ab (frozen = erstarrt). Die Schmerzen verstärken sich vor allem bei Innen- und Außendrehung des Arms und strahlen in den sogenannten Deltamuskel, einen dreieckigen Muskel über dem Schultergelenk, aus.

Bei Sehnenentzündungen richten sich die Schulterschmerzen danach, welche Muskelsehne entzündet ist:

Muskel Schmerz
Obergrätenmuskel (Musculus supraspinatus) bei Abspreizung des Arms gegen einen Widerstand
Untergrätenmuskel (Musculus infraspinatus), kleiner runder Armmuskel (Musculus teres minor) bei Drehbewegung nach außen gegen einen Widerstand
Unterschulterblattmuskel (Musculus subscapularis) bei Drehbewegung nach innen gegen einen Widerstand, Schmerz besonders am kleineren Muskelansatzhöcker am Oberarmknochen (Tuberculum minus humeri)
Musculus biceps brachii Schmerz an der Schultervorderseite. Entzündungen betreffen meistens den längeren Anteil des Muskels (sog. Caput longum). Sie beruhen auf Verschleißerscheinungen oder chronischen Reizungen, häufig aufgrund schweren Hebens, sowie Sehnenrissen. Die Sehne in der Furche des Bizepsmuskels (Sulcus bicipitalis) reagiert schmerzhaft auf Druck. Bei Innendrehung des Unterarms gegen einen Widerstand verstärkt sich der Schmerz.

Schulterschmerzen: Diagnose

Da Schulterschmerzen mit zu den häufigsten Beschwerden im orthopädischen Alltag gehören, stellen Untersuchung und Diagnose Routineverfahren dar. In aller Regel erfragt der Arzt zuerst die Krankengeschichte (Anamnese):

  • Liegt eine bekannte Schulterverletzung vor, etwa nach einem Sturz oder Anprall?
  • Seit wann bestehen die Schulterschmerzen?
  • Wann treten die Schmerzen auf? Ständig oder nur bei bestimmten Bewegungen?
  • Um was für einen Schmerz handelt es sich? Ist er scharf, brennend oder dumpf?
  • Schränkt der Schmerz die Bewegung ein?
  • Treten die Schmerzen auch nachts auf?
  • Bestehen Risikofaktoren für Schulterverletzungen bzw. Schulterverschleiß (etwa sportlich oder beruflich bedingte)?

Die Antworten geben erste Hinweise auf mögliche Ursachen der Schulterschmerzen.

Anschließend folgt die körperliche Untersuchung: Zieht der Patient sein Oberteil aus, offenbaren sich mitunter gestörte Bewegungsabläufe und ein Vermeidungsverhalten ist erkennbar: Der Betroffene schont den Arm, um Schmerzen zu entgehen. Wichtig bei der Diagnose sind Form und Stand der Schultern, der Schulterblätter und der Schlüsselbeine sowie die Haltung der Arme und mögliche Auffälligkeiten der Muskulatur.

Ebenso wichtig wie die optische Diagnose ist die Untersuchung des Betroffenen mit speziellen Untersuchungsgriffen und -methoden. Von ihnen gibt es eine ganze Reihe – sie kommen zum Einsatz, um die Funktion der Muskeln des Schultergelenks beurteilen zu können. So lassen sich die Ursachen der Schulterschmerzen genauer eingrenzen.

Typische klinische Funktionstests bei Schulterschmerzen sind:

  • Jobe-Test (Supraspinatus-Test)
  • Impingement-Test nach Neer (Neer-Test)
  • Hawkins-Test
  • Painful-arc-Test
  • Codmann-Griff
  • Lift-off-Test
  • Drop-arm-Zeichen
  • Schürzengriff / Nackengriff

Jobe-Test: Der Patient steht oder sitzt aufrecht und führt beide Arme in die Horizontale (90°). Nun beugt er sie in dieser Ebene um etwa 30° und dreht die Hände so, dass die Daumen zum Boden zeigen (als würde man eine Dose ausschütten). Der Untersucher versucht nun, die Arme des Patienten gegen dessen Widerstand nach unten zu drücken. Kann der Betroffene auf einer Seite nur wenig entgegensetzen, spricht dies für einen Sehnenriss, eine gereizte Sehne oder eine Entzündung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach.

Neer-Test: Beim Neer- oder Impingment-Test hält der Arzt die Schulter des Patienten ruhig und bewegt den ausgestreckten Arm dann seitlich gestreckt nach oben, um ihn anschließend nach innen zu rotieren. Treten dabei Schmerzen auf, ist dies ein Hinweis auf ein Impingment-Syndrom.

Hawkins-Test: Der Arzt hebt den Arm am gebeugten Ellenbogen nach oben und dreht ihn gleichzeitig nach innen. Auch mit diesem Test kann ein Impingment-Syndrom diagnostiziert beziehungsweise ausgeschlossen werden.

Painful-arc-Test: Auch bei diesem Test soll der Arm über einen bestimmten Punkt hinweg angehoben werden. Die Bewegung soll der Patient selber durchführen. Treten dabei Schmerzen auf, kann es sich um einen sogenannten painful arc handeln. Die Schmerzen können ausbleiben, wenn der Arzt den Arm für den Patienten anhebt.

Codmann-Griff: Der Codmann-Griff beschreibt eine bestimmte Grifftechnik, mit der der Arzt die Schulter abtastet. Dabei kann er zum einen den Ursprung der Schmerzen feststellen und, wenn vorhanden, aneinanderreibende Knochenteile ertasten.

Lift-off-Test: Der Patient legt die Hände im sogenannten Schürzengriff hinter den Rücken. Dann soll er die Hände gegen den Druck des Arztes vom Rücken lösen. Je nachdem, wie gut das gelingt und ob es Schmerzen erzeugt, kann der Arzt das Ergebnis für die Diagnose auswerten.

Drop-Arm-Zeichen: Der Arzt hebt den Arm des Patienten an und bittet ihn, diesen oben zu halten. Wenn das nicht gelingt ist dies ein Hinweis auf eine Verletzung der Rotatorenmanschette.

Schürzengriff und Nackengriff dienen dazu, die Beweglichkeit der Schulter zu überprüfen. Beim Schürzengriff soll der Patient beide Hände an den unteren Rücken zu legen (die Daumen zeigen dabei nach oben). Beim Nackengriff werden beide Hände hinten an den Nacken gelegt (die Daumen zeigen dabei nach unten).

Weitere Untersuchungen bei Schulterschmerzen

Zusätzlich zu den Funktionstests tastet der Arzt die Sehnenansätze, Gelenke und Triggerpunkte ab. Triggerpunkte sind Reizpunkte, deren Berührung Schmerzen auslösen können. Dabei treten die Schmerzen nicht immer nur am Druckpunkt auf, sondern gegebenenfalls auch an anderen Körperstellen. Der Arzt untersucht den Schulterbereich auf Muskelverkürzungen und prüft die Beweglichkeit der Gelenke. Zudem schaut er, wie der Betroffene den Arm gegen Widerstand bewegt und macht eine aktive und passive Bewegungsprüfung.

Wenn nötig schließt sich eine neurologische Untersuchung an, um zum Beispiel eine Einklemmung eines Nervs abzuklären.

Um festzustellen, ob es sich bei den Schulterschmerzen um eine nervliche oder muskuläre Erkrankung handelt, kann ein Elektromyogramm (EMG) gemacht werden. Dabei misst der Arzt die elektrische Aktivität der Muskeln in Ruhe oder in Bewegung. So kann er beurteilen, in welchem Bereich eine Störung vorliegt: im Muskel oder im beteiligten Nerv. Auch eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie) kann Aufschluss geben.

Weitere Einblicke in das Schultergelenk erlauben bildgebende Verfahren wie:

Die kombinierte Beurteilung der Krankengeschichte, der klinischen Tests und der Ergebnisse der Ultraschall-, Röntgen- oder MRT-Untersuchung ermöglicht dem Arzt meist eine gezielte Diagnose.

Geben all diese nicht-operativen Verfahren keinen klaren Hinweis auf die Ursache der Schulterschmerzen, kann evenutell eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) weiterhelfen. Bei dieser Operation in sogenannter Schlüssellochtechnik kann sich der Arzt einen direkten Eindruck von den Strukturen im Schultergelenk sowie der umliegenden Anatomie verschaffen. Bei Bedarf kann er auch direkt therapieren – etwa einen Sehnenriss nähen oder entzündetes Gewebe abtragen.

Schulterschmerzen: Therapie

Die Therapie von Schulterschmerzen richtet sich nach deren Ursache. In den meisten Fällen kann der Betroffene selbst erheblich dazu beitragen, die Schulterschmerzen zu lindern oder ganz loszuwerden. Denn in vielen Fällen stecken mangelnde Bewegung und mit ihr eine Muskelschwäche sowie eine fehlerhafte Haltung hinter den Beschwerden. Ursachen, die jeder aktiv ändern kann.

Grundsätzlich gibt es bei Schulterschmerzen folgende Behandlungsmöglichkeiten:

nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR; Schmerzmittel ohne Kortison) bei:

Glukokortikoide bei:

  • Sehnenentzündungen (nicht zu häufig, da Gefahr von Sehnenrissen)
  • Schultersteife
  • neurogene Störungen (Störungen der Nervenleitbahnen)

Physiotherapie (Krankengymnastik) bei:

  • mechanischen Beschwerden
  • Sehnenentzündungen (Pendelübungen)
  • Rotatorenmanschettenruptur
  • Schultersteife
  • Verspannungen

Armschlinge, um die Schulter ruhigzustellen bei

  • Sehnenentzündungen

Akupunktur bei:

  • neurogenen Störungen

Wärme (Pflaster, Bad, Sauna) bei:

Kälte- oder Drucktherapie bei:

  • neurogenen Störungen

Neurostimulation (TENS – transkutane elektrische Nervenstimulation) bei:

  • mechanischen Beschwerden
  • neurogenen Störungen

Operation bei:

  • Rotatorenmanschettenruptur (nur bei schwerer Schädigung)
  • neurogenen Störungen

Gelenkprothesen bei:

  • schwerem Verschleiß

Das können Sie selber gegen Schulterschmerzen tun

Mit einigen regelmäßigen Übungen können Sie Schulterschmerzen loswerden oder vorbeugen. Solche Schulterübungen empfehlen sich für die meisten Menschen, die unter Schulterschmerzen leiden. Es gibt viele Schulterübungen, die Sie zuhause machen können. Für die meisten Übungen brauchen Sie lediglich ein flexibles Gymnastikband.

Welche Übungen für Sie geeignet sind, erfragen Sie am besten bei Ihrem Arzt oder einem Physiotherapeuten.

Trainieren Sie aber nicht einfach drauf los! Wenn etwa eine Sehne verletzt ist oder andere schwere Schädigungen vorliegen, die eine andere Therapie erfordern, können Sie die Situation verschlimmern. Wenn Sie akut Probleme und Schmerzen haben, schonen Sie Ihre Schulter, bis eine genaue Diagnose vorliegt!

Generell gilt: Erst den Arzt um Rat fragen, dann erst mit dem Schultertraining beginnen.

Außerdem helfen ein paar Regeln für den Alltag, um die Schulterschmerzen zu bessern oder Beschwerden vorzubeugen:

  • Bewegen Sie sich und Ihre Schultern regelmäßig. Achten Sie aber darauf, dass keine Schmerzen auftreten.
  • Halten Sie die Arme nicht über längere Zeit nach vorne, denken Sie daran, die Ellbogen aufzustützen.
  • Tragen Sie Lasten nah am Körper und verteilen Sie das Gewicht gleichmäßig auf beide Seiten.
  • Eine goldene Regel für eine ganze Reihe von Beschwerden lautet: Ein gerader, kräftiger Rücken beugt Schmerzen vor.
  • Meiden Sie Überkopfarbeiten (z.B. Decke streichen) und Überkopfsportarten wie Basketball, Volleyball, Handball, Badminton oder Tennis.
  • Gut und wenig belastend für die Schulter sind Sportarten wie aufrechtes Radfahren, Laufen und Schwimmen.
  • Tägliches Training der Schultermuskeln durch Schulterübungen beugt Schmerzen vor und lindert bestehende Beschwerden.

Schulterschmerzen: Verlauf

Je nach Ursache verlaufen Schulterschmerzen sehr unterschiedlich:

  • Eine dauerhafte Überlastung der Schultergelenke kann zum Beispiel im Verlauf zu chronischen Schulterschmerzen und frühzeitigem Verschleiß führen, der nicht umkehrbar ist.
  • Auch anhaltende Verspannungen können chronische Schmerzen nach sich ziehen.

Wie gut die Therapie anschlägt, hängt deshalb auch von Ihrer Mitarbeit ab. Haben die Schulterschmerzen ihre Ursache in der Ausübung bestimmter Sportarten, kann es sinnvoll sein, eine Weile oder gar langfristig auf diese zu verzichten. Empfiehlt Ihnen der Arzt, den Schulterbereich vorerst ruhigzustellen beziehungsweise zu schonen, sollten Sie diesen Rat beherzigen.

Je früher Sie etwas gegen dauerhafte Schulterschmerzen unternehmen, desto besser sind die Heilungsaussichten.

Schulterschmerzen: Vorbeugen

Mit gezieltem Muskeltraining können Sie Schulterschmerzen und einem frühem Verschleiß der Schulter vorbeugen. Hierfür eignen sich zum Beispiel Schulterübungen, die Sie zuhause selbst regelmäßig machen können.

Achten Sie beim Krafttraining darauf, dass ein ausgebildeter Trainer Sie in die Geräte einweist und trainieren Sie in Maßen. Überlastung führt eher zu Schulterschmerzen, als dass sie hilft.

Eine schlechte Haltung und wenig Bewegung sind die größten Feinde der Schulter. Sie führen einerseits zu einer falschen Stellung des Gelenkes, andererseits verkümmern die inaktiven Muskeln mit der Zeit. In einem solchen Fall schädigen schon geringfügige Belastungen und Bewegungen einzelne Strukturen – dies reizt und überlastet die Schulter.

Ein Problem sind dauerhaft sitzende Tätigkeiten. Hier kommt es schnell zu Muskelverspannungen. Machen Sie deshalb regelmäßig kurze Pausen, in denen Sie den Schulter- und Nackenbereich durch Entspannungsübungen lockern. Achten Sie bei längerem Sitzen auf die richtige Haltung. Selbst mit kurzen Spaziergängen können Sie Verspannungen vorbeugen und die Muskeln lockern.

Schulterschmerzen: Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Schulterschmerzen":


Linktipps:

Übungen gegen Schulterschmerzen von Stiftung Warentest

Beratungsstellen / Selbsthilfegruppen:

Deutsche Schmerzliga e.V.
Postfach 74 01 23
60570 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 13 82 80 22 (Mo, Mi, Fr 9-11 Uhr)
Tel.: 06201 / 60 49 415 (Mo 18-20 Uhr)
Mail: info@schmerzliga.de
Web: www.schmerzliga.de

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 27.9.2017)

Hüter-Becker, A., Dölken, M.: Physiotherapie in der Orthopädie. Thieme, Stuttgart 2015

Imhoff, A.B., Baumgartner, R., Linke R.D.: Checkliste Orthopädie. Thieme, Stuttgart 2014

Niethard, F. U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

Wirth, C.J. et al.: Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2013

Breusch, S. et. al.: Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013

Albrecht, D. et al.: Pathologie und Therapie der Rotatorenmanschettenläsion. Trauma Berufskrankhheit, Jahrgang 14, S. 201-207 (5. September 2012)

Rieger, H.: Sportverletzt, Was jetzt? – Ursachen, Behandlung und Vorbeugung. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2010

Bischoff, M.: Die wichtigsten Tests zur Abklärung von Schulterschmerzen. MMW-Fortschritte der Medizin, 152. Jahrgang, Nummer 15 (2010)

Aktualisiert am: 27. September 2017

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst