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Schizophrenie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. Januar 2014)

Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung. Sie beeinflusst die gesamte Persönlichkeit in unterschiedlicher Weise und äußert sich auf verschiedenen Ebenen. Oft zeigen die Betroffenen ein gestörtes Verhältnis zur Realität. Dies äußert sich zum Beispiel in Halluzinationen und Wahnvorstellungen.

"Die Leute in meinem Kopf geben zu allem, was ich mache, eine Meinung ab und sagen mir ständig, dass ich ein schlechter Mensch bin!" So ähnlich könnte ein Erkrankter ein typisches Symptom der Schizophrenie beschreiben: akustische Halluzinationen. Manche Betroffenen hören dabei eine oder mehrere Stimmen, obwohl niemand in ihrer Umgebung etwas sagt. Die Stimmen sagen den Betroffenen dabei recht unterschiedliche Dinge: Manchmal kommentieren sie nur, manchmal verhöhnen sie den Erkrankten oder stacheln ihn zu aggressiven Handlungen gegen sich oder – selten – gegen andere Personen an. Beginnt eine Schizophrenie, können akustische Halluzinationen manchmal auch nur aus Geräuschen wie Knacken, Knattern oder Rauschen bestehen. Mediziner nennen diese nicht realen Geräusche Akoasmen.

Auch visuelle Halluzinationen sind möglich. Dabei sieht der Schizophrenie-Patient Farben, Dinge oder Personen, die nicht vorhanden sind – oft werden Halluzinationen in ein komplettes Wahnsystem eingebaut. Dazu ein Beispiel: Ein Schizophrenie-Patient sieht viele goldene Lichtstrahlen aus dem Himmel herabgleiten, während ihm Stimmen sagen, dass er als Retter der Welt auserkoren sei. Der Patient entwickelt also gleichzeitig einen Größenwahn, den er – genauso wenig wie die Halluzinationen – infrage stellt. Für ihn ist das Erlebte völlig real und in sich schlüssig: Natürlich sprechen die Engel zu ihm und lassen ihn in hellem Lichterglanz erscheinen, denn er ist ja der neue Messias!

Solch blühende Wahnvorstellungen des Betroffenen bezeichnen Mediziner übrigens auch als floride Symptomatik (lat: flos = die Blume) und werden von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn oft als beängstigend empfunden.

Doch nicht alle Symptome einer Schizophrenie sind sofort für Außenstehende ersichtlich. So gehören zu den Kennzeichen einer Schizophrenie – neben einer veränderten Wahrnehmung – unter anderem:

  • beeinträchtigtes Denkvermögen: Der Gedankenfluss des Betroffenen bricht manchmal ab oder ist verlangsamt.
  • Abflachen der Gefühle: Schizophrene wirken häufig abwesend und gefühlsarm.
  • Veränderung der Bewegungen: Die Betroffenen können z.B. völlig erstarren (sog. katatoner Stupor) oder sich nur noch eingeschränkt bewegen. Sie können aber auch sehr aktiv sein.

Fachärzte für Psychiatrie (Psychiater) unterscheiden verschiedene Formen der Schizophrenie. Sie orientieren sich an den Symptomen, die am deutlichsten auftreten. Herrschen zum Beispiel Wahn und Halluzination vor, sprechen sie von einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie.

Die Ursachen einer Schizophrenie sind bis heute noch nicht genau erforscht – allerdings spricht vieles dafür, dass mehrere Einflüsse eine Schizophrenie begünstigen. Man vermutet, dass sowohl genetische Vorbelastungen in der Familie, biologische Störungen als auch die Lebensgeschichte und Persönlichkeit der Betroffenen eine große Rolle spielen (sog. multifaktorielles Entstehungsmodell).

Um Schizophrenie festzustellen, befragt der Arzt den Betroffenen nach seinen Beschwerden und ob eventuell andere Familienmitglieder an Schizophrenie erkrankt sind. Anschließend schließt er Erkrankungen aus, die mit ähnlichen Beschwerden wie die Schizophrenie einhergehen, zum Beispiel Entzündungen im Gehirn, andere psychische Erkrankungen oder Vergiftungen.

Dazu können unter anderem Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll sein. Verschiedene neuropsychologische Tests unterstützen die Diagnostik.

Die Therapie der Schizophrenie erfolgt in erster Linie mit sogenannten Psychopharmaka. Dies sind Medikamente, die die Psyche des Menschen beeinflussen. Außerdem unterstützt eine Psychotherapie die Betroffenen darin, mit ihrer Krankheit umzugehen und ihren Alltag zu bewältigen.






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