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Schizophrenie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. März 2015)

Die Schizophrenie ist eine komplexe, psychische Erkrankung. Sie beeinflusst die gesamte Persönlichkeit der Betroffenen in unterschiedlicher Weise – zum Beispiel das Denken, Wahrnehmen und Fühlen.

Genauer gesagt gehört die Schizophrenie zu den sogenannten Psychosen. Das sind psychische Erkrankungen, die mit Denk-, Wahrnehmungs- und Motorikstörungen sowie einem gestörten Bezug zu sich selbst und der Umwelt einhergehen. Menschen, die unter einer Schizophrenie leiden, zeigen oft ein gestörtes Verhältnis zur Realität: Dies äußert sich zum Beispiel in Wahnvorstellungen und Halluzinationen – das heißt, sie hören Stimmen, die andere nicht hören.

"Die Leute in meinem Kopf geben zu allem, was ich mache, eine Meinung ab und sagen mir ständig, dass ich ein schlechter Mensch bin!"
So ähnlich könnte ein Erkrankter ein typisches Symptom der Schizophrenie beschreiben – man nennt dies akustische Halluzinationen.

Manche Betroffenen hören dabei eine oder mehrere Stimmen, obwohl niemand in ihrer Umgebung etwas sagt. Die Stimmen sagen den Betroffenen dabei recht unterschiedliche Dinge: Manchmal kommentieren sie nur, manchmal verhöhnen sie den Erkrankten oder stacheln ihn zu aggressiven Handlungen gegen sich oder – selten – gegen andere Personen an. Beginnt eine Schizophrenie, können akustische Halluzinationen manchmal auch nur aus Geräuschen wie Knacken, Knattern oder Rauschen bestehen. Mediziner nennen diese nicht realen Geräusche Akoasmen.

Neben akustischen Halluzinationen sind bei einer Schizophrenie auch visuelle Halluzinationen möglich. Dabei sieht der Betroffene 

  • Farben,
  • Dinge
  • oder Personen,

die in Wirklichkeit nicht vorhanden sind. Oft entwickeln die Patienten aus den Halluzinationen ein komplettes Wahnsystem.

Ein Beispiel: Ein Schizophrenie-Patient sieht viele goldene Lichtstrahlen aus dem Himmel herabgleiten, während ihm Stimmen sagen, dass er als Retter der Welt auserkoren sei. Der Patient entwickelt also gleichzeitig einen Größenwahn, den er – genauso wenig wie die Halluzinationen – nicht infrage stellt. Für ihn ist das Erlebte völlig real und in sich schlüssig!

Solch blühende Wahnvorstellungen bezeichnen Mediziner auch als floride Symptomatik (lat: flos = die Blume) – sie werden von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn oft als beängstigend empfunden.

Stimmen im Kopf und visuelle Halluzinationen können bei vielen Betroffenen zu Angstzuständen führen.

Stimmen im Kopf und visuelle Halluzinationen können bei vielen Betroffenen zu Angstzuständen führen.

Doch nicht alle Symptome einer Schizophrenie sind sofort für Außenstehende ersichtlich. So gehören zu den Kennzeichen einer Schizophrenie – neben einer veränderten Wahrnehmung – unter anderem:

  • beeinträchtigtes Denkvermögen: Der Gedankenfluss des Betroffenen bricht manchmal ab oder ist verlangsamt.
  • Abflachen der Gefühle: Schizophrene wirken häufig abwesend und gefühlsarm.
  • Veränderung der Bewegungen: Die Betroffenen können z.B. völlig erstarren (sog. katatoner Stupor) oder sich nur noch eingeschränkt bewegen. Sie können aber auch sehr aktiv sein.
Fachärzte für Psychiatrie unterscheiden verschiedene Formen der Schizophrenie. Sie orientieren sich dabei an den Symptomen, die am deutlichsten auftreten. Herrschen zum Beispiel Wahn und Halluzination vor, sprechen sie von einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie beziehungsweise paranoiden Schizophrenie.

Die Ursachen einer Schizophrenie sind bis heute noch nicht genau erforscht – allerdings spricht vieles dafür, dass mehrere Einflüsse eine Schizophrenie begünstigen. Man vermutet, dass sowohl

  • genetische Vorbelastungen in der Familie,
  • biologische Störungen
  • als auch die Lebensgeschichte
  • und Persönlichkeit der Betroffenen

eine große Rolle spielen (sog. multifaktorielles Entstehungsmodell).

Um eine Schizophrenie festzustellen, befragt der Arzt den Betroffenen nach seinen Beschwerden und ob eventuell andere Familienmitglieder an Schizophrenie erkrankt sind. Anschließend schließt er Erkrankungen aus, die mit ähnlichen Beschwerden wie die Schizophrenie einhergehen, zum Beispiel Entzündungen im Gehirn, andere psychische Erkrankungen oder Vergiftungen.

Dazu können unter anderem Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll sein. Verschiedene neuropsychologische Tests unterstützen die Diagnostik.

Eine Schizophrenie lässt sich am besten mit sogenannten Psychopharmaka behandeln. Dies sind Medikamente, die die Psyche des Menschen beeinflussen. Außerdem unterstützt eine Psychotherapie die Betroffenen darin, mit ihrer Krankheit umzugehen und ihren Alltag zu bewältigen.



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