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Forenexpertin: Dr. Anja Liekfeld
Forum Augenheilkunde
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Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Beim Schielen (Strabismus) befinden sich die Augen in einer Fehlstellung, sodass sie in unterschiedliche Richtungen blicken – meistens sind beide Augen einwärts (Strabismus convergens) oder auswärts (Strabismus divergens) gerichtet. Schielen ist nicht nur ein äußerlicher Makel, sondern kann je nach Ausprägung auch eine starke Sehbehinderung bedeuten.
Normalerweise verschmelzen die Seheindrücke beider Augen zu einem einzigen Bild (sog. Fusion) und ermöglichen so ein räumliches Sehen. Bei ausgeprägtem Schielen gelingt dies jedoch nicht – es entstehen Doppelbilder. Das Gehirn von Kindern reagiert auf den Strabismus, indem es die Seheindrücke eines Auges unterdrückt – darum kann ein unbehandeltes Schielen bei Kindern schwerwiegende Folgen haben: Das nicht genutzte Auge entwickelt eine Sehschwäche (sog. Amblyopie), die ohne rechtzeitige Gegenmaßnahmen dauerhaft bestehen bleibt. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, ein Schielen bei Kleinkindern rechtzeitig (am besten schon beim Baby im sechsten Lebensmonat) zu behandeln.
Man unterscheidet verschiedene Formen von Schielen: Am häufigsten ist die Heterophorie (auch verstecktes bzw. latentes Schielen genannt). Sie erfordert in der Regel keine Behandlung, da sie sich nur bei Belastung (z.B. bei Müdigkeit oder unter Alkoholeinfluss) bemerkbar macht. Beim Begleitschielen (Strabismus concomitans), das meist in den ersten Lebensjahren auftritt, und beim Lähmungsschielen (Strabismus paralyticus) durch gelähmte Augenmuskeln (infolge von Entzündungen oder Verletzungen) ist hingegen eine Therapie dringend ratsam.
In der Regel behandelt man ein Schielen bei Kindern über mehrere Jahre konservativ (d.h. ohne Operation). Die Behandlung besteht aus einer Brille, um eine eventuelle Fehlsichtigkeit zu korrigieren, einem Augentraining zum Zusammenführen von Doppelbildern (sog. Fusionsschulung) und der Bekämpfung der durchs Schielen entstandenen Sehschwäche. Unter Umständen kann es ratsam sein, die Fehlstellung der Augen in einer Operation zu korrigieren, sodass die Augen wieder parallel zueinander stehen. Beim Lähmungsschielen kommt eine auf die Ursache ausgerichtete Therapie zum Einsatz. Bleibt der Strabismus dennoch bestehen, helfen sogenannte Prismengläser gegen die Doppelbilder.
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