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Schielen (Strabismus)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. April 2015)

Schielen (Strabismus) kann je nach Ausprägung eine starke Sehbehinderung bedeuten: Normalerweise verschmelzen die Seheindrücke beider Augen zu einem einzigen Bild (sog. Fusion) und ermöglichen so ein räumliches Sehen. Bei einem leichten Silberblick mag dies noch gelingen, bei ausgeprägtem Schielen  jedoch nicht – es entstehen Doppelbilder.

Schielende Augen können auf unterschiedliche Weise von der Parallelstellung abweichen. Meistens sind beide Augen beim Schielen einwärts (Strabismus convergens) oder auswärts (Strabismus divergens) gerichtet. Je nach Ursache für die Augenfehlstellung unterscheidet man folgende Formen von Schielen:

  • Die Heterophorie (auch verstecktes bzw. latentes Schielen genannt) ist die häufigste Form. Eine Behandlung ist hier in der Regel nicht nötig, da sich die Augenfehlstellung nur bei Belastung (z.B. bei Müdigkeit oder unter Alkoholeinfluss) bemerkbar macht.
  • Hingegen ist beim Begleitschielen (Strabismus concomitans), das meist in den ersten Lebensjahren auftritt, eine Therapie dringend zu empfehlen.
  • Gleiches gilt für das Lähmungsschielen (Strabismus paralyticus), das durch gelähmte Augenmuskeln (infolge von Entzündungen oder Verletzungen) bedingt ist.

Das Gehirn von Kindern reagiert auf das Schielen, indem es die Seheindrücke eines Auges unterdrückt – darum kann ein unbehandeltes Schielen bei Kindern schwerwiegende Folgen haben: Das nicht genutzte Auge entwickelt eine Sehschwäche (sog. Amblyopie), die ohne rechtzeitige Gegenmaßnahmen dauerhaft bestehen bleibt. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, einen Strabismus bei Kleinkindern rechtzeitig zu behandeln (am besten schon beim Baby im sechsten Lebensmonat).

Auffällig schielende Kinder haben zwar gute Chancen, früh genug Hilfe zu bekommen – unauffälliges Schielen (sog. Mikrostrabismus) kommt jedoch deutlich häufiger vor. Da grundsätzlich jeder Strabismus im Kindesalter zur Sehschwäche führen kann, gilt:
Eltern sollten auch Kinder ohne sichtbare Augenfehlstellung oder sonstige Augenprobleme unbedingt im Alter von 30 bis 42 Monaten von einem Augenarzt untersuchen lassen.

In der Regel behandelt man ein Schielen bei Kindern über mehrere Jahre konservativ (d.h. ohne Operation). Im Einzelnen besteht die Behandlung des Strabismus aus:

  • einer Brille, um eine eventuelle Fehlsichtigkeit zu korrigieren,
  • einem Augentraining zum Zusammenführen von Doppelbildern (sog. Fusionsschulung) und
  • der Bekämpfung der durchs Schielen entstandenen Sehschwäche.

Unter Umständen kann es ratsam sein, das Schielen in einer Schieloperation zu korrigieren, sodass die Augen wieder parallel zueinander stehen. Beim Lähmungsschielen kommt eine auf die Ursache ausgerichtete Therapie zum Einsatz. Bleibt der Strabismus dennoch bestehen, helfen sogenannte Prismengläser gegen die Doppelbilder.



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