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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 26. Mai 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) ist ein seltener bösartiger Tumor der Scheide (Vagina). Er betrifft vor allem Frauen im Alter zwischen 60 und 65 Jahren. Die Infektion mit Humanen Papillom-Viren (HPV) gehört zu den Risikofaktoren, die die Entstehung von Scheidenkrebs begünstigen.
Abhängig vom zugrundeliegenden Zelltyp lassen sich mehrere Arten von Scheidenkrebs unterschieden: Über 90 Prozent aller bösartigen Tumoren der Scheide sind sogenannte Plattenepithelkarzinome. Der Tumor entwickelt sich dabei aus der obersten Zellschicht der Schleimhaut. Die restlichen 10 Prozent bilden sogenannte Adenokarzinome, maligne Melanome (schwarzer Hautkrebs) und – im Kindesalter – die sogenannten Rhabdomyosarkome.
Entwickelt sich ein Scheidenkrebs direkt aus Zellen der Scheide, handelt es sich um einen primären Scheidenkrebs. Generell entstehen viele bösartige Tumoren der Scheide aber sekundär, das heißt aus Krebserkrankungen der benachbarten Organe und Gewebe (z.B. Vulva oder der Harnblase). In nahezu einem Drittel der Fälle geht dem Vaginalkarzinom ein Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) voraus.
Die Ursachen von Scheidenkrebs sind nicht vollständig geklärt. Bekannt sind allerdings Risikofaktoren, die eine Vaginalkarzinom-Bildung begünstigen. Dazu gehören Infektionen mit den humanen Papillom-Viren (HPV) vom Typ 16 beziehungsweise 18.
Frühsymptome sind bei Scheidenkrebs selten. Es kann zu leichten Blutungen nach Sexualkontakt oder verstärktem Ausfluss aus der Scheide kommen – diese Symptome können jedoch auch im Rahmen anderer Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane auftreten. Oft entdeckt der Frauenarzt ein Vaginalkarzinom während der gynäkologischen Früherkennungsuntersuchungen.
Die Behandlung von Scheidenkrebs richtet sich nach seiner Ausbreitung. In erster Linie versuchen die behandelnden Ärzte, das Vaginalkarzinom operativ zu entfernen oder zu bestrahlen. Wird der Krebs frühzeitig erkannt, ist eine vollständige Heilung möglich.
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