Anzeige

Anzeige

Ringelröteln: Girlandenförmiger Hautausschlag

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Februar 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Ringelröteln sind eine Viruserkrankung, die vor allem bei Kindern im Klein- und Schulkindalter vorkommt. Der Erreger der Ringelröteln ist das Parvovirus B19, welches weltweit verbreitet ist. Das Virus wird von Mensch zu Mensch über feinste Speichel-Tröpfchen in der Luft übertragen – zum Beispiel beim Niesen, Husten oder Sprechen. 

Hat sich jemand mit Ringelröteln angesteckt, dauert es etwa 7 bis 14 Tage, bis die ersten Symptome einsetzen. In dieser sogenannten Inkubationszeit – also in der Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der Symptome – sind Infizierte ansteckend. Die Wahrscheinlichkeit, sich in dieser Zeit bei einer infizierten Person mit Ringelröteln anzustecken, ist sehr groß. Sobald sich der girlandenförmige Hautausschlag zeigt, ist die Ansteckungsgefahr aber in der Regel vorüber.

Eine Impfung gegen Ringelröteln gibt es derzeit noch nicht

Bei Ringelröteln treten allerdings nicht immer Symptome auf. In vielen Fällen verläuft die Krankheit völlig unbemerkt – vor allem bei Kindern zeigen sich oft keine oder nur leichte Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit und Fieber

Bei lediglich jedem fünften Betroffenen tritt ein für Ringelröteln charakteristischer Hautausschlag auf. Dabei bildet sich zunächst eine gleichförmige Rötung auf beiden Wangen – wenig später zeigen sich girlandenförmige rote Flecken auf Schultern, Arme und Beine. Ringelröteln gehören daher neben Scharlach, Masern, Windpocken und Röteln zu den fünf Kinderkrankheiten, die zu einem Hautausschlag führen können. 

Ringelröteln betreffen vor allem Kinder zwischen fünf und 15 Jahren. Erwachsene und ältere Jugendliche, die in ihrer Kindheit die Ringelröteln noch nicht durchgemacht haben und daher keine speziellen Abwehrkräfte gegen das Virus haben, können sich aber ebenfalls mit Ringelröteln anstecken. 

Normalerweise verlaufen Ringelröteln ohne Komplikationen. Nach 10 bis 14 Tagen klingt der Ausschlag in der Regel wieder von alleine ab – kann aber durch äußere Einflüsse wie Sonnenlicht kurzzeitig wieder aufflammen. Wenn sich jedoch eine Schwangere erstmalig mit Ringelröteln ansteckt, können die Viren unter Umständen auf das ungeborene Kind übertragen werden, was zu schwerwiegenden Komplikationen beim Baby führen kann. 

Typisch für Ringelröteln ist ein ring- beziehungsweise girlandenförmiger Hautausschlag. Quelle: Flicker, csaveanu. CC BY-NC-ND 2.0

Typisch für Ringelröteln ist ein ring- beziehungsweise girlandenförmiger Hautausschlag. Quelle: Flicker, csaveanu. CC BY-NC-ND 2.0

Um Ringelröteln vorzubeugen, sollte man den Kontakt zu infizierten Personen meiden. Schwangere sollten prüfen lassen, ob sie Antikörper gegen das Parvovirus B19 im Blut haben – also schon einmal eine Infektion durchgemacht haben. Ist dies nicht der Fall, ist es ratsam, sich während der Schwangerschaft vorsorglich von Kindern fernzuhalten, da eine Infektion das ungeborene Kind gefährden kann.

Wer bereits einmal Ringelröteln hatte, ist lebenslang gegen das Parvovirus B19 geschützt. In Deutschland haben etwa 70 Prozent der 20- bis 30-Jährigen bereits eine Infektion mit dem Virus durchgemacht – die meisten Erwachsenen sind daher gegen Ringelröteln immun.

Ringelröteln in der Schwangerschaft

Sollte sich eine Frau während der Schwangerschaft mit Ringelröteln anstecken, besteht das Risiko, dass die Viren auf das ungeborene Kind übertragen werden. Dies ist aber eher selten: Nur etwa jede vierte Frau, die sich in der Schwangerschaft mit dem Parvovirus B19 infiziert hat, gibt den Erreger über die Plazenta an das Kind weiter.   

Wenn sich das Ungeborene mit dem Virus infiziert hat, bedeutet dies auch nicht zwangsläufig, dass das Kind erkrankt. In einigen seltenen Fällen kann es allerdings vorkommen, dass das Parvovirus B19 die blutbildenden Zellen des Kindes schädigt – selbst wenn die Schwangere die Infektion gar nicht bemerkt. Die dadurch entstehende Blutarmut kann die Entwicklung des Fötus lebensgefährlich beeinflussen. 

Berechnungen zufolge stecken sich rund 60 von 10.000 Schwangeren in den ersten 20 Schwangerschaftswochen mit Ringelröteln an. In etwa drei Fällen wird die Entwicklung des Fötus durch die Infektion so stark geschädigt, dass es zur Fehlgeburt kommt. 

Die gute Nachricht: Rechtzeitig erkannt kann der Arzt die fehlenden Blutbestandteile über die Nabelvene in den Kreislauf des Kindes einschleusen. Hat das ungeborene Kind die Infektion überstanden, kommt es gesund zur Welt.



Apotheken-Notdienst

Anzeige