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Ringelröteln: Girlandenförmiger Hautausschlag

Veröffentlicht von: Till von Bracht (15. November 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Ringelröteln sind eine Viruserkrankung, die vor allem bei Kindern zwischen dem 6. und 15. Lebensjahr vorkommt. In der Regel sind Ringelröteln harmlos: Häufig bemerken die kleinen Patienten sie nicht mal oder die Krankheit wird fälschlicherweise für eine Erkältung gehalten. Während der Schwangerschaft können Ringelröteln für das ungeborene Kind allerdings gefährlich werden.

Sollte sich eine Frau während der Schwangerschaft erstmals mit Ringelröteln anstecken, besteht das geringe Risiko, dass die Viren über die Plazenta auf das ungeborene Baby übertragen werden. Dies kommt zwar nur sehr selten vor, ist aber nicht ganz ungefährlich: Denn selbst wenn die Schwangere die Infektion gar nicht bemerkt, kann der Erreger die blutbildenden Zellen des Babys schädigen. Die dadurch entstehende Blutarmut kann die Entwicklung des Fötus lebensgefährlich beeinflussen. 

Berechnungen zufolge stecken sich rund 60 von 10.000 Schwangeren in den ersten 20 Schwangerschaftswochen mit Ringelröteln an. In etwa drei Fällen wird die Entwicklung des Fötus durch die Infektion so stark geschädigt, dass es zur Fehlgeburt kommt. 

Die gute Nachricht: Rechtzeitig erkannt kann der Arzt die fehlenden Blutbestandteile über die Nabelvene in den Kreislauf des Kindes einschleusen. Hat das ungeborene Kind die Infektion überstanden, kommt es gesund zur Welt.

Schwangere, die bereits in ihrer Kindheit eine Infektion mit Ringelröteln durchgemacht haben, sind lebenslang immun! Hier besteht keine Gefahr für das ungeborene Kind. Eine Impfung gegen Ringelröteln gibt es derzeit noch nicht.

Der Erreger der Ringelröteln ist das Parvovirus B19, welches weltweit verbreitet ist. Das Virus wird von Mensch zu Mensch über feinste Speichel-Tröpfchen in der Luft übertragen – zum Beispiel beim Niesen, Husten oder Sprechen.

Hat sich jemand mit Ringelröteln angesteckt, dauert es etwa 7 bis 14 Tage, bis die ersten Symptome einsetzen. In dieser sogenannten Inkubationszeit – also in der Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der Symptome – sind Infizierte ansteckend. In seltenen Fällen ist auch eine Ansteckung bis zu einer Woche nach Krankheitsbeginn möglich.

Bei lediglich jedem fünften Betroffenen tritt ein für Ringelröteln charakteristischer Hautausschlag auf. Dabei bildet sich zunächst eine gleichförmige Rötung auf beiden Wangen – wenig später zeigen sich girlandenförmige rote Flecken auf Schultern, Arme und Beine.

Bei lediglich jedem fünften Betroffenen tritt ein für Ringelröteln charakteristischer Hautausschlag auf. Dabei bildet sich zunächst eine gleichförmige Rötung auf beiden Wangen – wenig später zeigen sich girlandenförmige rote Flecken auf Schultern, Arme und Beine.

In vielen Fällen verläuft die Krankheit völlig unbemerkt – vor allem bei Kindern zeigen sich oft keine oder nur leichte Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit und Fieber. Häufig werden Ringelröteln erst dann entdeckt, wenn sich der charakteristische Hautausschlag zeigt – dann ist die Ansteckungsgefahr aber meist schon vorüber. Kinder, die den für Ringelröteln typischen Ausschlag zeigen, müssen deshalb nicht zwangsläufig zuhause bleiben, sondern dürfen in der Regel wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen.

Gerade im Anfangsstadium der Ringelröteln ist die Wahrscheinlichkeit groß, sich bei einer infizierten Person anzustecken. Dies ist auch der Grund, warum sie sich im Kindergarten oder in der Schule besonders schnell ausbreiten. Man spricht dann auch von sogenannten Kleinraumepidemien.

Normalerweise verlaufen Ringelröteln ohne Komplikationen. Nach 10 bis 14 Tagen klingt der Ausschlag in der Regel wieder von alleine ab – kann aber durch äußere Einflüsse wie Sonnenlicht kurzzeitig wieder aufflammen. 

Eventuell kann Paracetamol gegen Fieber helfen und bestimmte Wirkstoffe gegen den Juckreiz. Davon abgesehen ist es höchstens nötig, sich möglichst auszuruhen, bis die Beschwerden vorbeigehen. 

Wer bereits einmal Ringelröteln hatte, ist lebenslang gegen das Parvovirus B19 geschützt. In Deutschland haben etwa 70 Prozent der 20- bis 30-Jährigen bereits eine Infektion mit dem Virus durchgemacht – die meisten Erwachsenen sind daher gegen Ringelröteln immun.

Erwachsene, die in ihrer Kindheit die Ringelröteln nicht durchgemacht haben, können sich aber noch mit Ringelröteln anstecken. Vor allem Schwangere und Personen, die in engem Kontakt mit Schwangeren stehen, sollten sich dieser Gefahr bewusst sein. 

Ringelröteln sind keine Röteln!

Abgesehen von dem Namen haben Ringelröteln und Röteln nicht viel gemeinsam – es handelt sich um zwei eigenständige Krankheiten! Röteln (auch Rubella genannt) werden durch den Rubellavirus ausgelöst, Ringelröteln durch das Parvovirus B19. Gegen Röteln kann man sich impfen lassen, gegen Ringelröteln nicht. Beide Krankheiten können in der Schwangerschaft allerdings schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind haben.


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