Raynaud-Syndrom (Morbus Raynaud)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (05. Januar 2017)

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Unter dem Begriff Raynaud-Syndrom (Morbus Raynaud) versteht man eine anfallsweise auftretende Durchblutungsstörung der Finger und / oder Zehen. Vor allem Frauen sind davon betroffen.

Beim Raynaud-Syndrom folgt die Durchblutungsstörung häufig einem dreiphasigen Ablauf (sog. Tricolore-Phänomen):

  • Die Finger / Zehen werden erst blass-weißlich,
  • nehmen dann eine bläuliche Farbe an und
  • röten sich anschließend.

Während die Finger / Zehen blass und blutleer werden, fühlen sie sich oft kalt, taub, eingeschlafen oder kribbelig an. Wenn die Durchblutung wieder zunimmt und die Finger / Zehen sich röten, kann das mit Schmerzen verbunden sein.

Die Durchblutungsstörung bei Morbus Raynaud tritt anfallsweise auf, zum Beispiel als Reaktion auf Kälte oder Stress. Von der Durchblutungsstörung sind vor allem Zeige-, Mittel-, Ringfinger sowie der kleine Finger betroffen, eher selten der Daumen.

Durchblutungsstörung der Finger beim Raynaud-Syndrom © Flickr

Beim Raynaud-Syndrom sind meist die Finger von der anfallsweisen Durchblutungsstörung betroffen.

Mediziner unterscheiden zwei Formen bei Morbus Raynaud:

  • das primäre Raynaud-Syndrom und
  • das sekundäre Raynaud-Syndrom.

Das primäre Raynaud-Syndrom tritt ohne bekannte Ursache auf und scheint nicht mit anderen Erkrankungen zusammenzuhängen. Meist zeigt sich die Durchblutungsstörung schon in jungen Jahren – bei vielen Betroffenen in oder nach der Pubertät.

Das sekundäre Raynaud-Syndrom ist dagegen die Folge einer bereits bestehenden Grunderkrankung und macht sich oft erst später im Leben bemerkbar. Die meisten Betroffenen sind zu diesem Zeitpunkt älter als 40 Jahre.

Beim Raynaud-Syndrom besteht die Therapie vor allem darin, die Symptome zu lindern (z.B. durch Wärme) beziehungsweise zu versuchen, die Auslöser zu meiden (z.B. Kälte). Bei ausgeprägten Beschwerden können verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen. Ist die Durchblutungsstörung Folge einer bestehenden Grunderkrankung, muss diese mitbehandelt werden.


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