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Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. Juni 2017)

© Jupiterimages/Hemera

Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist in Deutschland die mit Abstand häufigste Krebserkrankung beim Mann. Wird Prostatakrebs in einem frühen, gut behandelbaren Stadium entdeckt, bestehen gute Heilungschancen. Häufig kommt es erst im fortgeschrittenen Stadium zu Beschwerden, die aber nicht eindeutig für ein Prostatakarzinom sprechen, sondern auch bei anderen Erkrankungen auftreten können.

Was ist Prostatakrebs?

Einen bösartigen Tumor der Prostata (Vorsteherdrüse) bezeichnen Mediziner als Prostatakrebs (Prostatakarzinom). Er ist in Deutschland der häufigste Krebs bei Männern und macht ungefähr ein Viertel aller jährlich neu auftretenden Krebserkrankungen bei Männern aus. In Deutschland kam es im Jahr 2012 zu etwa 63.700 Neuerkrankungen. Das mittlere Erkrankungsalter für Prostatakrebs liegt bei 70 Jahren. Vor dem 50. Lebensjahr tritt das Prostatakarzinom kaum auf.

Die Häufigkeit von Prostatakrebs nimmt seit fast drei Jahrzehnten stetig zu. Das ist überwiegend auf den Einsatz neuer Methoden zur Früherkennung (z.B. PSA-Bestimmung) zurückzuführen, durch die mehr Prostatakarzinome, vor allem im Frühstadium, entdeckt werden.

Anatomie und Lage

Die Vorsteherdrüse (Prostata) ist etwa so groß wie eine Kastanie und liegt unterhalb der Harnblase. Sie umschließt den Anfangsteil der Harnröhre, die den Urin von der Blase durch den Penis bis zur Öffnung an der Eichelspitze transportiert. Hieraus erklärt sich auch der Zusammenhang, warum viele Menschen mit Prostatabeschwerden Schmerzen beim Wasserlassen haben. Da die Prostata vor dem Mastdarm (Rektum, ein Teil des Enddarms) liegt, kann ein Arzt die Vorsteherdrüse durch die Darmwand hindurch abtasten, indem er einen Fimger in den After einführt. Diese Untersuchung ist für die Früherkennung von Prostatakrebs wichtig und die gängige Vorsorgeuntersuchung.

Prostatakrebs: Geschlechtsorgane des Mannes © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Die Prostata zählt zu den Geschlechtsorganen des Mannes.

In ihrem Drüsengewebe produziert die Prostata ein spezielles Sekret, das einen wichtigen Bestandteil der Samenflüssigkeit ausmacht und die Beweglichkeit der Spermien stimuliert. Prostatakrebs bildet sich in den meisten Fällen in genau diesem Drüsengewebe. Daneben durchziehen Muskelgewebe, das für das Ausstoßen des Sekrets sorgt, sowie Bindegewebe die Prostata.

Stummes oder latentes Prostatakarzinom

Bei vielen Betroffenen bleibt ein Prostatakarzinom unentdeckt – und ohne Beschwerden. Studien zeigen, dass etwa 30 Prozent der Männer über 50 Jahren ein sogenanntes stummes Prostatakarzinom in sich tragen, bei dem zumeist keinerlei Beschwerden auftreten. Diese Art von Prostatakrebs erfordert in der Regel auch keine Behandlung.

Da typische Symptome fehlen, spielt die Früherkennung von Prostatakrebs eine Schlüsselrolle und ist Grundlage für eine erfolgreiche Therapie. In Deutschland hat jeder Mann ab 45 Jahren einen Anspruch auf die von den gesetzlichen Krankenkassen angebotenen jährlichen Früherkennungs-Untersuchungen: Sie tragen dazu bei, ein eventuell vorliegendes Prostatakarzinom rechtzeitig zu entdecken und erfolgreich behandeln zu können.

Erfahren Sie im Video, wie Prostatakrebs entsteht.

Prostatakrebs: Symptome und Beschwerden

Das Tückische an Prostatakrebs ist, dass Symptome erst sehr spät auftreten. Solange er noch klein ist, verursacht er meist keine Symptome. Es gibt also keine Warnsignale. Daher kann das Prostatakarzinom zu Beginn nur im Rahmen von Früherkennungs-Untersuchungen entdeckt werden. Ist der Krebs beim Abtasten der Prostata vom Mastdarm aus als Tumor fühlbar, so ist er meist schon fortgeschritten. Selbst in dieser Zeit bestehen in der Regel noch keine Symptome. Haben sich aber bereits Absiedelungen (sog. Tochtergeschwülste bzw. Metastasen) – zum Beispiel in den Knochen – gebildet, haben Betroffene meist Schmerzen.

Die Symptome von Prostatakrebs treten erst relativ spät auf und sind oft wenig charakteristisch. Mögliche Symptome:

  • Probleme beim Wasserlassen
  • vermehrter Harndrang (vor allem nachts)
  • Schwierigkeiten, den Darm zu entleeren
  • Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit
  • Schmerzen beim Samenerguss
  • Schmerzen in der Prostata
  • Erektionsstörungen

Diese Beschwerden können auch bei anderen Erkrankungen wie einer gutartigen Prostatavergrößerung auftreten und sind keine eindeutigen Prostatakrebs-Symptome. Nur etwa jeder zehnte Mann mit diesen Beschwerden hat tatsächlich ein Prostatakarzinom.

Sind bereits Tochtergeschwulste in den Knochen vorhanden, können bei Prostatakrebs auch Symptome wie starke Schmerzen im unteren Rückenbereich, der Hüfte oder den Beinen auftreten.

Das sind die Ursachen von Prostatakrebs

Die genauen Ursachen, die zu Prostatakrebs (Prostatakarzinom) führen, sind bislang nicht vollständig geklärt. Ein wesentlicher Risikofaktor für Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist aber mit Sicherheit das Alter. Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, an einem Tumor der Vorsteherdrüse zu erkranken, stark an. Mehr als 80 Prozent der Männer mit Prostatakarzinom sind älter als 60 Jahre.

Daneben gilt als gesichert, dass das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, vererbt werden kann. Sind Vater oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt, verdoppelt sich das Risiko, selbst ein Prostatakarzinom zu bekommen. Männer mit erblicher Vorbelastung erkranken außerdem in jüngerem Alter als der Durchschnitt an Prostatakrebs. Somit wird diesen Männern empfohlen, frühzeitig urologische Untersuchungen in Anspruch zu nehmen. Schätzungen zufolge sind genetische Faktoren bei etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle von Prostatakrebs die Ursache.

Auch Hormone sind bei Prostatakrebs eine mögliche Ursachen – vor allem das männliche Sexualhormon Testosteron. Ohne Testosteron kann kein Prostatakarzinom entstehen. Möglicherweise kommen auch weitere Hormone als Prostatakrebs-Ursachen infrage.

Inwiefern der Lebensstil und die Ernährung das Auftreten von Prostatakrebs beeinflussen, ist noch nicht vollständig geklärt. Bisher gibt es keine eindeutigen Beweise, dass einzelne Lebensmittel, Nahrungsbestandteile und Vitamine das Risiko für ein Prostatakarzinom erhöhen oder senken. Mediziner raten deshalb insgesamt zu einem gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung an der frischen Luft und einer gesunden Ernährung mit wenig Fett und Fleisch, stattdessen viel Gemüse, Obst und Ballaststoffen.

Ob die im fortgeschrittenen Lebensalter häufig vorkommende, gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BPH) als Prostatakrebs-Ursache infrage kommt, ist ebenfalls noch nicht abschließend geklärt.

Prostatakrebs: Diagnose und Früherkennung

Häufig wird die Diagnose Prostatakrebs (Prostatakarzinom) während einer Früherkennungs-Untersuchung gestellt. Viele Männer scheuen diesen ArztterminVergegenwärtigt man sich aber die Chance, den Prostatakrebs früh zu entdecken, wird der Nutzen der Früherkennung deutlich. Ist der Krebs noch auf die Prostata begrenzt, sind die Heilungsaussichten sehr gut. Oft finden sich bei der Untersuchung auch Befunde, die sich nach weiterer Abklärung als nicht bösartig erweisen.

Während des Arzttermins befragt der Arzt den Patienten zunächst nach seinen Beschwerden und untersucht ihn dann, um eventuelle körperliche Veränderungen festzustellen. Eine wichtige Untersuchung ist die Tastuntersuchung mit dem Finger (digital-rektale Untersuchung). Dazu führt der Arzt den Zeigefinger in den Enddarm ein und kann so die Prostata durch die Darmwand hindurch abtasten und untersuchen. Er achtet dabei unter anderem auf die Größe und Beschaffenheit der Prostata. Auf diese Untersuchung haben in Deutschland alle gesetzlich versicherten Männer ab 45 Jahren jedes Jahr einen gesetzlichen Anspruch.

Stellt der Arzt während der Tastuntersuchung Veränderungen der Prostata fest, kann er zusätzlich eine Blutuntersuchung – den sogenannten PSA-Test – durchführen: Er überprüft den Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut. Dieser Wert wird in Nanogramm (ng) pro Milliliter (ml) angegeben. Da der Nutzen des Tests – nämlich die Sterblichkeit bei Prostatakrebs zu senken – bisher nicht eindeutig belegt ist, ist das PSA-Screening kein Bestandteil der gesetzlichen Früherkennung. Es wird in der Regel nicht von der Krankenkasse bezahlt und ist eine Inividuelle Gesundheitsleitung (IGeL).

PSA ist ein Eiweiß, das nur die Prostata bildet. Bei einem Prostatakarzinom steigt der PSA-Wert stark an. Dies ist allerdings auch bei anderen Erkrankungen der Vorsteherdrüse der Fall, zum Beispiel bei einer Prostataentzündung (Prostatitis). Der Test kann deshalb lediglich einen Hinweis auf Prostatakrebs geben und die Diagnose unterstützen. Ist der PSA-Wert erhöht, sollte er regelmäßig kontrolliert werden:

  • PSA-Wert zwischen 2 und 4 ng/ml: jährliche Kontrolle
  • PSA-Wert über 4 ng/ml: möglicher Hinweis auf Prostatakrebs

Bei einem PSA-Wert über 4 ng/ml sollte der Arzt zur Diagnosestellung eine Gewebeprobe (Biopsie) aus der Prostata entnehmen und auf Krebszellen untersuchen. Eine Gewebeprobeentnahme ist auch dann sinnvoll, wenn der PSA-Wert im Verlauf der Kontrolluntersuchungen auffällig ansteigt. Dazu entnimmt er mit einer dünnen Hohlnadel über den Darm etwas Gewebe aus der Prostata, das anschließend auf Krebszellen untersucht wird. Die Biopsie erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung.

Kritik am PSA-Test

Experten beurteilen den PSA-Test allerdings kritisch. Ert kann zwar verborgene Prostatatumoren aufdecken, sagt aber nichts darüber aus, ob es sich um einen Tumor handelt, der dem betroffenen Mann in nächster Zukunft Beschwerden machen wird. Umstritten ist vor allem das sogenannte PSA-Screening, also eine Reihenuntersuchung, bei der zum Beispiel allen Männern ab einem bestimmten Alter Blut abgenommen wird, um ihren PSA-Wert zu ermitteln. Mit dieser Untersuchung würde man in einem frühen Stadium mehr verborgene Prostatatumoren entdecken, so die Hoffnung. Allerdings trifft dies auch auf Fälle zu, die sehr langsam oder gar nicht wachsen und die Betroffenen wahrscheinlich nie gesundheitlich belasten würden. Diese Patienten würden durch ein PSA-Screening eher verängstigt und eventuell übertherapiert werden. Hinzu kommen die möglichen Nebenwirkungen durch eine eigentlich nicht nötige Therapie.

Ein weiteres Untersuchungsverfahren beim Verdacht auf ein Prostatakarzinom ist der transrektale Ultraschall. Dabei führt der Arzt den Schallkopf in den Darm ein und untersucht über die Darmwand die Prostata. Da dieses Verfahren nicht genauer ist als die Tastuntersuchung, wird es nur ergänzend eingesetzt.

Vorgehen bei gesicherter Diagnose

Nach erfolgter Prostatakrebs-Diagnose bestimmt der Arzt, wie weit sich der Tumor bereits in der Prostata ausdehnt hat. Verfahren, mit denen der Arzt bestimmen kann, ob das Prostatakarzinom Tochtergeschwulste gebildet hat, sind zum Beispiel:

Mit den Ergebnissen dieser Untersuchungen kann der Arzt die Therapie besser planen. Einen Hinweis darauf, ob bereits Metastasen vorliegen – ob der Tumor also bereits gestreut hat –, gibt der PSA-Wert. Liegt er unter 10 ng/ml, ist dies nur sehr selten der Fall und es sind keine weiteren Untersuchungsverfahren notwendig.

Stadium/Tumorklassifikation (Staging)

Nach der Diagnose ist es weiter wichtig festzustellen, um was für eine Art Tumor es sich handelt und wie weit er sich bereits ausgebreitet hat. Danach richtet sich auch die Therapie. Zur Bezeichnung der Tumorstadien wird die sogenannte internationale TNM-Klassifikation verwendet. Drei Merkmale des Prostatakarzinoms sind darin zur Stadieneinteilung (sog. Staging) wichtig:

  • T beschreibt die Größe des Primärtumors (zuerst entstandene Krebsgeschwulst) und seine örtliche Ausdehnung (T für Tumor).
  • N gibt die Zahl und den Ort der befallenen Lymphknoten an (N für englisch "node", also Knoten).
  • M zeigt vorhandene Fernmetastasen (Tochtergeschwulste) und ihre Lage im Körper und ihre Lage an (M für Metastasen).

TNM-Klassifikation

T - Primärtumor
Tx: keine Beurteilung des Primärtumors möglich
T0: kein Anhaltspunkt für Primärtumor
T1: der Primärtumor ist nicht zu erkennen
T1a: im operativ entfernten Drüsengewebe der Prostata finden sich Krebsanteile von bis zu 5%
T1b: im operativ entfernten Drüsengewebe der Prostata finden sich Krebsanteile von mehr als 5%
T1c: Tast- und Ultraschallbefund sind unauffällig; Prostatakrebs mithilfe einer Biopsie nachweisbar
T2: Tumor ist auf die Prostata begrenzt
T3: Tumor hat sich über die Prostatakapsel hinaus ausgebreitet
T4: Tumor befällt auch benachbartes Gewebe (Blasenhals, Blasenschließmuskel, Beckenwand, Rektum, Beckenbodenmuskulatur)
N – Benachbarte (regionäre) Lymphknoten
Nx: keine Beurteilung der umgebenden Lymphknoten möglich
N0: kein Anhaltspunkt für befallene Lymphknoten in der Umgebung des Tumors
N1: Lymphknoten in der Umgebung sind vom Tumor befallen
M – Fernmetastasen
Mx: keine Beurteilung von Fernmetastasen möglich
M0: kein Anhaltspunkt für Fernmetastasen
M1: Fernmetastasen vorhanden

Gleason-Score

Eine weitere Grad-Einteilung nach der Prostatakrebs-Diagnose ist der sogenannte Gleason-Score. Er wurde von dem amerikanischen Arzt Donald Gleason entwickelt und ist für therapeutische Entscheidungen und die Prognose bei einem Prostatakarzinom wichtig. Der Gleason-Score beschreibt, wie stark sich die Krebszellen von normalen, gesunden Körperzellen unterscheiden. Dies gibt einen Hinweis darauf, wie schnell und aggressiv der Prostatakrebs wächst. Die in der Gewebeprobe entnommenen Zellen werden ihrem Aussehen nach in fünf verschiedene Gruppen (1-5) eingeteilt:

  • Grad 1: gut ausdifferenzierte und somit einer gesunden Zelle / gesundem Gewebe noch weitgehend ähnliche Zellen
  • Grad 2-4: Übergangsformen zwischen Grad 1 und Grad 5
  • Grad 5: sehr wenig differenzierte und somit einer gesunden Zelle nicht mehr ähnliche Krebszellen

Für den Verlauf der Erkrankung ist wichtig, welchen Wert die meisten Proben erzielen. Einzeln erhöhte Werte spielen eine geringere Rolle. Deshalb werden im Gleason-Score die beiden Punktwerte der am häufigsten vorkommenden Zellen zusammengezählt. Dieser Score beträgt dann mindestens 2 und maximal 10. Dabei ist 10 der ungünstigste Wert, da er auf sehr bösartige Zellen hinweist.

Prostatakarzinom: Vielfalt an Therapien

Die Bandbreite an möglichen Therapien ist groß. Die im Einzelfall passende Therapie richtet sich vor allem danach, wie weit fortgeschritten das Karzinom bereits ist und wie alt der Betroffene ist. 

Prinzipiell stehen bei Prostatakrebs folgende Therapie-Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Aktives Beobachten / aktive Überwachung
  • Operation (radikale Prostatektomie = komplette Entfernung der Prostata)
  • Bestrahlung
  • Hormontherapie
  • Chemotherapie

Alle Informationen zu Therapien und Behandlungsmethoden lesen Sie im Artikel "Die passende Therapie bei Prostatakrebs".

Prostatakrebs: Verlauf, Heilungschancen und Lebenserwartung

Heilungschancen und Lebenserwartung

Das Risiko, im Laufe des Lebens an Prostatakrebs zu erkranken, liegt für Männer bei insgesamt 13 Prozent. Das Risiko, daran zu sterben, ist mit nur drei Prozent vergleichsweise gering. Dies bedeutet, dass Prostatakrebs zwar die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist  aber nicht die häufigste Todesursache. Die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben zu sein, ist mit 93 Prozent die zweithöchste unter allen Krebserkrankungen in Deutschland. Fünf von sechs Männern mit diagnostiziertem Prostatakrebs sterben aber nicht an ihrer Krebserkrankung, sondern an einer anderen Ursache.

Wenn Prostatakrebs (Prostatakarzinom) früh erkannt wird, ist die Lebenserwartung und damit die Prognose gut. Sie hängt vom feingeweblichen Aufbau des Tumors (Tumortyp) ab und davon, wie weit sich das Prostatakarzinom bereits ausgebreitet hat (Befall anderer Organe, Tumorgröße).

Nachsorge

Die Prostatakrebs-Nachsorge zielt darauf ab, möglichst früh zu erkennen, wenn die Erkrankung wieder auftritt (sog. Rezidiv) und gegebenenfalls erneut zu behandeln. Der betreuende Arzt kann außerdem eventuell eingetretene Nebenwirkungen und Folgen von Operation oder Bestrahlung behandeln. Zu berücksichtigen sind auch seelische und soziale Aspekte beim Prostatakarzinom, die die Patienten stark belasten können.

In der Regel finden Nachsorgeuntersuchungen in den ersten zwei Jahren alle drei Monate statt. Danach sind nur noch seltener Nachsorgeuntersuchungen nötig: im dritten und vierten Jahr halbjährlich, ab dem fünften Jahr jährlich. Im Rahmen der Untersuchungen wird weiterhin auch der PSA-Wert bestimmt. Diese Termine sollten Betroffene pünktlich wahrnehmen. Zudem empfiehlt es sich, auf ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung zu achten, da sie die Erkrankung und den weiteren Verlauf positiv beeinflussen.

Lässt sich einem Prostatakarzinom vorbeugen?

Prostatakrebs kann man nicht sicher vorbeugen. Es gibt aber ein paar Verhaltensmaßnahmen, die das Risiko für ein Prostatakarzinom und das Wiederauftreten nach einer überstandenen Erkrankung verringern: Regelmäßige körperliche Bewegung, ein normales Körpergewicht und eine gesunde Ernährung (viel Obst und Gemüse, wenig tierisches Fett) haben nachweislich einen positiven Effekt und spielen daher eine wichtige Rolle.

Früherkennungs-Untersuchungen können einem Prostatakarzinom im eigentlichen Sinne nicht vorbeugen, aber sie können dabei helfen, bereits vorhandenen Prostatakrebs frühzeitig zu diagnostizieren. Dies ist wichtig, weil die Heilungsaussichten bei Prostatakarzinomen sehr gut sind, wenn sie früh erkannt und behandelt werden. Mit Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs kann der Arzt die Erkrankung bereits feststellen, bevor die ersten Symptome auftreten. In Deutschland hat jeder Mann ab 45 Jahren gesetzlichen Anspruch auf eine jährliche Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane des Mannes sowie der Prostata einschließlich einer rektalen Tastuntersuchung.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Onmeda-Forum Prostatkrebs: Austausch unter Betroffenen, betreut von unserem Experten Dr. Kahmann

Prostatakrebs-Früherkennung

Arzneimittelinformationen zu Prostatakrebs

Linktipps:

Krebsberatung und Hilfe in Ihrer Nähe Die Deutsche Krebsgesellschaft und ihre Ländergesellschaften haben ein Netz von psychosozialen Beratungsstellen in ganz Deutschland aufgebaut, in dem Patienten und Interessierte umfassende Beratung und Hilfe finden. Eine Liste der regionalen Beratungsstellen finden Sie hier.

Patientenratgeber Prostatakrebs (PDF-Datei) Patientenratgeber der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe

Selbsthilfegruppen / Beratungsstellen:

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.

Thomas-Mann-Str. 40
53111 Bonn
+49-(0)228 / 33889 – 500
+49-(0)228 / 33889 – 510
E-Mail: info@prostatakrebs-bps.de
www.prostatakrebs-bps.de

Quellen:

Prostatakrebs: Ursache und Risikofaktoren. Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG): www.krebsgesellschaft.de (Stand: 2.6.2017)

Prostatakrebs, Diagnostik: Was tun bei Krebsverdacht? Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Letzter Seitenabruf: 2.6.2017)

Prostatakrebs: Befunde kennen und verstehen. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 13.5.2015)

Guidelines on Prostate Cancer. Online-Informationen der European Association of Urology 2010 (Prostatakrebs-Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie): uroweb.org (Stand: März 2015)

Merkblatt: Der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (Stand: 28.1.2015)

Robert Koch-Institut (Hg.): Krebs in Deutschland 20011/2012. 10. Ausgabe. Berlin, 2015

Prostatakrebs: Wenige Risikofaktoren bekannt. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 30.9.2016)

Prostatakrebs-Früherkennung: PSA-Test noch immer umstritten. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ): www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 16.1.2017)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie: Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 043/022 (Stand: 22.12.2016)

Deutsche Krebshilfe e.V.: Die blauen Ratgeber: Prostatakrebs (Stand: November 2016)

Prostatakrebs: PSA-Test kann auch schaden. Pressemitteilung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (14.3.2013)

Prostatakarzinom, Therapieverfahren: Bestrahlung. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 1.3.2014)

Prostatakrebs, Therapieverfahren: Hormonelle Therapie und Hormonentzug. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 18.4.2017)

Prostatakrebs: Leben mit der Erkrankung und ihren Folgen. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 20.10.2016)

Aktualisiert am: 2. Juni 2017

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