Primär sklerosierende Cholangitis (PSC): Chronisch entzündete Gallenwege

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (06. Oktober 2016)

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Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) ist eine seltene chronische Entzündung der Gallenwege. Sie tritt besonders häufig bei Personen auf, die zugleich an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden – insbesondere an Colitis ulcerosa. Bis heute ist die genaue Ursache der PSC unklar.

Sie bleibt oft lange Zeit unbemerkt, denn anfangs bereitet sie noch keine Beschwerden: Die primär sklerosierende Cholangitis schreitet in der Regel langsam fort. Da die Gallenwege bei der PSC dauerhaft entzündet sind, entstehen dort Verengungen und Vernarbungen. Meist stellt der Arzt die Diagnose PSC, wenn der Betroffene zwischen 30 und 50 Jahre alt ist. Männer haben häufiger eine primär sklerosierende Cholangitis als Frauen.

Die Gallenflüssigkeit, die normalerweise von der Leber aus die Gallenwege passiert, kann bei einer PSC nicht mehr ungehindert fließen – sie staut sich an bestimmten Stellen. Auf lange Sicht führt die primär sklerosierende Cholangitis zu Schäden in der Leber, sodass diese nicht mehr richtig arbeiten kann. Eine Leberzirrhose kann entstehen.

Zur Therapie der PSC gehört meist die Behandlung mit Ursodeoxycholsäure. Zudem kann der Arzt Engstellen in den Gallenwegen weiten, damit die Galle wieder abfließen kann. Eine Heilung der PSC ist bislang nicht möglich. Hat die Leber aufgrund der chronischen Entzündung ihre Funktion verloren, ist eine Lebertransplantation notwendig.

Die primär sklerosierende Cholangitis kann von Person zu Person sehr unterschiedlich verlaufen. Während manche Betroffene jahrelang keine Beschwerden haben, schreitet die PSC bei anderen schneller voran.

Bei Personen, die eine primär sklerosierende Cholangitis haben, ist das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöht, so steigt zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit, an einem Tumor der Gallenwege oder des Dickdarms zu erkranken. Daher sind entsprechende Früherkennungsuntersuchungen bei einer PSC besonders wichtig!


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