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Plötzlicher Herztod: Schnelle Hilfe kann Leben retten

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. Januar 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Plötzlicher Herztod ist in Deutschland eine der häufigsten Todesursachen. Öffentliche Beachtung findet er jedoch vor allem, wenn er bei jungen Menschen auftritt, zum Beispiel im Sport.

Ein plötzlicher Herztod liegt vor, wenn ein unerwartetes Herzversagen zuerst eine plötzliche Bewusstlosigkeit verursacht und spätestens 24 Stunden nach Beginn der akuten Beschwerden zu einem natürlichen Tod führt.

Tritt der plötzliche Herztod augenblicklich ein, spricht man vom Sekundentod. Wenn es hingegen gelingt, den drohenden Herztod durch Erste-Hilfe-Maßnahmen erfolgreich abzuwenden, beschreibt man dies mit dem Begriff überlebter plötzlicher Herztod.

Ein plötzlicher Herztod ist die direkte Folge von Herzrhythmusstörungen – am häufigsten handelt es sich um Kammertachykardien, Kammerflattern und Kammerflimmern. Die Herzrhythmusstörungen verursachen einen unerwarteten Herzstillstand mit Kreislaufstillstand, der bereits nach ein bis zwei Minuten zum Bewusstseinsverlust führt.

Dabei kann ein plötzlicher Herztod verschiedene Ursachen haben. Welche das sind, hängt vor allem vom Alter der Betroffenen ab:

  • Bei Erwachsenen spielt die koronare Herzkrankheit die mit Abstand größte Rolle (das Risiko ist besonders hoch, wenn sie bereits einen Herzinfarkt hatten).
  • Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind überwiegend erbliche Faktoren, Herzmuskelentzündungen oder Veränderungen der Herzkranzgefäße für einen plötzlichen Herztod verantwortlich.

Typischerweise läuft ein plötzlicher Herztod wie folgt ab:

  • Die Betroffenen fallen um oder sinken in sich zusammen und reagieren weder auf Ansprache noch auf Berührung,
  • sie haben keinen fühlbaren Puls;
  • nach spätestens einer Minute kommt es zum Atemstillstand,
  • die Pupillen sind erweitert,
  • die Haut verfärbt sich (zuerst an Fingernägeln und Schleimhäuten) aschgrau;
  • ohne Behandlung tritt der Sekundentod ein.

Droht ein plötzlicher Herztod, besteht neben der lebensverlängernden sofortigen Herz-Lungen-Wiederbelebung (d.h. Herzmassage und ggf. Atemspende) die einzig rettende Maßnahme in der sogenannten Defibrillation: Hierbei soll ein als Defibrillator (kurz: Defi) bezeichnetes Gerät das Herz über Elektroschocks dazu bringen, wieder normal zu schlagen. Dabei ist schnelles Handeln sehr wichtig, da ein Herz-Kreislauf-Stillstand bereits nach drei bis vier Minuten zu bleibenden Gehirnschäden führen kann. Der Sauerstoffmangel endet ohne frühzeitiges Eingreifen in 90 Prozent der Fälle tödlich.

Ein plötzlicher Herztod lässt sich – auch bei bestehender Herzerkrankung – weitgehend verhindern: Dazu ist es wichtig, sich an die individuell zugeschnittene Therapie zu halten. Wenn diese Basistherapie allein nicht ausreicht, kann ein Herzschrittmacher (interner Defibrillator) weiterhelfen: Dieser bewahrt mit großer Sicherheit vor einem tödlichen Ausgang eines Kammerflimmerns.



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