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Phimose (Vorhautverengung): wann zum Arzt?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. Oktober 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Bei einer Phimose (Vorhautverengung) lässt sich die Vorhaut am Penis nicht oder nur unter Schwierigkeiten über die Eichel zurückziehen. Aber Achtung – bei kleinen Kindern ist dieser Zustand völlig normal: Von Geburt an besteht eine sogenannte Vorhautverklebung (bzw. physiologische Phimose), die erst im Alter von drei Jahren überwiegend verschwunden ist.

Dass sich die Vorhaut (Präputium) beim Säugling und Kleinkind nicht zurückziehen lässt, ist entwicklungsbedingt und gibt sich mit der Zeit durch natürliche Reifungsvorgänge meist von selbst. Erst wenn das Zurückziehen der Vorhaut etwa ab dem dritten bis fünften Lebensjahr immer noch nicht möglich ist, kann dies auf eine krankhafte Phimose hindeuten. Hinter einer solchen Vorhautverengung steckt eine angeborene oder erworbene Verengung des sogenannten äußeren Vorhautrings.

Die Vorhautverengung kann auch erst im höheren Alter entstehen: Mögliche Ursachen für die spätere Entstehung einer Phimose sind wiederholte Entzündungen oder gewaltsame Einwirkungen mit Einrissen, Blutungen oder entzündlicher oder narbiger Abheilung. Wenn eine solche sekundäre Phimose bei Erwachsenen auftritt, besteht oft ein Diabetes mellitus.

Die nicht zurückziehbare Vorhaut ist das Hauptmerkmal der Phimose. Zusätzlich können infolge der Vorhautverengung folgende Symptome auftreten:

  • Spannungsgefühl oder Einrisse bei der Erektion
  • aufgeblähte Vorhaut beim Wasserlassen
  • erschwerte Harnentleerung, dünner und/oder abgelenkter Harnstrahl
  • häufig entzündete Eichel und Vorhaut
  • weißliche Ablagerungen auf der Eichel infolge der erschwerten Intimhygiene
  • schmerzhafter Schnürring (sog. Paraphimose bzw. Spanischer Kragen) bei gewaltsam über die Eichel zurückgestreifter Vorhaut, durch den die Eichel – wenn diese Komplikation länger besteht – absterben kann

Die Behandlung besteht darin, die enge Vorhaut zu erweitern oder durch Beschneidung (Zirkumzision) zu entfernen. In manchen Fällen ist es möglich, die Phimose mit einer Salbe zu behandeln. Meistens macht die Vorhautverengung jedoch einen operativen Eingriff notwendig. Eine Phimose-OP ist zum Beispiel dann dringend zu empfehlen, wenn ...

  • durch wiederholte Vorhautentzündungen, Verletzungen oder gewaltsame Versuche, die verengte Vorhaut zurückzuziehen, Vernarbungen entstanden sind,
  • eine Paraphimose vorliegt oder
  • die Harnentleerung behindert ist.


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