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Parodontose, Parodontitis

Stand: 29. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Wer von Parodontose spricht, meint in der Regel eine Parodontitis, eine Entzündung des Zahnbetts und Zahnhalteapparats. Die Parodontitis wird meist durch eine bakterielle Infektion verursacht, die zuerst eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) hervorrufen und sich dann auf den Kieferknochen ausbreiten kann. Unbehandelt kann ein Parodontose bis zum Zahnverlust führen.

Hauptursache für Parodontose sind die Zahnbeläge (Plaque) – Ansammlungen von Bakterien auf der Zahnoberfläche, die durch ungenügende Zahn- und Mundhygiene entstehen.

Um eine Parodontose zu behandeln, muss der Zahnarzt zuerst weiche und harte Zahnbeläge (Plaque) entfernen und vorhandene Zahnfleischtaschen reinigen. Sind die Taschen nach dieser Vorbehandlung tiefer als fünf Millimeter – das ist meist bei fortgeschrittener Parodontose der Fall – müssen weitere Maßnahmen ergriffen und Zahnfleischtaschen möglicherweise operativ entfernt werden. In der Nachbehandlung verhindern Antibiotika und desinfizierende Mundspülungen eine erneute Infektion.

Die Parodontitis ist eine Erkrankung, die meist erst im vierten oder fünften Lebensjahrzehnt diagnostiziert wird, auch wenn die ersten Anzeichen für die Parodontose meist schon viel früher auftreten. Durch ihren langsamen und schleichenden Verlauf bleibt die Parodontitis jedoch meist unauffällig und wird daher oft erst sehr spät bemerkt.

Neben dieser klassischen Parodontitis gibt es auch seltenere Formen von Parodontose, die unbehandelt schon bei jungen Erwachsenen zu Zahnverlust führen können.

Sorgfältige Mundhygiene und Zahnpflege können neben Zahnerkrankungen (z.B. Karies) auch andere Erkrankungen im Mundraum wie Zahnfleischentzündungen und Parodontitis verhindern. Wer auf das Rauchen verzichtet, kann sein Parodontitis-Risiko deutlich senken.

Die Parodontose kann aber nicht nur durch Rauchen und schlechte Zahnhygiene begünstigt sein. Auch Stress und Grunderkrankungen wie ein Diabetes mellitus können die Zahnfleischentzündung, die auf den Zahnhalteapparat übergreift, begünstigen. Umgekehrt vermutet man heute auch, dass die Parodontose selbst ein Risikofaktor für Diabetes mellitus und andere Krankheiten darstellt, zum Beispiel Herzerkrankungen oder – bei an Parodontitis erkrankter Mutter – Frühgeburten oder ein zu niedriges Geburtsgewicht.

Weiterlesen: Parodontose, Parodontitis: Definition

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