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Otosklerose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (03. Juli 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Die Otosklerose ist eine fortschreitende Knochenerkrankung, die sich im Bereich des Innen- und Mittelohrs auswirkt und so nach und nach schwerhörig macht. Meistens zeigt sich die Erkrankung zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

Gekennzeichnet ist die Otosklerose durch knöcherne Veränderungen am Felsenbein: Während sich das normale Knochengewebe auflöst, entsteht zu viel schwammiges Knochengewebe, das später verhärtet.

Wissenswertes:
Das Felsenbein ist der Knochen, in dem sich das eigentliche Innenohr befindet. Am Innenohr selbst setzt der Steigbügel an, das letzte der insgesamt drei Gehörknöchelchen. Er ist ein kleiner, schwingender Knochen, der für die Schallweiterleitung vom Trommelfell an das Innenohr zuständig ist.

Die Veränderungen am Felsenbein können sich auf verschiedene Strukturen im Innen- und Mittelohr auswirken. Typischerweise verliert der Steigbügel durch die Otosklerose seine Beweglichkeit und versteift. Die Folge: Der Steigbügel kann vom Trommelfell kommende Schallwellen nicht mehr richtig auf das Innenohr übertragen – es entsteht eine Schwerhörigkeit. Diese betrifft meist erst ein und im weiteren Verlauf auch das andere Ohr. Eine fortschreitende Otosklerose kann so bis hin zur Taubheit führen. Eine häufige Begleiterscheinung der Otosklerose ist außerdem Tinnitus – also Ohrgeräusche wie Piepsen oder Brummen.

Anatomische Ansicht des menschlichen Ohres.

Bei einer Otosklerose kommt es zu einer zunehmenden Verknöcherung im Bereich des Innen- und Mittelohrs – dadurch versteift der Steigbügel.

Die Ursachen der Otosklerose sind nicht vollständig geklärt. Vermutlich können Virusinfekte – wie Masern, Mumps oder Röteln – die Erkrankung hervorrufen. Da die Verknöcherung im Innen- und Mittelohr oft innerhalb einer Familie gehäuft auftritt, spielt wohl auch eine erbliche Veranlagung eine Rolle. Zudem kommen hormonelle Einflüsse als Auslöser infrage, denn: Frauen entwickeln insgesamt häufiger eine Otosklerose als Männer – vor allem nach einer Schwangerschaft.

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt stellt eine Otosklerose mithilfe verschiedener Hörprüfungen fest. Diese zeigen an, ob die Schallweiterleitung vom Steigbügel zum Innenohr bereits gestört ist. Weitere mögliche Untersuchungen sind beispielsweise:

Bislang gibt es keine Medikamente, die bei einer Otosklerose helfen. Die Behandlung kann nur operativ erfolgen.

Bei der Operation setzt der Arzt eine (Teil-)Prothese für den Steigbügel ein, sodass die Gehörknöchelchen wieder freier schwingen können. Über 90 Prozent der Betroffenen können nach der Operation besser hören als vorher. In manchen Fällen macht die Otosklerose dennoch ein Hörgerät erforderlich, um das Hörvermögen zu steigern.



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