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Otosklerose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Juli 2014)

Die Otosklerose ist eine fortschreitende Erkrankung im Bereich des Innen- und Mittelohrs. Sie kann nach und nach zu Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit führen.

Die Otosklerose tritt bei etwa einem Prozent der Bevölkerung auf. Bei dieser Erkrankung kommt es zu knöchernen Veränderungen am Felsenbein.

Wissenswertes:

Das Felsenbein ist der Knochen, in dem sich das eigentliche Innenohr befindet. Am Innenohr selbst setzt der Steigbügel an, das letzte der insgesamt drei Gehörknöchelchen. Er ist ein kleiner, schwingender Knochen, der für die Schallweiterleitung vom Trommelfell an das Innenohr zuständig ist.

Im Verlauf der Otosklerose ist nicht nur das Felsenbein verändert, sondern es verknöchern auch umliegende Strukturen im Innen- und Mittelohr. Dadurch kann sich der Steigbügel nicht mehr flexibel bewegen und versteift. Die Folge: Der Steigbügel kann die Schallwellen vom Trommelfell nicht richtig auf das Innenohr übertragen – es entsteht eine Schwerhörigkeit. Diese betrifft zumeist erst ein und im weiteren Verlauf häufig auch beide Ohren. Eine fortschreitende Otosklerose kann so bis hin zur Taubheit führen. Eine häufige Begleiterscheinung der Otosklerose sind außerdem Ohrgeräusche wie Piepsen oder Brummen – ein sogenannter Tinnitus.

Anatomische Ansicht des menschlichen Ohres.

Bei einer Otosklerose kommt es zu einer zunehmenden Verknöcherung im Bereich des Innen- und Mittelohrs – dadurch versteift der Steigbügel.

Die Ursachen der Otosklerose sind nicht vollständig geklärt. Oftmals tritt die Verknöcherung im Innen- und Mittelohr gehäuft innerhalb einer Familie auf. Daher vermutet man, dass bei der Entstehung erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Auch virale Infekte wie Masern, Mumps oder Röteln stehen im Verdacht, eine Otosklerose hervorzurufen. Da Frauen insgesamt häufiger an Otosklerose erkranken als Männer – vor allem nach einer Schwangerschaft – kommen auch hormonelle Einflüsse als mögliche Ursache infrage.

Der Hals-Nasen-Ohrenarzt stellt eine Otosklerose mithilfe verschiedener Hörprüfungen fest. Diese zeigen an, ob die Schallweiterleitung vom Steigbügel zum Innenohr bereits gestört ist. Weitere mögliche Untersuchungen sind beispielsweise:

Bislang gibt es keine Medikamente, die bei einer Otosklerose helfen. Die Otosklerose kann nur operativ behandelt werden.

Bei der Operation setzt der Arzt eine (Teil-)Prothese für den Steigbügel ein, sodass die Gehörknöchelchen wieder freier schwingen können. Über 90 Prozent der Betroffenen können nach der Operation besser hören als vorher. In manchen Fällen ist dennoch ein Hörgerät erforderlich, um das Hörvermögen zu steigern.






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