Otosklerose: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (03. Juli 2015)

Die Otosklerose ist eine Knochenerkrankung, die sich auf das Innenohr und Mittelohr auswirkt und die Schallleitung beeinträchtigt.

  • Die griechische Vorsilbe Oto bedeutet Ohr und
  • als Sklerose bezeichnen Mediziner allgemein eine bindegewebige Verhärtung von Organen und Geweben.
Schallleitung:
Das Trommelfell, auf das die Schallwellen treffen, trennt den äußeren Gehörgang vom Mittelohr ab. Hinter dem Trommelfell befinden sich die drei Gehörknöchelchen: Hammer, Amboss und Steigbügel. Sie leiten den Schall über das Innenohr weiter an den Hörnerv. Über den Hörnerv gelangen die Impulse zum Gehirn. Damit dies funktioniert, sind die Gehörknöchelchen beweglich miteinander verbunden.

Bei der Otosklerose kommt es zu entzündungsähnlichen Umbauprozessen an dem Knochen, der das Innenohr enthält – dem Felsenbein. An bestimmten Stellen des Felsenbeins treten diese Veränderungen besonders häufig auf: Meist beginnen sie im Bereich des sogenannten ovalen Fensters, dem Übergang vom Mittelohr zum Innenohr. Hier ist der Steigbügel (lat. stapes) beweglich befestigt. Der Steigbügel überträgt die Schallschwingungen auf die Flüssigkeit im Innenohr. Die so entstehende Bewegung der Flüssigkeit regt die dort liegenden Sinneszellen an, die den Reiz wiederum an den Hörnerv weiterleiten.

Wenn Schallwellen auf das Trommelfell treffen, übertragen die dahinterliegenden Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel) die Impulse über das Innenohr zum Hörnerv, der sie zum Gehirn weiterleitet. Bei einer Otosklerose ist die Schallleitung im Innenohr zunehmend gestört.

Die Otosklerose führt dazu, dass wucherndes Gewebe die Fußplatte des Steigbügels regelrecht "ummauert": Die elastische Aufhängung des Steigbügels verknöchert, sodass dieser sich nicht mehr flexibel bewegen kann (sog. Stapesankylose: Ankylose = knöcherne Versteifung eines Gelenks). Das hat zur Folge, dass der Steigbügel den Schall nicht oder nur unvollkommen weiterleiten kann. Die Betroffenen hören nach und nach immer schlechter – es entstehen fortschreitende Hörprobleme wie Schwerhörigkeit (sog. Schallleitungsschwerhörigkeit) oder auch Ohrgeräusche (Tinnitus).

In seltenen Fällen können die mit der Otosklerose verbundenen Veränderungen auch an anderen Stellen des Innenohrs vorkommen – zum Beispiel am sogenannten knöchernen Labyrinth.

Häufigkeit

Otosklerose tritt bei etwa einem Prozent der Bevölkerung auf. Frauen sind dabei häufiger vertreten als Männer. Zudem ist die Otosklerose in der weißen Bevölkerung stärker verbreitet als bei Menschen anderer Hautfarbe. Rund jeder zweite Betroffene hat mindestens ein Familienmitglied mit derselben Erkrankung.

Die Otosklerose tritt vorwiegend zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Die knöchernen Veränderungen beginnen aber schon viele Jahre, bevor sich Symptome zeigen. Meistens sind beide Ohren betroffen.


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