Anzeige

Anzeige

Nierenentzündung (Glomerulonephritis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2015)

© Jupiterimages/Ingram Publishing

Die Nierenentzündung (Glomerulonephritis) ist eine der häufigsten Ursachen für Nierenversagen: Hinter jedem vierten Fall von chronischer Niereninsuffizienz im Endstadium, die eine Dialyse oder Nierentransplantation nötig macht, steckt eine Nierenentzündung. Eine rechtzeitige Behandlung kann aber dauerhafte Schäden an den Nieren oft verhindern.

Als Glomerulonephritis bezeichnet man verschiedene Nierenerkrankungen, die eins gemeinsam haben: dass die Gefäßknäuel (Glomeruli) der Nierenkörperchen in der Nierenrinde beider Nieren entzündet sind. Die Entstehung der Nierenentzündung hängt mit dem Immunsystem zusammen: Auslöser der Entzündung sind Abwehrstoffe, die sich in den Glomeruli einlagern und so eine Entzündungsreaktionen auslösen – zum Beispiel:

  • Antigen-Antikörper-Komplexe (sog. Immunkomplexe) oder
  • Autoantikörper, die sich – wie bei einer Autoimmunerkrankung – gegen körpereigene Strukturen richten.

Wenn dies ohne erkennbare Grunderkrankung passiert und nur die Nieren betroffen sind, liegt eine primäre Glomerulonephritis vor. Wenn hingegen eine Störung außerhalb der Nierenkörperchen zur Nierenentzündung führt, handelt es sich um eine sekundäre Glomerulonephritis. Als wichtige Ursachen für diese Form gelten:

Anders als die Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) verläuft die Nierenentzündung meist schmerzfrei. Zu den möglichen Anzeichen für eine Glomerulonephritis gehören:

Ob und wie schnell eine Nierenentzündung welche Symptome verursacht, ist allerdings sehr unterschiedlich. Anhand der auftretenden Symptome und des Krankheitsverlaufs unterscheidet man bei der Glomerulonephritis folgende Krankheitsbilder (bzw. Syndrome):

  1. asymptomatische Proteinurie (d.h. Eiweiß im Urin) und/oder Hämaturie (d.h. Blut im Urin)
  2. akute Glomerulonephritis (auch postinfektiöse Glomerulonephritis oder akutes nephritisches Syndrom genannt)
  3. rasch progrediente Glomerulonephritis (RPGN, auch als rapid progressive Glomerulonephritis bezeichnet)
  4. nephrotisches Syndrom
  5. chronische Glomerulonephritis (auch chronisches nephritisches Syndrom oder proteinurisches Syndrom genannt)

Abhängig von der Ursache und vom Stadium der Nierenentzündung unterscheiden sich auch deren Chancen auf eine erfolgreiche Therapie: Während manche Formen der Glomerulonephritis die Nierenfunktion kaum beeinträchtigen, können andere in schweren Fällen zu einer Nierenschwäche führen.

Allgemein haben akute Nierenentzündungen – rechtzeitig behandelt – eine günstigere Prognose, während eine chronische Nierenentzündung oft nicht mehr heilbar ist.


Apotheken-Notdienst

Anzeige