Myzetom (Maduramykose)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. April 2014)

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Ein Myzetom (Maduramykose) ist eine chronische Weichteilinfektion, die in den trockenen Regionen der Tropen und Subtropen (z.B. in der Sahelzone) häufig vorkommt. Erreger können verschiedene Pilze oder Bakterien sein.

Je nachdem, welcher Erreger für das Myzetom verantwortlich ist, bezeichnen Mediziner es als

  • Eumyzetom (= durch Pilze hervorgerufenes echtes Myzetom) oder
  • Aktinomyzetom (= bakteriell verursachte Infektion)

Mögliche Ursachen für ein Myzetom sind kleine Verletzungen der Haut oder Holzsplitter, durch welche die Erreger zum Beispiel beim Barfußlaufen in den Körper eindringen. Daher treten Myzetome vor allem im Bereich der Füße auf. Das Myzetom trägt deshalb auch den Namen Madurafuß. Am zweithäufigsten kommt das Myzetom an den Händen vor. An den Knien oder am Rücken tritt die Maduramykose dagegen seltener auf.

Nach der Infektion mit den Erregern dauert es wenige Wochen bis mehrere Monate, bis die ersten Anzeichen für das Myzetom auftreten: Dann entwickeln sich an der Stelle, an der die Erreger in die Haut eingedrungen sind, schmerzlose Knötchen (Granulome) und massive Schwellungen. Die Knötchen enthalten die Erreger in Form von sogenannten Drusen – kleine, unterschiedlich gefärbte Körnchen. Die Granulome können von selbst oder unter Druckeinwirkung aufbrechen und die Drusen werden sichtbar. Unter Umständen kann sich die Maduramykose bis in die Knochen ausbreiten und diese mit der Zeit zerstören.

In der Regel gelingt es, ein Myzetom durch Medikamente erfolgreich zu behandeln, wenn die eingesetzten Mittel auf den jeweiligen Erreger der Weichteilinfektion abgestimmt sind: Antibiotika wirken gegen Bakterien und Antimykotika gegen Pilze. Die medikamentöse Behandlung der Maduramykose zieht sich oft mehrere Monate bis Jahre hin. Bei dem durch Pilze hervorgerufenen Eumyzetom sind zusätzlich meistens auch operative Maßnahmen nötig. Beim Aktinomyzetom ist ein chirurgischer Eingriff nur vereinzelt im fortgeschrittenen Stadium nötig. In schweren Fällen ist es auch erforderlich, den vom Myzetom befallenen Körperteil zu amputieren.


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