Startseite > Krankheiten > Myzetom (Maduramykose)
Stand: 31. Mai 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein Myzetom (Maduramykose) ist eine chronische Weichteilinfektion, die in den trockenen Regionen der Tropen und Subtropen (z.B. in der Sahelzone) häufig vorkommt und durch Pilze oder pilzartige Bakterien entsteht.
Die Bezeichnung Maduramykose leitet sich von der indischen Provinz Madura ab, aus der die Erstbeschreibung des Myzetoms stammt. Mögliche Ursachen für ein Myzetom sind kleine Verletzungen der Haut oder Holzsplitter, durch welche die Erreger zum Beispiel beim Barfußlaufen in den Körper eindringen. Daher treten Myzetome vor allem im Bereich der Füße auf (sog. Madurafuß). Die Knie, der Rücken oder die Hände sind dagegen seltener betroffen. Je nachdem, welcher Erreger die Infektion auslöst, entsteht eine der beiden folgenden Myzetom-Formen:
Nach der Infektion mit den Myzetom-Erregern dauert es etwa eine Woche bis mehrere Monate, bis die ersten Symptome auftreten: Dann entwickeln sich an der Eintrittstelle der Erreger schmerzlose Knötchen (Granulome) und massive Schwellungen. Es entstehen eitrige Erregerkolonien, aus denen sich von selbst oder unter Druckeinwirkung körniges Material entleeren kann. Die Krankheitserreger können sich unter Umständen bis in die Knochen ausbreiten, was den betroffenen Körperteil mit der Zeit zerstört.
Ein Myzetom lässt sich in der Regel durch Medikamente erfolgreich behandeln: Hierbei kommen auf den jeweiligen Erreger abgestimmte Mittel zum Einsatz: Antibiotika gegen Bakterien und Antimykotika gegen Pilze. Diese Therapie dauert mehrere Monate bis mehrere Jahre. Bei einem Eumyzetom erfolgen zusätzlich operative Maßnahmen; beim Aktinomyzetom ist ein chirurgischer Eingriff nur vereinzelt (in fortgeschrittenem Stadium) nötig. In manchen Fällen kann bei einer Maduramykose eine Amputation des betroffenen Körperteils notwendig sein.
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