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Stand: 29. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) ist eine bei Neugeborenen und Säuglingen auftretende Kopffehlstellung die behandelt werden muss, da es sonst bei einer Fehlstellung bleibt. Bei dieser Fehlhaltung ist der sogenannte Kopfnickermuskel verkürzt – als Folge kippt der Kopf zur betroffenen Seite und ist außerdem zur gesunden Seite gedreht.
Ein muskulärer Schiefhals kann sowohl angeboren als auch erworben sein. Eine Verkürzung der rechten Halsmuskulatur kommt häufiger vor als die der linken, insgesamt ist der muskuläre Schiefhals aber selten.
Ein Arzt erkennt einen muskulären Schiefhals im Allgemeinen an der charakteristischen Kopffehlstellung und dem Untersuchungsbefund. Weiterhin schließt er ähnlich erscheinende Erkrankungen, wie Fehlbildungen der Halswirbelsäule oder auch Schwerhörigkeit auf einem Ohr als Ursachen der Schiefstellung aus.
Durch die Schiefstellung ist außerdem die Beweglichkeit der Halswirbelsäule vermindert. Bei vielen Neugeborenen mit muskulärem Schiefhals lässt sich ab der zweiten Lebenswoche eine weiche Schwellung im unteren Drittel des Halsmuskels feststellen. Diese Schwellung kann auf die Erkrankung hinweisen und vergrößert sich über die nächsten Wochen und löst sich im Verlauf von etwa sechs Monaten langsam wieder auf.
Grundsätzlich lässt sich ein muskulärer Schiefhals durch intensive Krankengymnastik, bestimmte Lagerungstechniken und Dehnungsübungen behandeln. In seltenen Fällen kann eine Operation notwendig sein. Hierbei trennt der Chirurg zum Beispiel Muskelgewebe durch oder unterbindet die Nervenversorgung des Muskels. Nach dem Eingriff ist es notwendig, dass das der Kopf des Kindes für drei bis vier Wochen ruhiggestellt ist.
Ein muskulärer Schiefhals hat bei frühzeitiger Diagnosestellung eine gute Prognose. Die rechtzeitige Behandlung korrigiert den muskulären Schiefhals und beugt seinen Folgeschäden vor. Bleibt die Fehlhaltung unbehandelt, kann ein muskulärer Schiefhals zu dauerhaften Fehlbildungen von Wirbelsäule und Gesichtsschädel führen.
Eine direkte Möglichkeit, die einer Torticollis muscularis vorbeugen kann, gibt es nicht. Allerdings lassen sich Verletzungen während der Geburt und eine ungünstige Lage in der Gebärmutter (intrauterin) teilweise beeinflussen.
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