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Muskulärer Schiefhals: Wenn der Halsmuskel verkürzt ist

Veröffentlicht von: Till von Bracht (20. Juni 2016)

© iStock

Ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) ist eine bei Neugeborenen und Säuglingen auftretende Kopffehlstellung. Bei dieser Fehlhaltung ist der sogenannte Kopfnickermuskel verkürzt – als Folge kippt der Kopf zur betroffenen Seite und ist außerdem zur gesunden Seite gedreht. Durch die Schiefstellung ist außerdem die Beweglichkeit der Halswirbelsäule vermindert.

In den meisten Fällen liegt eine Verkürzung der rechten Halsmuskulatur vor. Insgesamt ist der muskuläre Schiefhals aber eher selten. Etwa eines von 200 Neugeborenen kommt mit einem Schiefhals zur Welt – oft zusammen mit einem Klumpfuß und einer Hüftdysplasie.

Weshalb ein muskulärer Schiefhals genau auftritt, ist allerdings noch nicht geklärt. Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren ein Rolle – zum Beispiel eine ungünstige Lage des Ungeborenen in der Gebärmutter (Steißlage) sowie möglicherweise genetische Einflüsse.

Eine grafische Darstellung des Kopfnickermuskels. Ist der Kopfnickermuskel verkürzt, tritt der sogenannte muskuläre Schiefhals auf.

Fachsprachlich heißt der Kopfnickermuskel "Musculus sternocleidomastoideus". Ist dieser Muskel verkürzt, entsteht ein sogenannter muskulärer Schiefhals. (Quelle: Wikimedia Commons, Olek Remesz, CC BY-SA 2.5)

Schiefhals ist nicht gleich Schiefhals

Es gibt eine Reihe von Krankheiten, die mit einer Schiefhaltung des Kopfes einhergehen. Der Begriff Schiefhals – oder fachsprachlich "Torticollis" – beschreibt also zunächst einmal nur das Erscheinungsbild, das diese Krankheiten gemeinsam haben. Je nach Ursache unterscheidet man verschiedene Formen – zum Beispiel den

  • spastischen Schiefhals,
  • rheumatischen Schiefhals,
  • okkulären Schiefhals 
  • oder den muskulären Schiefhals.

Ein Arzt erkennt einen muskulären Schiefhals im Allgemeinen an der charakteristischen Kopffehlstellung des Kindes. Bei Neugeborenen mit muskulärem Schiefhals lässt sich häufig ab der zweiten Lebenswoche außerdem eine weiche Schwellung im unteren Drittel des Halsmuskels feststellen. Diese Schwellung vergrößert sich über die nächsten Wochen und löst sich im Verlauf von etwa sechs Monaten langsam wieder auf.

Um den muskulären Schiefhals von anderen Formen zu unterscheiden, führt der Arzt verschiedene Untersuchungen durch. So schließt er ähnlich erscheinende Erkrankungen, wie Fehlbildungen der Halswirbelsäule oder auch Schwerhörigkeit auf einem Ohr als Ursachen der Schiefstellung aus. 

Generell gilt bei einem muskulären Schiefhals: Eine Behandlung ist unbedingt nötig, da es sonst bei einer Fehlstellung bleibt!

In den meisten Fällen lässt sich ein muskulärer Schiefhals durch

behandeln.

In seltenen Fällen kann eine Operation notwendig sein. Hierbei trennt der Chirurg zum Beispiel Muskelgewebe durch oder unterbindet die Nervenversorgung des Muskels. Nach dem Eingriff ist es notwendig, dass der Kopf des Kindes für drei bis vier Wochen ruhiggestellt ist.

Die rechtzeitige Behandlung korrigiert die Kopffehlstellung und beugt ihren Folgeschäden vor. Bleibt die Fehlhaltung unbehandelt, kann ein muskulärer Schiefhals zu dauerhaften Fehlbildungen von Wirbelsäule und Gesichtsschädel führen.

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