Startseite > Krankheiten > Mundwinkelrhagaden (Faulecken)
Stand: 16. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Mundwinkelrhagaden (Faulecken) – auch Cheilitis angularis oder Perlèche genannt – sind gekennzeichnet durch rote, entzündete, schuppige und eingerissene Mundwinkel: "Rhagaden" sind Einrisse in die Haut. Diese Hautkrankheit ist weit verbreitet und tritt in jedem Alter aus unterschiedlichsten Gründen auf.
Wenn sich eine Mundwinkelrhagade bildet, entsteht zuerst am Mundwinkel ein roter Fleck, an dem die Haut einreißt. Ist der Mundwinkel nur oberflächlich eingerissen, liegen sogenannte Erosionen vor. Sind die Risse im Mundwinkel hingegen tiefer, spricht man von Ulzeration. Zum Teil bilden sich an Mundwinkelrhagaden auch Krusten. Meist sind Faulecken mit einem Spannungsgefühl bis hin zu Schmerzen verbunden. Rhagaden im Mundwinkel machen sich besonders dann bemerkbar, wenn sie in Kontakt mit sauen Speisen kommen.
In den meisten Fällen haben Mundwinkelrhagaden ihre Ursachen in einer Infektion: Bei Erwachsenen entzünden sich die Mundwinkel oft infolge einer Hefepilzinfektion (sog. Kandidose); bei Kindern hingegen tritt eine Faulecke häufig im Rahmen einer Infektion mit Streptokokken auf. Weitere Auslöser oder begünstigende Faktoren von Faulecken sind Diabetes mellitus, Allergien, im Inneren entstandene Ekzeme, Eisenmangelanämie, Vitaminmangel (besonders Riboflavin), Zahnlosigkeit, starke Faltenbildung im Mundwinkel und schlecht sitzender Zahnersatz.
Bei Mundwinkelrhagaden zielt die Therapie in erster Linie darauf ab, die Ursache der Hautentzündung zu beheben. Daneben ist es bei Mundwinkelrhagaden für eine erfolgreiche Behandlung wichtig, die Mundwinkel konsequent auszutrocknen. Die Betroffenen sollten darauf achten, die Lippen nicht so oft zu befeuchten. Daneben kommen spezielle Pasten zum Einsatz, die den betroffenen Bereich trocken halten. Sind die Faulecken durch eine Infektion entstanden, können den Pasten (je nach Erreger) gegen Bakterien (d.h. antibiotische), gegen Viren (d.h. antivirale) oder gegen Pilze wirksame (d.h. antimykotische) Zusätze beigemengt sein.
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