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Mundgeruch (Halitosis, Foetor ex ore): Ein Tabuthema

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (17. November 2015)

© iStock

Für viele Menschen ist das Thema Mundgeruch tabu: Im Alltag wird man zwar oft damit konfrontiert – gesprochen wird darüber jedoch nur selten. Häufig trauen sich Mitmenschen nicht, Betroffene auf deren Mundgeruch anzusprechen. Dabei könnte genau dies sehr hilfreich sein, denn häufig nimmt eine Person ihren Mundgeruch selbst nicht wahr. Ist das Problem erstmal erkannt, lässt sich Mundgeruch in den meisten Fällen gut behandeln!

Streng genommen unterscheiden Mediziner zwei Formen von Mundgeruch – Halitosis und Foetor ex ore:

  • Bei Foetor ex ore ist die Ausatemluft aus dem Mund übelriechend.
  • Bei Halitosis riecht auch die Ausatemluft aus der Nase bei geschlossenem Mund unangenehm. Eine Halitosis kommt wesentlich seltener vor als Foetor ex ore.

In etwa 85 bis 90 Prozent der Fälle entsteht Mundgeruch im Mund-, Nasen- oder Rachenraum.

Dass die Ursachen von Mundgeruch zumeist im Magen zu finden sind, ist ein verbreiteter Irrglaube: Fast immer steckt ein Problem im Mund, Rachen oder im Nasenbereich hinter einem schlechten Atem. Die Mehrheit aller Personen mit Mundgeruch hat Probleme im Mundraum, die teilweise auch durch eine mangelnde Mundhygiene bedingt sein können. Mithilfe einer sorgfältigen Mundpflege können viele Betroffene daher oft schon einiges tun, um bei Foetor ex ore Abhilfe zu schaffen. Zu Erkrankungen oder Störungen, die in Mund, Nase oder Rachen zu Mundgeruch führen können, zählen etwa eine Zahnfleischentzündung, eine Mandelentzündung oder ein verminderter Speichelfluss.

Nur selten stecken bestimmte Erkrankungen außerhalb des Mund-, Nasen- oder Rachenraums hinter Mundgeruch, so zum Beispiel Erkrankungen des Stoffwechsels, des Verdauungsapparats oder der Atmungsorgane. In diesem Fall liegt meist eine Halitosis vor, also Mundgeruch, der auch beim Ausatmen durch die Nase wahrgenommen wird. Die Halitosis entsteht dann als Folge dieser Erkrankungen.

Die Therapie von Mundgeruch richtet sich vor allem nach der eigentlichen Ursache. Ist eine Erkrankung dafür verantwortlich, muss diese zunächst behandelt werden – vorher werden sich Halitosis oder Foetor ex ore nicht zurückbilden. Liegen die Ursachen für Mundgeruch im Mund-, Nasen- oder Rachenraum, ist vor allem eine gute Mundhygiene wichtig.

Bei Foetor ex ore können kurzfristig antibakterielle Mundwasser helfen. Auch Maßnahmen, die den Speichelfluss anregen, können bei Mundgeruch sinnvoll sein. Dazu können Betroffene zum Beispiel feste Speisen (z.B. Schwarzbrot) kauen oder saure Bonbons lutschen, um den Foetor ex ore zu bekämpfen.



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