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Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (07. September 2016)

© iStock

Morbus Bechterew ist eine chronische, entzündlich-rheumatische Erkrankung, die hauptsächlich die Gelenke betrifft – vor allem die der Wirbelsäule. Häufig leiden die Betroffenen unter Gesäß- und Rückenschmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit im Lendenwirbelbereich, insbesondere morgens nach dem Aufstehen.

Morbus Bechterew – auch Spondylitis ankylosans genannt – beginnt meist im jungen Erwachsenenalter und tritt familiär gehäuft auf. Erstes Anzeichen für den Morbus Bechterew ist ein tief sitzender Schmerz an der Lendenwirbelsäule, der meist

  • vor dem 45. Lebensjahr einsetzt,
  • langsam beginnt,
  • länger als drei Monate anhält,
  • morgens, wenn er am stärksten ist, mit einer Morgensteifigkeit der Wirbelsäule einhergeht,
  • sich durch Bewegung bessert.

Ursache für diese Schmerzen sind in erster Linie Entzündungen an der Wirbelsäule und in den Gelenken der Gliedmaßen (sog. Arthritis). Diese für Morbus Bechterew typischen Entzündungen können über einen langen Zeitraum kommen und gehen, bis sie meist irgendwann ganz abebben.

Gleichzeitig können Entzündungen an der Wirbelsäule dazu führen, dass die Ränder der Gelenke zunächst durch Faserknorpel ersetzt werden und anschließend verknöchern. Nach und nach bilden sich knöcherne Spangen zwischen den Wirbelkörpern (sog. Syndesmophyten), sodass die gesamte Wirbelsäule zunehmend versteift (daher auch die Bezeichnung Spondylitis ankylosans bzw. ankylosierende Spondylitis: lat. ankylosans = versteifend).

Wie die Krankheit genau verläuft, ist sehr unterschiedlich. In einigen Fällen leiden die Betroffenen nur hin und wieder unter Rückenschmerzen und leichten Bewegungseinschränkungen. Manchmal ist die Wirbelsäulenversteifung beim Morbus Bechterew aber sogar schon von außen zu erkennen – die Patienten zeigen dann einen deutlich ausgeprägten Buckel.

Eine vollständig versteifte Wirbelsäule, die sogenannte Bambusstabwirbelsäule, kommt aber nur selten vor.

Die Grafik zeigt den zeitlichen Verlauf des Morbus Bechterew.

Morbus Bechterew beginnt meist mit einer Entzündung im Iliosakralgelenk und an der Wirbelsäule. Nach und nach können sich knöcherne Verwachsungen zwischen den Wirbelkörpern bilden, wodurch die Wirbelsäule allmählich versteift. (Quelle: Wikimedia Commons, Senseiwa, CC BY-SA 3.0)

In vielen Fällen sind beim Morbus Bechterew nicht nur die Wirbelsäule und die großen Gelenke betroffen, sondern unter anderem auch

Um einen Morbus Bechterew sicher feststellen zu können, sind mehrere Untersuchungen notwendig. Der Arzt überprüft zum Beispiel, ob der Patient Schmerzen hat, wenn er das Bein in Bauchlage nach hinten anhebt. Ist dieser sogenannte Mennell-Test positiv, deutet dies auf eine Entzündung im Iliosakralgelenk hin.

Zur Diagnose ist es außerdem sinnvoll, nach Entzündungszeichen im Blut und nach einem bestimmten Erbmerkmal namens HLA-B27 zu suchen: Etwa 95 Prozent der Menschen mit Morbus Bechterew besitzen dieses Erbmerkmal. 

Obwohl die Spondylitis ankylosans eine rheumatische Erkrankung ist, sind bei den Betroffenen jedoch keine Rheumafaktoren festzustellen. Stattdessen sind Röntgenaufnahmen und die Magnetresonanztomographie geeignet, um den Morbus Bechterew zu diagnostizieren.

Bislang ist Morbus Bechterew zwar nicht heilbar – mit einer konsequent durchgeführten Therapie kann man seinen Verlauf aber in jedem Fall positiv beeinflussen. 

Das A und O der Morbus-Bechterew-Therapie ist regelmäßige Gymnastik! Dazu sollten die Betroffenen täglich (am besten morgens) ganz bestimmte auf das jeweilige Krankheitsstadium zugeschnittene Übungen durchführen, die die Beweglichkeit der Wirbelsäule verbessern und die Symptome lindern.

Darüber hinaus gibt es in vielen Städten spezielle Morbus-Bechterew-Therapiegruppen unter Leitung qualifizierter Physiotherapeuten. Hierbei lernen die Patienten eine Vielzahl verschiedener Übungen, die sie leicht zuhause nachmachen können – aber auch Wassergymnastik und therapeutisch ausgerichteter Bewegungssport sind Teil der Gruppentherapie. 

Entzündungshemmende Medikamente – wie etwa Diclofenac oder Indometacin sowie Kortisonpräparate – stehen an zweiter Stelle der Morbus-Bechterew-Therapie. Ist auch das Hüftgelenk von der Spondylitis ankylosans betroffen, kann in manchen Fällen ein operativer Hüftgelenksersatz notwendig sein. 

Video Morbus Bechterew: Versteifte Wirbelsäulengelenke

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