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Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (20. Juli 2013)

Morbus Bechterew (bzw. bechterewsche Krankheit) – auch Spondylitis ankylosans (bzw. ankylosierende Spondylitis) genannt – ist eine chronische, entzündlich-rheumatische Erkrankung, die hauptsächlich die Gelenke betrifft – vor allem die der Wirbelsäule.

Morbus Bechterew beginnt meist im jungen Erwachsenenalter und tritt familiär gehäuft auf. Die Morbus-Bechterew-Symptome sind im Frühstadium oft wenig kennzeichnend. Wichtigstes Anzeichen für den Morbus Bechterew ist ein chronisch-entzündlicher Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Typisch für diesen tief sitzenden Schmerz bei Spondylitis ankylosans ist, dass er:

  • vor dem 45. Lebensjahr einsetzt,
  • langsam beginnt,
  • länger als drei Monate anhält,
  • morgens, wenn er am stärksten ist, mit einer Morgensteifigkeit der Wirbelsäule einhergeht,
  • sich durch Bewegung bessert.

Die für Morbus Bechterew typischen schmerzhaften Entzündungen können über einen langen Zeitraum kommen und gehen, bis sie meist irgendwann ganz abebben. Die Folge sind entzündliche Veränderungen in den betroffenen Bereichen: Neben der Wirbelsäule und den großen Gelenken können zum Beispiel Sehnen, Augen und der Herzmuskel betroffen sein. Gleichzeitig kann sich bei Morbus Bechterew die gesamte Wirbelsäule zunehmend versteifen (daher auch die Bezeichnung Spondylitis ankylosans bzw. ankylosierende Spondylitis: lat. ankylosans = versteifend). Dabei ist eine vollständig versteifte Wirbelsäule, die sogenannte Bambusstabwirbelsäule, eher selten.

Zur Morbus-Bechterew-Diagnose ist es sinnvoll, nach Entzündungszeichen im Blut und einem bestimmten Erbmerkmal zu suchen. Obwohl die Spondylitis ankylosans eine rheumatische Erkrankung ist, sind bei den Betroffenen jedoch keine Rheumafaktoren festzustellen. Stattdessen sind Röntgenaufnahmen und die Magnetresonanztomographie geeignet, um den Morbus Bechterew zu diagnostizieren.

Bei der Morbus-Bechterew-Therapie spielen regelmäßige Gymnastik im Rahmen einer Physiotherapie und entzündungshemmende Medikamente eine wichtige Rolle. Ist auch das Hüftgelenk von der Spondylitis ankylosans betroffen, kann in manchen Fällen ein operativer Hüftgelenksersatz notwendig sein. Heilen können diese Maßnahmen den Morbus Bechterew zwar nicht – konsequente physiotherapeutische Übungen können seinen Verlauf aber in jedem Fall positiv beeinflussen.

Morbus Bechterew: Video






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